Recruiting im digitalen Zeitalter

Im Werben um Fachkräfte geht nichts mehr ohne digitale Medien. Doch Print-Stellenanzeigen einfach nur zu übertragen, genügt den Anforderungen der neuen Kanäle nicht. Drei Tipps für zeitgemäße Anzeigen

Deutschland befindet sich in einer Phase der wirtschaftlichen Stabilität und die Zuwanderung liegt auf höchstem Stand seit 20 Jahren. Trotzdem beklagen sich viele Unternehmen, dass sie offene Stellen zu besetzen haben und keine passenden Bewerber finden können.

Gründe dafür gibt es viele, einer liegt in der richtigen Ansprache der Kandidaten. Um die passenden Kandidaten auch für sich zu gewinnen, müssen Unternehmen die Art und Weise, wie sie nach Talenten suchen, überdenken. Kurz gesagt: Es ist an der Zeit, Stellenausschreibungen neu zu erfinden und die Strategie bei der Kandidatensuche anzupassen.

Die Auswirkungen der digitalen Revolution auf die Art und Weise, wie Arbeitnehmer nach Jobs suchen, sind enorm. Das Ergebnis ist eine vollkommene Transformation – nicht nur des Suchprozesses – sondern auch der Rolle der Stellenausschreibung. Die meisten Unternehmen haben sich darauf eingestellt, dass mehr und mehr Kandidaten online nach einem neuen Job suchen. Viele Arbeitgeber haben allerdings noch nicht berücksichtigt, dass dies auch die Anforderung einer Online-Stellenbeschreibung beeinflusst hat.

Das Ziel einer Stellenausschreibung heutzutage ist nicht nur die Ansprache möglichst geeigneter Kandidaten, sondern vor allem auch Interesse an der Position und dem Unternehmen zu wecken. Wie also kann man in der heutigen Zeit eine wirkungsvolle Stellenausschreibung gestalten?

1. Heben Sie hervor, was Sie als Unternehmen zu bieten haben
Talentierte und qualifizierte Fachkräfte sondieren zunehmend Unternehmen, für die sie arbeiten wollen. Nach unserer Erfahrung werden qualifizierte Arbeitnehmer besonders von Unternehmen mit einer überzeugenden Vision angezogen. Sie wollen wissen, was genau sie zum Gesamterfolg eines Unternehmens beitragen können. Des Weiteren interessieren sich potenzielle Kandidaten dafür, wie sie ihre Fähigkeiten und Erfahrungen sinnvoll einsetzen, was sie in ihrer neuen Position lernen und wie sie sich entwickeln können. Stellen Sie also Ihre Unternehmensvision und die Einbringungs- und Entwicklungsmöglichkeiten für den neuen Mitarbeiter in der Unternehmensbeschreibung jedes Stellenangebotes in den Fokus.

2. Betonen Sie die flexiblen Arbeitsseiten in Ihrem Unternehmen
Einer Umfrage in Großbritannien zufolge gibt es einen Trend für das selbständige Arbeiten als Freelancer auf Projektbasis für mehrere Unternehmen. Genau genommen ist das Freelancing für 87 Prozent aller britischen Uni-Absolventen der Generation Y mit einem Prädikatsexamen eine höchst attraktive und lukrative Karriere-Option – unvorstellbar in der Baby-Boomer-Generation.

Die Umfrage zeigt auch, dass fast ein Drittel der Generation Y selbst bestimmen möchte, wo sie arbeiten. An ein bis zwei Tagen pro Woche zu Hause oder in einem Co-Working-Büro zu arbeiten, ist für die Generation Y so verlockend, wie es das Eckbüro in der Chefetage für ihre Eltern war. Arbeitgeber müssen daher überlegen, was sie Bewerbern statt der traditionellen Zusatzleistungen und Vergünstigungen aus einer Lifestyle-Perspektive heraus anbieten können. Dazu gehört eine flexible Einteilung der Arbeitszeiten und eine flexible Regelung hinsichtlich des Arbeitsortes. Wenn Ihr Unternehmen diese Flexibilität ermöglichen kann, stellen Sie diesen Pluspunkt in der Stellenausschreibung auch heraus. Arbeitgeber, die eine gute Work-Life-Balance ermöglichen, sind attraktiver.

3. Stellen Sie die gewünschten Ergebnisse und die Fähigkeiten, die Sie suchen in den Vordergrund, um Bewerber zu motivieren
Arbeit wird zunehmend ergebnisorientiert betrachtet, anstatt sich auf das Erreichen einer bestimmten Position zu versteifen. Daher ist es besser, sich bei Stellenausschreibungen auf die Leistungsziele der Position zu konzentrieren. Formulieren Sie also klar, welche Aufgaben und Ziele mit der Position verbunden sind und welche Fähigkeiten die Kandidaten dafür mitbringen sollten. Auf diese Weise weiß der Kandidat genau, was von ihm erwartet wird und er kennt die Erfolge, die mit seiner Hilfe erzielt werden sollen.

Ziehen Sie auch schon in der Stellenausschreibung die Verwendung von Screening-Fragen in Betracht, die der Kandidat in seiner Bewerbung beantwortet. Dies können, zum Beispiel bei der Suche nach einem geeigneten Programmierer, kleine Fallbeispiele und Programmieraufgaben sein oder auch Fragen, die sich auf bisherige Erfahrungen der Kandidaten beziehen. Zum Beispiel: „Wie würden Sie an das Problem XY herangehen? Stellen Sie uns Ihren Lösungsweg kurz dar.“

Die Stellenausschreibung ist der erste Kontakt, den die Bewerber mit Ihrem Unternehmen haben, sie ist damit Ihr Aushängeschild und ein wichtiges Marketing-Mittel, um die besten Kandidaten anzuwerben. Den Wettkampf um das beste Talent gewinnen letztendlich die Unternehmen, die sich den hier angeführten Herausforderungen und Chancen stellen und sich an die vielen neuen Rekrutierungswege anpassen.

Gastbeitrag von Nicolas Dittberner
Nicolas Dittberner
Autor
Nicolas Dittberner
Country Manager DACH
Elance-oDesk

Nicolas Dittberner ist Country Manager DACH von Elance-oDesk.

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