Für Personaler ist Arbeitgeberattraktivität das Wichtigste

Personalmanager wollen nichts mehr als ihr Unternehmen zu einem attraktiven Arbeitgeber zu machen. Was erst einmal nicht überraschend klingt, zeigt, dass HR die Zeichen der Zeit erkannt hat. Im vergangenen Jahr hatte noch die Verbesserung der Führungs- und Managementqualitäten Priorität.

Fragt man deutsche Personalchefs, welches Ziel in diesem Jahr das wichtigste ist, so ist die Antwort recht eindeutig: Das eigene Unternehmen als Arbeitgeber attraktiver zu machen. Für 37 Prozent der HRler steht dieser Wunsch ganz oben auf der Agenda. Sie stehen damit zudem nicht allein, denn die Arbeitgeberattraktivität genießt auch bei 39 Prozent der Entscheider außerhalb der Personalabteilungen in Deutschland hohe Priorität. Dieses Ergebnis hat die diesjährige Kienbaum-Studie zur den Trends im Human Resources Management zutage gefördert.

Im vergangenen Jahr war es für die HRler noch am wichtigsten, die Qualität der Führung und des Managements generell zu verbessern. 2014 ist es immerhin noch das Thema mit der zweithöchsten Dringlichkeit. An dritter Stelle folgt das Change Management. Für die Verfasser der Studie zeigt dies, dass die Personalabteilungen die Zeichen der Zeit erkannt haben und nun wissen, dass sie im War for Talent nicht um eine attraktive Arbeitgebermarke herumkommen. Doch zwischen der bloßen Erkenntnis und dem Handeln liegt anscheinend immer noch eine große Kluft. Denn dass eine Marke, sei sie noch so stark, nur dann glaubwürdig und tragfähig ist, wenn die kommunizierten Stärken auch den täglichen Praxistest beim Mitarbeiter bestehen, von dieser Einsicht sind viele Unternehmen noch weit entfernt. So zumindest sieht es Erik Bethkenhagen, Geschäftsführer der HR-Kommunikations-Agentur Kienbaum Communications.

Begründet liegt dies wohl darin, dass die konkreten Projekte und Budgets der Personalabteilungen nicht ausreichend genug auf das Ziel, Employer of Choice zu werden, ausgerichtet sind. Die Zahlen, die die Kienbaum-Studie dazu anführt, scheinen das auch zu bestätigen. So räumen jeweils nur vier Prozent der befragten Unternehmen dem Personalmarketing und der Work-Life-Balance in ihrem Unternehmen eine hohe Priorität ein. Zusätzliche Ressourcen für das Employer Branding wollen zudem nur 15 Prozent der Unternehmen aufbauen.

Den Umgang der Unternehmen mit dem demografischen Wandel bewerten die Studienverfasser tendenziell eher positiv. Zudem bemerken 56 Prozent der Personalentscheider einen Wertewandel in der jungen Arbeitnehmergeneration und ein geringeres Angebot an qualifizierten Arbeitskräften auf dem Markt. Die häufigsten personalwirtschaftlichen Maßnahmen, mit denen Personalabteilungen auf die demografischen Veränderungen reagieren, sind eine langfristige Nachfolge- und Karriereplanung sowie ein professionelles Gesundheitsmanagement.

Für die Trendstudie der Managementberatung Kienbaum wurden 190 Personalverantwortliche befragt.

von Sven Pauleweit

Kommentare

In diesem Punkt, kann ich der

In diesem Punkt, kann ich der Kienbaum-Studie nur zustimmen. Die Personalverantwortlichen setzen noch zu wenig auf Personalmarketing und Work-Life-Balance. Aus meiner täglichen Praxis ist es sehr schwierig, Kompetenz-Coaching zum besseren Kennenlernen zwischen Führungskraft und Mitarbeiter einzusetzen. Sicher ist jedes Coaching ein Kostenfaktor. Kurzfristiges Denken ist in diesem Punkt nicht angebracht. Schließlich ist es doch so – die Mitarbeiter sollen sich mit dem Unternehmen identifizieren. Personalverantwortung bedeutet nicht - Mitarbeiter einstellen und Schluss, sondern Sie während der innerbetrieblichen Tätigkeit auch zu fördern. Fachkompetenz ist das Eine und Sozialkompetenz/Methodenkompetenz das andere. Mitarbeiter sind nicht mehr nur eine Produktionsfaktor sondern Sie repräsentieren das Unternehmen nach außen. Das bedeutet im Umkehrschluss – Marketing!

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