HR soll noch effizienter werden

Personaler müssen sich umstellen. Denn fast alle Unternehmen in der DACH-Region planen eine Umstrukturierung der HR-Funktion oder haben diese bereits abgeschlossen.

Unternehmen befinden sich im permanenten Wandel. Auch die HR-Funktion bleibt davon nicht unberührt. So haben 54 Prozent der Unternehmen in Deutschland, Österreich und der Schweiz (DACH) in den vergangenen 18 Monaten ihre HR-Prozesse neu strukturiert. Das zeigt die aktuelle Ausgabe der HR Service Delivery and Technology Survey von Towers Watson. Und fast die Hälfte, 47 Prozent, planen eine Umstrukturierung und damit Optimierung von HR.

Im Vergleich mit der Region Europa, Mittlerer Osten und Asien (EMEA) zeigt sich, dass hierzulande der Veränderungswille größer ist. Denn dort planen nur 38 Prozent aktuell eine Neuordnung und 48 Prozent haben diese bereits hinter sich.

Gefragt wurden die Unternehmen, die die Umstrukturierungen schon abgeschlossen haben, auch nach dem Erfolg dieser Maßnahmen. Der wird als sehr hoch eingeschätzt, immerhin 89 Prozent haben ihrer Ansicht nach die zuvor gewünschten Ergebnisse erreicht.

Diese betreffen vor allem die Themen Effizienzsteigerung und Rationalisierung. Dabei strebt die Hälfte derjenigen Unternehmen, die kurzfristig die Ausrichtung ihrer Personalfunktion verändern wollen, einen Umbau nach dem Dave-Ulrich-Modell an und legt damit den Fokus auf Themen wie Business-Partner, Kompetenzzentren und Shared-Service-Umgebungen.  

Ein weiteres Thema der Studie war die Unterstützung der Personalarbeit durch IT. In den DACH-Ländern nutzen bereits mehr als die Hälfte der Unternehmen entsprechende Systeme, in der gesamten Region EMEA sind es nur 36 Prozent. Als Anbieter dominiert in Deutschland, Österreich und der Schweiz SAP, nordamerikanische Unternehmen setzen hingegen vor allem auf Oracle/Peoplesoft. Ein dritter Anbieter, auf den aktuell rund 20 Prozent aller Neuinstallationen entfallen, ist Workday.

Die Studie von Towers Watson wurde in diesem Jahr bereits zum 16. Mal durchgeführt. Dafür befragte die Beratung in 1025 Unternehmen in 32 Ländern weltweit HR- und HR-IT-Verantwortliche.  

von Kathrin Justen

Kommentare

Ich denke, die Überschrift

Ich denke, die Überschrift muss noch klarer sein - Nicht HR soll noch effizienter werden, sondern HR muss !

Aber mit den neuen Strukturen ist es allein nicht getan. Nur eine neue Struktur, egal ob Dave Ulrich oder ein anderes Modell, bringt noch keine echte Effizienzsteigerung. Die meisten Unternehmen bleiben dennoch bei ihren alten Prozessen und verpassen im Rahmen der Umstrukturierung die Chance, auch mal "alte Zöpfe", sprich uneffiziente Prozesse zu verändern. Da werden dann weiterhin Urlaubsanträge mit Formularen genehmigt oder Mitarbeitern ihre Gehaltsabrechnung per Post nach Hause geschickt. Und Lösungen wie SAP oder Oracle helfen gerade im Mittelstand auch nicht immer weiter. Denn richtige Effizienzsteigerungen bringen erst mutige Entscheidungen, Prozesse auch mal wirklich neu zu gestalten und gute Workflow-Systeme. Doch diese stossen bei den "großen" Programmen an ihre Grenzen, wenn mehrere Systeme an den Prozessen beteiligt sind.

Ich finde es auch immer interessant, wenn es heisst: Die gesteckten Ziele wurden erreicht. Meistens sind das doch sehr globale und nicht messbare Ziele, wie die Erhöhung der Servicequalität. HR wird sich aber künftig auch immer mehr an Prozesskosten messen lassen müssen. Und da wird es für die meisten dieser Umstrukturierungen sehr eng.

Also, nicht nur die Strukturen verändern sondern vor allem die Prozesse!

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