"Auf dem Markt gibt es zahlreiche Scharlatane"

| |

Es existieren bislang kaum Regeln, die gutes Headhunting von schlechtem abgrenzen. Der Bundesverband der Personalmanager (BPM) will das nun ändern und einen entsprechenden Kodex auf den Weg bringen. Im Interview erklärt BPM-Präsident Joachim Sauer, was dahinter steckt.

Herr Sauer, gibt es Ihrer Ansicht nach eher Licht oder doch mehr Schatten unter Headhuntern?
Gefühlt herrscht hier sicherlich mehr Schatten. Subjektive Einschätzungen bringen uns in meinen Augen an dieser Stelle jedoch nicht weiter. Wir waren der Ansicht, dass in diesem Feld die nötige Objektivität noch fehlt, was die Betrachtung der Qualität von Headhuntern anbelangt. Aus diesem Grund möchten wir eine Studie durchführen, deren Ergebnisse den Ist-Zustand des Headhunting-Marktes abbilden sollen.

Der Bundesverband der Personalmanager dann einen Kodex für gutes Headhunting auf den Weg bringen. Was genau kann ich mir sich darunter vorstellen?
Im Grunde genommen genau das, was einen Kodex ausmacht: nämlich eine Sammlung von Normen und Regeln für einen bestimmten Sachbereich. Es ist uns ein großes Anliegen, Headhuntern mit der Sammlung eine Selbstverpflichtung an die Hand zu geben. Denn obwohl die Bedeutung der Headhunter zunimmt und Stellenbesetzungen, die nicht erfolgreich umgesetzt werden können, betriebswirtschaftlich beträchtliche Schäden anrichten, gibt es bislang noch keine allgemein verbindliche Verständigung darauf, was gutes, qualitativ hochwertiges und wirtschaftlich effektives Headhunting eigentlich bedeutet. Im Gegenteil:  Auf dem Markt treiben sich leider zahlreiche „Scharlatane“  herum, die alles andere als seriös sind. Unser Ziel ist es, diese schwarzen Schafe mit Hilfe unseres Kodexes des guten Headhuntings abzustrafen.

Wie soll der Kodex im Detail entwickelt werden?
Wie bereits gesagt, möchten wir zunächst eine Studie in Auftrag geben, die den aktuellen Status Quo des Headhunting-Marktes erheben und analysieren soll. Auf Basis dieser Studienergebnisse wollen wir dann gemeinsam mit unseren Mitgliedern den Kodex erarbeiten, der die Anforderungen an ein modernes und effektives Headhunting zusammenfasst. Die Mitglieder wollen wir während unserer nächsten Mitgliederversammlung miteinbeziehen, in dem wir den zunächst vom Präsidium erarbeiteten Entwurf für den Kodex zur Diskussion stellen und zur Beschlussfassung vorlegen möchten.

Und wie wollen Sie der Initiative den nötigen Nachdruck verleihen?
Hierzu haben wir bereits einige Ideen, die wir an dieser Stelle aber noch nicht verraten möchten.

Welche Effekte versprechen Sie sich von dem Kodex?
Wir möchten mit dem Kodex mehr Licht in die derzeit noch schattigen Plätze bringen, um so den schwarzen Schafen auf dem Headhunting-Markt und ihren zwielichtigen Methoden entgegenzutreten. Nicht zuletzt hoffen wir auch, dass zukünftig unter Zuhilfenahme des Kodexes wirtschaftliche Schäden durch Fehlbesetzungen, die über Headhunter eingeleitet wurden, vermieden werden können.