Künstliche Intelligenz verändert die Arbeitswelt. Doch wie lässt sie sich im Personalmanagement klug einsetzen? Mit dieser Frage beschäftigte sich die KI-X HR Convention in diesem Jahr. Zwei Tage lang trafen Expertinnen, und Innovatoren und Praktikerinnen im Colosseum Filmtheater in Berlin aufeinander und diskutierten über Chancen, Grenzen und Verantwortlichkeiten im Zusammenspiel von Mensch und Maschine.
Das Recruiting reformieren?
In Deutschland bewirbt sich alle zwei Sekunden jemand auf eine Stelle, rechnet Daniel Mühlbauer gleich zu Beginn seiner Keynote vor. Das wären allein 900 Bewerbungen am Ende seines Vortrags. Recruitingprozesse seien heute, so Mühlbauer, jedoch oft von unpersönlichen E-Mails, Standardabsagen oder Funkstille im Talentpool geprägt.
Für ihn steht fest: Das menschliche Recruiting braucht eine Reform! Künstliche Intelligenz solle den Menschen nicht ersetzen, sondern unterstützen. Und dabei helfen, Prozesse übersichtlicher zu gestalten, Routinen zu übernehmen und Bewerberinnen und Bewerber individueller anzusprechen. Entscheidend sei, dass sie durchdacht eingesetzt wird – auf Basis einer klaren Datenstruktur und gut vernetzter Abläufe. Nur so würden verlässliche Informationen und qualitatives Lernmaterial für die KI entstehen.
HR in Verantwortung: Rollen und Grenzen
In einem Panel diskutierten Maria Zerhusen, Head of Research bei Empion, Christoph Holzhaider, Seniorberater und Experte für Führung und Kulturwandel bei Return on Meaning und Dr. Caroline Baethge, Head of Organizational Design & People Analytics bei Siemens Energy unter der Moderation von Dr. Julia Borggräfe, Mitglied der Geschäftsleitung bei ifok, über die Rolle von HR im Einsatz von KI im Unternehmen.
Inwieweit liegt die Einführung neuer KI-Systeme wirklich bei HR? Welche zentralen Elemente braucht es zur Umsetzung? Über diese und weitere Fragen wurde debattiert. Auf folgende Punkte konnten sich die Teilnehmenden des Panels einigen:
- Es braucht eine fundierte Problemanalyse,
- datenkompetente Teams,
- und klare Anreize, um den Wandel aktiv zu gestalten.
Die KI-X HR Convention zeigte, wie groß der Bedarf an Austausch, Orientierung und bewährten Verfahren im Umgang mit KI ist. Dr. Jürgen Erbeldinger, CEO und Gründer von Escriba, machte deutlich: „Wir stehen alle noch am Anfang.“
Wir haben einige Eindrücke der Keynotes, Sessions und Networking-Momente eingefangen:

In diesem Jahr tagte die KI-X Convention im Colosseum Filmtheater in Berlin. Im Foyer trafen sich die HRlerinnen und HRler zu Austausch, Kaffee und interaktiven Tools zum Ausprobieren. © Mirella Frangella
Im Panel diskutierten Dr. Caroline Baethge (Siemens Energy) , Christoph Holzhaider (Return on Meaning) und Maria Zerhusen (Empion) unter der Moderation von Dr. Julia Borggräfe (ifok) über den Einsatz von KI in der Führung – von Motivation und Verhaltensänderung bis hin zu Scham, Widerstand und der Rolle von HR. © Mirella Frangella
© Mirella Frangella
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Wie lässt sich ein übergroßes Projekt in gut verdauliche, KI-kompatible Häppchen zerlegen – ganz ohne Programmierkenntnisse? Marc Murray, Senior HR Manager & International Data Protection bei Hermes Fulfilment und Vorstandsmitglied beim Bundesverband der Personalmanager:innen, zeigte in einem Best Case, wie HR-Verantwortliche mit einem strukturierten Mindset komplexe Prozesse in kleine, automatisierbare Schritte übersetzen. © Mirella Frangella
An gutem Essen durfte es in den Pausen nicht fehlen. © Mirella Frangella
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Autor, Blogger und Spiegel-Online-Kolumnist Sascha Lobo sprach in seiner Keynote über die Prinzipien und Branchendynamik der Digitalkonzerne. © Mirella Frangella
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Bei der KI-X Night ging der erste Kongresstag in entspannter Atmosphäre zu Ende. © Mirella Frangella