Auch die Schwellenländer fürchten Fachkräftemangel

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Nicht nur in Deutschland mehren sich die Befürchtungen, Personalengpässe könnten zu einem Problem für das Wachstum werden. Weltweit wird dieses Risiko gesehen. Besonders groß sind die Befürchtungen in den Schwellenländern.

Auch wenn sich die Weltwirtschaftslage langsam wieder bessert, wirkliche Entspannung kehrt in den Führungsetagen der Unternehmen nicht ein. Mit den wieder anlaufenden Wachstumsmotoren wachsen wohl auch die Befürchtungen, dass die Zahl der verfügbaren Mitarbeiter nicht mithalten kann. So glauben 68 Prozent der Top-Manager, dass Personalengpässe das eigene Wachstum gefährden können. Ein ähnlich hoher Wert wurde zuletzt im Vorkrisenjahr 2008 erreicht, heißt es in der Studie „PwC Global CEO Outlook“, für die über 1.300 CEOs, Geschäftsführer und Entscheider aus 68 Ländern befragt wurden.

Besonders groß sind die Befürchtungen in den Schwellenländern. 81 Prozent der indischen, 85 Prozent der russischen und ganze 87 Prozent der südafrikanischen Top-Manager sorgen sich, dass ihre Unternehmen wegen fehlender Fachkräfte ihre Potenziale nicht ausschöpfen können. In Deutschland ist man da mit 47 Prozent noch vergleichsweise entspannt.

Das liegt in erster Linie daran, dass die Bundesrepublik in den letzten Jahren von der Zuwanderung qualifizierter Arbeitskräfte profitiert habe, heißt es von Seiten der Studienverfasser. Dieser Effekt würde sich aber abmildern, wenn sich die Wirtschaftslage in Spanien, Griechenland oder Rumänien wieder bessert.

Die zuletzt gute Konjunkturentwicklung hat dazu geführt, dass jeder zweite Top-Manager plant, zusätzliche Arbeitskräfte einzustellen, wohingegen nur jeder fünfte eher von einem Stellenabbau ausgeht. In Deutschland planen 58 Prozent der Befragten Neueinstellungen. In Großbritannien sind es 65 Prozent, in China 64 und in den USA 62 Prozent.

Zumindest auf dem Papier scheint in den Top-Etagen der Unternehmen erkannt worden zu sein, dass Handlungsbedarf besteht, um der Gesamtentwicklung gerecht zu werden. Mit 90 Prozent plant die überwiegende Mehrheit der befragten Top-Manager, ihre Strategien in der Personalrekrutierung und -entwicklung entsprechend anzupassen, heißt es weiter in der Studie. Bei der Umsetzung hapert es allerdings noch. Erst knapp 30 Prozent haben bereits konkrete Schritte unternommen. Und nur unverhältnismäßig mehr CEOs (34 Prozent) sehen die eigene Personalabteilung ausreichend auf die kommenden Aufgaben vorbereitet.