Altersdiskriminierung: Google zahlt 11 Millionen Dollar

23.07.2019  |  HRM Online-Redaktion
Google zahlt in den USA 11 Millionen Entschädigung. Dem Konzern wurde vorgewurfen, er habe ältere Bewerberinnen und Bewerber systematisch diskriminiert.
© gettyimages / JHVEPhoto

USA: Google bestreitet die Vorwürfe der Altersdiskriminierung in Bewerbungsverfahren, zahlt nun aber trotzdem.

Google hat sich bereit erklärt, 11 Millionen US-Dollar zu zahlen, um einen Rechtsstreit beizulegen. Mit dem Vorwurf, Google diskriminiere Jobanwärter aufgrund ihres Alters und stelle keine älteren Mitarbeiter ein, hatten über 200 abgelehnte Bewerber in den USA eine Sammelklage eingereicht. Alle Kläger waren zum Zeitpunkt ihrer Bewerbung bei dem Internetriesen über 40 Jahre alt.

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Initiatorin der Klage war Cheryl Fillekes, eine heute 59-jährige Software-Ingenieurin. Fillekes wurde von Google zwischen 2007 und 2014 vier Mal zu einem Bewerbungsgespräch eingeladen, jedoch trotz entsprechender Qualifikation jedes Mal abgelehnt. Google bestreitet, dass das Alter der Bewerberin ausschlaggebend für die Ablehnung war. Vielmehr habe Fillekes das notwendige technische Know-How gefehlt.

Dem Konzern zufolge könne man nicht nachvollziehen, ob Jüngere im Bewerbungsprozess generell bevorzugt würden: In den letzten sechs Jahren habe man mehr als eine Million Bewerbungen erhalten und erhebe keine Daten darüber, wer 40 Jahre oder älter gewesen sei. Dennoch wird Google nun zahlen und gelobt Besserung: Personalverantwortliche sollen künftig besser gebrieft werden, um mögliche Vorurteile gegenüber älteren Bewerbern abzubauen.

Die Klage trifft im Silicon Valley einen Nerv. Das Durchschnittsalter der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter bei Google lag im Jahr 2016 bei 29 Jahren.