Warum agiles Arbeiten die Vielfalt im Unternehmen fördert

23.05.2019  |  Lisa Jaborek
Verschiedenfarbige Socken: agil und vielfältig
(c) gettyimages / maximkabb

Was agile Methoden wie Scrum, Kanban und Design Thinking mit Vielfalt und Chancengleichheit zu tun haben, erklärt Lisa Jaborek von Yello Strom.

5,50 Euro: So günstig kamen am 18. März nur Frauen mit Bus und Bahn quer durch Berlin. Denn sie zahlten 21 Prozent weniger als den normalen Ticketpreis. Mit der Aktion wollten die Berliner Verkehrsbetriebe (BVG) darauf hinweisen, dass Frauen in Deutschland durchschnittlich 21 Prozent weniger als Männer verdienen. Ob Equal Pay Day, Internationaler Frauentag oder der Diversity Dax, mit dem die Deutsche Börse künftig Unternehmen bewerten will: Meldungen über Vielfalt und Chancengleichheit haben derzeit Konjunktur. Ein passender Anlass für mich als Personalreferentin, auch mal darüber nachzudenken, wo wir aktuell bei Yello stehen.

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Unternehmen im Wandel

1999 als Tochtergesellschaft der EnBW gegründet, ist die Yello Strom GmbH ein relativ junges Unternehmen. In den vergangenen Jahren haben wir uns vom klassischen Stromlieferanten zu einem Energieanbieter mit digitalen Services und energienahen Dienstleistungen entwickelt. Was uns bewegt, sind Themen wie Digitalisierung, Kundenzentrierung, neue Technologien und die Energiewende. Zugegeben, das treibt viele Unternehmen um. Bei Yello gehen wir jedoch einen besonderen Weg, um Lösungen für die aktuellen Herausforderungen zu finden: Seit 2016 arbeiten wir agil – nicht nur bei der Web-Entwicklung, sondern im gesamten Unternehmen. Wir organisieren uns in kleinen crossfunktionalen Teams und nutzen agile Methoden wie Scrum, Kanban und Design Thinking. 

Mehr als ein Lippenbekenntnis

Unser neues Arbeitsmodell hilft uns zum einen, erfolgreich in einem immer komplexeren und dynamischeren Markt zu agieren, indem wir Dinge schnell auf die Straße bringen, viel testen und unglaublich viel Neues lernen. Zum anderen trägt die Agilität zu einer Unternehmenskultur bei, in der Vielfalt und Chancengleichheit mehr als Lippenbekenntnisse sind. Denn beim agilen Arbeiten ist ausdrücklich gewollt, dass Menschen mit unterschiedlichen Erfahrungen, Fähigkeiten und Sichtweisen zusammenarbeiten. Davon profitieren unsere Mitarbeiter, das Unternehmen sowie unsere Kunden gleichermaßen.

Geschlecht, kultureller Hintergrund, Alter: egal

Beispiel Recruiting-Prozess: Die Personalreferentinnen und Leiter bei Yello entscheiden nicht allein, wer ein geeigneter neuer Mitarbeiter ist, sondern treffen die Entscheidungen gemeinsam mit den Teams. Diese sind von Anfang an involviert – über die Auswahl der Kandidaten bis hin zu den Bewerbungsgesprächen und der finalen Entscheidung. Ziel ist es, den Besten oder die Beste für den jeweiligen Job zu finden, ganz gleich welches Geschlecht, welchen kulturellen Hintergrund oder welches Alter der Bewerber hat. So hat sich Yello von Anfang an zu der bunten Mischung entwickelt, die es braucht, um in der VUCA-Welt von heute erfolgreich zu sein.

Mitarbeitern Freiraum geben

Bei unseren rund 100 Mitarbeitern liegt der Frauenanteil bei 59 Prozent, unser Führungsteam besteht aus zwei Frauen und drei Männern. Geschäftsführerin Aurélie Alemany trägt als Französin und studierte Chemie-Ingenieurin selbst einiges zur Vielfalt bei. Doch es genügt nicht, allein auf die Strahlkraft und das Vorbild einer Frau an der Führungsspitze zu setzen. Vielmehr müssen alle Mitarbeiter den Freiraum haben, Vielfalt zu leben. So profitieren wir bei Yello von flexiblen Arbeitszeiten, modernen Teilzeitmodellen sowie Homeoffice-Möglichkeiten. Individuelle Weiterbildung, ein Patenprogramm für Neueinsteiger und Sabbaticals gehören selbstverständlich auch dazu.

Bei Yello herrscht eine sehr wertschätzende und vertrauensvolle Unternehmenskultur. Das zeigt sich zum Beispiel durch eine große Offenheit für neue Ideen, Feedbackprozesse, eine positive Fehlerkultur sowie einen hohen Stellenwert der persönlichen Kommunikation. Zudem bringt das agile Arbeitsmodell für die Mitarbeiter mehr Transparenz, mehr Eigenverantwortung und mehr Mitbestimmung– auch darüber, wohin die Reise des Unternehmens gehen soll.

Top-Noten für den Arbeitgeber

Wie das bei den Yellos ankommt, lässt sich nicht nur an einem konstant hohen Mitarbeiter-Commitment-Index (2018: 71) ablesen, sondern auch an der Studie „Die besten deutschen Arbeitgeber im Mittelstand“ von Focus-Business und dem Marktforschungsunternehmen Media Market Insights, bei der Yello 2018 Top-Noten erhielt. In die Studie flossen rund 750.000 Unternehmensprofile mit mehr als drei Millionen Arbeitgeber-Urteilen des Bewertungsportales Kununu ein. Hier eine Kununu-Auswahl an Mitarbeiter-Feedback zu Yello: „Vorbildlich! Mütter haben tolle Chancen, Alter spielt keine Rolle, Sabbatical… habe ich sonst nie erlebt“, „offene und lockere Kommunikation ohne Hierarchiedenke“ oder „unglaublich wertschätzender Umgang und tolle Unterstützung für neue Mitarbeiter“. Da gibt es nichts hinzuzufügen.