Der Einsatz moderner Technologie und insbesondere Künstliche Intelligenz verändert Organisationen rasant. Vieles wird schneller, datenbasierter, effizienter – auch in der Personalarbeit und Führung. KI wird nicht nur eingesetzt, um im Recruiting Vorauswahlen zu treffen, sondern sogar im Coaching, um das Gegenüber zur Selbstreflektion anzuregen. Mehr denn je geht es in der Führung jedoch um Sinnstiftung, Orientierung, Sicherheit und Vertrauen. Genau jetzt braucht es eine neue Qualität der Führung: Eine, die Technologie versteht und gleichzeitig emotional intelligente Fähigkeiten mitbringt. Andrew J. Scott, Professor für Wirtschaftswissenschaften an der London Business School, bringt es auf den Punkt:
„As machines get better at being machines, humans have to get better at being more human.“ (McKinsey Podcast)
Emotionale Intelligenz gilt als zentraler Faktor erfolgreicher Teamführung. Wer Emotionen erkennt, versteht und konstruktiv damit umgeht, schafft ein Umfeld, in dem Vertrauen, psychologische Sicherheit und kreative Problemlösung gedeihen können. Führungskräfte mit hoher emotionaler Intelligenz stärken die Bindung im Team, moderieren Konflikte konstruktiv und fördern eine Kultur der Offenheit. Selbstregulations-Skills und mentale Stärke helfen Führungskräften den Umgang mit der Informationsflut zu erleichtern sowie mit der Unsicherheit umzugehen, die der Einsatz von KI mit sich bringt. Damit wird emotionale Intelligenz zum Katalysator für leistungsstarke Zusammenarbeit – auch über Hierarchien hinweg.
Beispiele für Führungs-Aufgaben, die eine KI nicht übernehmen kann, kennt jeder: ein emotional aufgeladenes Teamgespräch führen. Spannungen zwischen zwei Personen moderieren, wenn nicht nur Fakten, sondern auch alte Verletzungen im Raum stehen. Psychologische Sicherheit im Team aktiv gestalten, damit sich Menschen trauen, neue Ideen einzubringen und Innovationen voranzutreiben. Solche Situationen erfordern Urteilskraft, Kontextsensibilität und Präsenz – alles emotional intelligente Fähigkeiten. Wie kann man diese stärken? Durch Achtsamkeit. Studien zeigen, dass achtsame Führungskräfte bessere Entscheidungen treffen, weniger kognitiven Verzerrungen unterliegen und resilienter führen. Emotionale Intelligenz wiederum ist ein entscheidender Treiber für Engagement und Performance.
Das bedeutet nicht, dass KI keine Rolle spielt. Im Gegenteil: Sie kann Führung unterstützen – mit Daten, Analysen, Transparenz. Aber sie braucht Führungskräfte, die diese Daten kritisch einordnen, ethisch reflektieren und mit menschlichem Augenmaß agieren. Führungskräfte können KI als Sparring-Partner begreifen.
Führen mit KI heißt: weg vom kontrollierenden Manager hin zur empathischen Führungspersönlichkeit, die KI kompetent nutzt – und zugleich weiß, wann es menschliche Intuition und Beziehung braucht. Wer Führung im KI-Zeitalter gestalten will, braucht kein Superhirn – sondern einen klaren Geist und Verbundenheit zu den Menschen, mit denen man arbeitet.
Programme wie MOMENTUM unterstützen Organisationen bei den tiefgreifenden Veränderungen, die KI in unsere Arbeitswelt bringt.
Treffen Sie RETURN ON MEANING auf der KI-X HR Convention am 24./25. September in Berlin.

Dr. Svea vom Hehn
