3 New-Work-Trends, die sich 2021 durchsetzen werden

Die Corona-Pandemie hat letztes Jahr einige bereits bestehende New-Work-Trends beschleunigt. Martin Daniel von Peakon erklärt, welche bleiben werden.
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Die Corona-Pandemie hat letztes Jahr einige bereits bestehende New-Work-Trends beschleunigt. Martin Daniel von Peakon erklärt, welche bleiben werden.

Die turbulenten Ereignisse des Jahres 2020 rund um die Corona-Pandemie zwangen die Arbeitswelt dazu, bestehende New-Work-Trends zu beschleunigen und sich an unterschiedlichen Stellen in vielerlei Hinsicht neu zu erfinden. Auch im Jahr 2021 werden die Folgen der Krise für die Arbeitswelt zu spüren sein. Für Unternehmen gilt daher auch in diesem Jahr, diese Trends mit in ihre Planung einzubeziehen. Diese drei Prognosen werden für unsere Arbeitswelt 2021 besonders im Fokus stehen.

1. Büropolitik ist tot, lang lebe die Büropolitik

An den Coffee-Talk mit Kolleg:innen und einen Austausch über den Schreibtisch hinweg, ist in Zeiten von Homeoffice nicht zu denken. Doch Plattformen wie Slack oder Google Meet können diese Informalität aktuell auffangen und bieten gleichzeitig insbesondere Raum für eher zurückhaltende Angestellte, sich stärker einzubringen. Gleichzeitig besteht jedoch die Gefahr, dass soziale Grenzen durch Instant-Messaging-Apps im Homeoffice nicht aufgelöst, sondern vielmehr verstärkt werden. Vor allem neu an Bord kommende Kolleg:innen riskieren, ausgegrenzt zu werden. Denn die üblichen Onboarding-Meetings, wie der zwanglosen Büroklatsch oder After-Work-Drinks, müssen derzeit ausfallen. Für neu eingestellte Manager:innen ist diese Gefahr besonders hoch, da es mehr Hürden gibt, wenn es darum geht, sich mit einem bereits existierenden Team in einem rein digitalen Bereich zu verbinden und zu integrieren.

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Je größer das Unternehmen ist, desto höher ist dabei die Gefahr, dass solche soziale Grenzen innerhalb der Unternehmensstrukturen zwischen den Mitarbeiter:innen entstehen. Hören Sie daher Ihren Mitarbeiter:innen gerade jetzt besonders gut zu und entdecken Sie frühzeitig kommunikative und integrative Risse in der Unternehmenskultur, in denen Stimmen und Anschlussmöglichkeiten verloren gehen – so vermeiden Sie, dass sich Teams aufspalten.

2. Mitarbeiterentwicklung darf nicht vernachlässigt werden

Die Corona-Pandemie hat weltweit verständlicherweise die Wahrnehmung vieler Mitarbeiter:innen über die Entwicklung ihrer Karriere beeinträchtigt – Beförderungschancen und Aufstiegsmöglichkeiten erscheinen weit entfernt. An einigen Stellen ist durch die schnell voranschreitende Digitalisierung bei Mitarbeiter:innen zudem der Eindruck entstanden, dass die eigenen Fähigkeiten weniger wichtig sind – zum Beispiel wenn Online-Programme oder Tools Aufgaben übernehmen. Gleichzeitig wird es in diesem Jahr für die meisten Unternehmen darauf ankommen, Post-Corona-Pläne zu entwerfen und New-Work-Konzepte in die Arbeitsstruktur einzuarbeiten und voranzutreiben.

Es wäre falsch, die eigenen Mitarbeiter:innen in diesen Plänen zu vernachlässigen. Denn die Folge wären frustrierte Angestellte, die nur wenig Engagement zeigen und weniger produktiv sind. Achten Sie daher darauf, die Belegschaft mit in die Strukturierungspläne zu integrieren. Bieten Sie Nach- und Umschulungen an, um die Entwicklung Ihrer Mitarbeiter:innen wieder anzukurbeln. Diese sollten sich insbesondere auf die digitale Weiterbildung konzentrieren, damit die gesamte Belegschaft die erforderlichen Kenntnisse und Fähigkeiten erhalten. Nur so kann Homeoffice auch von allen gleichermaßen wahrgenommen werden – ohne Produktivität einbüßen zu müssen.

3. Distance Leadership, Diversität und Inklusion sind auch 2021 die Schlagwörter der Stunde

„Distance Leadership“ war 2020 im People Management ein entscheidendes Schlagwort, das sich auch 2021 fortführen wird. Denn die Corona-Pandemie wird auch in diesem Jahr das bestimmende Thema bleiben. Die gesamten Managementprozesse, wie Recruiting, Onboarding und die Vernetzung der Mitarbeiter:innen, müssen auch weiterhin größtenteils aus dem Homeoffice, also aus der Distanz heraus, organisiert werden. Für Unternehmen bedeutet das, den Mitarbeiter:innen weiterhin ein hohes Maß an Vertrauen und Entscheidungsfreiheit für die Arbeit im Homeoffice entgegenzubringen. Hierfür werden Zeiterfassungssoftwares und andere Programme, wie Planungstools und Online-Telefonanlagen, immer wichtiger – auch um die Selbstorganisation und Selbstdisziplin der Mitarbeiter:innen zu fördern. Wichtig ist dabei auch, dem Austausch zwischen Führungs- und Fachkraft genug Raum und Zeit zu geben und regelmäßige Feedbackrunden einzuplanen, um am Puls der Belegschaft zu bleiben und genau zu wissen, was sich Angestellte gerade wünschen. Versuchen Sie diese Übergänge schnellstmöglich umzusetzen, denn Homeoffice und Remote Work wird auch nach der Corona-Krise entscheidende Vorteile in Bereichen wie Employer Branding und der Konkurrenzfähigkeit von Unternehmen mit sich bringen.

Darüber hinaus werden 2021 in der erfolgreichen Führung von Mitarbeiter:innen auch weiterhin Diversität und Inklusion eine entscheidende Rolle spielen. Gleiche Bezahlung von Frauen und Männern sind dabei ebenso wichtig wie die Abschaffung von Diskriminierungen und Rassismus. Beschäftigen Sie Sich auch mit diesen Themen frühzeitig, um die Gerechtigkeit innerhalb ihres Unternehmens und somit auch die Mitarbeiterzufriedenheit zu stärken. Von beiden Faktoren wird Ihr Unternehmen langfristig profitieren, denn je diverser und inklusiver sich ein Unternehmen aufstellt, desto breiter und allumfassender werden die Problemlösungskonzepte der gesamten Belegschaft – und das kann nur zum Vorteil Ihres Unternehmens werden.

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