Abschied von der Karriereleiter

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Nur wer auf der Karriereleiter stetig nach oben steigt, ist erfolgreich. Lange Zeit war dies in den Köpfen von Arbeitnehmern, Personalabteilungen und Führungskräften verankert. Es zeigen sich jedoch eindeutige Umbrüche: Karrieren werden vielschichtiger, unvorhersehbarer und individueller. Fach-, Führungs- und Projekteinsätze wechseln sich ab – Mosaikkarrieren entstehen.

Eine Mosaikkarriere kann wie folgt aussehen: Fünf Jahre ist man als Führungskraft in einem Unternehmen beschäftigt, darauf folgen zwei Jahre Projekteinsatz und dann eine längere Auszeit für die Familie, bevor man wieder in leitender Position einsteigt. Neue Karrierebilder wie dieses werden wir in Zukunft häufiger sehen. Entsprechend geplant und gefördert tragen sie zur Vielfalt im Arbeitsleben wie auch in der Organisationsentwicklung bei und fördern die Wettbewerbsfähigkeit in einer zunehmend „offeneren“ Arbeits- und Unternehmenswirklichkeit.

Karrieremanagement der Zukunft bedeutet Teamwork

Die Mosaikkarriere verlangt von Individuen und Unternehmen jedoch eine Professionalisierung bei der Karriereplanung. Entscheidender Faktor dabei ist das Teamwork zwischen Mitarbeitern, Unternehmen und Führungskräften: Der Mitarbeiter selbst übernimmt Verantwortung. Er treibt seine Karriere strategisch und proaktiv voran, auch mit Hilfe seines Netzwerkes im Unternehmen. Die Führungskraft verkörpert im Zusammenspiel die Rolle des Befähigers. Sie agiert als Karrierecoach, ermöglicht Weiterbildungen und unterstützt bei der Definition von Karrierezielen. Das Unternehmen wiederum sorgt für die Rahmenbedingungen: Es stellt Instrumente der Personalentwicklung zur Verfügung, fördert Netzwerke und sorgt für eine stetige Kommunikation zur Unternehmensstrategie.

Eins steht fest: Das beschriebene Karrieremanagement ist herausfordernd. Wo können Unternehmen ansetzen, um Karrieren erfolgreich zu gestalten? von Rundstedt hat vor diesem Hintergrund eine Expertenbefragung durchgeführt und dabei fünf wesentliche Erfolgsfaktoren für modernes Karrieremanagement identifiziert:

  • Transparenz: Die Ziele der Organisation und der einzelnen Mitarbeiter sollten klar und transparent aufgezeigt werden
  • Flexibilität: Es gilt, sich stärker an den Lebensphasen der Mitarbeiter anzupassen und Talente stärkenorientiert einzusetzen
  • Individualität: Unternehmen sind gefordert, auf ihre Mitarbeiter einzugehen und deren individuelle Wünsche im Blick zu haben
  • Neutralität: Eine neutrale Stelle zur Karriereförderung unterstützt Mitarbeiter unanbhängig von ihrer jetztigen Position bei ihren beruflichen Planungen. Gleichzeitig sind Erwartungen und Möglichkeiten der Mitarbeiter zu objektivieren
  • Matching: Die Stärken und Wünsche der Mitarbeiter gilt es in Einklang mit denen der Organisation zu bringen

Wird an diesen fünf Faktoren angesetzt, arbeiten Mitarbeiter motiviert und engagiert. Sie entwickeln sich entsprechend ihrer Talente und Wünsche weiter. Der Vorteil für Unternehmen: Passen die Entwicklungswünsche der Mitarbeiter und die Anforderungen des Arbeitgebers zusammen, sorgt dies für weniger Fluktuation und ermöglicht eine effektive Nachfolgeplanung.