Als Harzer noch Arbeit hatten: 3 ausgestorbene Berufe

21.02.2020  |  HRM-Online-Redaktion
Bremser, Harzer, Schopper: Diese Berufe sind ausgestorben.
© unsplash / Richard Horne

Nicht erst seit der Digitalisierung verschwinden Berufsbilder und Gewerbe – hätten Sie gewusst, womit Bremser, Harzer und Schopper ihr Brot verdienten?

Viele Beschäftigte fürchten, dass ihre Jobs durch den technischen Fortschritt automatisiert und damit überflüssig werden – und diese Sorge ist nicht ganz unberechtigt. Schon lange vor der Digitalisierung mussten einige Berufe das Zeitliche segnen und gerieten teilweise sogar vollkommen in Vergessenheit. Diese drei Berufsbilder lösen bei uns inzwischen ganz andere Assoziationen aus:

Der Harzer

Bei dem Wort „Harzer“ denken die meisten heute entweder an Käse oder an Hartz-IV-Empfänger:innen. Bis Anfang des 20. Jahrhunderts bezeichnete der Begriff aber noch arbeitende Menschen. Der Beruf des Harzers bestand darin, Harz aus Kiefern zu gewinnen und zu verarbeiten. Der Harzer entfernte dazu ein Stück Rinde und fing das ablaufende Harz auf, um daraus Pech, Teer oder Terpentin herzustellen. Weil man das Holz von „ausgebluteten“ Bäumen nicht mehr zum Bauen weiterverarbeiten konnten, waren Harzer und Förster meist große Feinde.

+++Sie bekommen von HR nicht genug? (heart) Dann melden Sie sich jetzt für unsere Newsletter an. Hier geht es zur Anmeldung!+++

Der Schopper, die Schopperin

Nein, die Arbeit des Schoppers hatte nichts mit gewerbsmäßigem Einkaufen zu tun. In der deutschsprachigen Donauregion nannte man so einen Schiffsbaumeister. Dessen Haupttätigkeit bestand darin, die Fugen der Bootsplanken zu stopfen, zu süddeutsch: sie zu schoppen. Damit machte man die Boote wasserfest. Schopperinnen dagegen hatten anders als ihre männlichen Kollegen mit Booten keinerlei Berührungspunkte. In der weiblichen Form bezeichnete der Begriff eine Krankenpflegerin, die Frauen im Wochenbett betreute.

Der Bremser

Wenn man in Unternehmen heute von „Bremsern“ spricht, meint man in der Regel Mitarbeiter:innen, die entweder unqualifiziert sind oder unmotiviert – oder durch ihre ständige Abwesenheit glänzen. Mit dem Beruf des Bremsers hat dies wenig zu tun. Denn dieser war zu Zeiten der Industrialisierung nicht nur unverzichtbar, sondern war auch verantwortungsvoll: Bremser brachten Eisenbahnen zum Stehen. Die Arbeit erforderte Geschick, schließlich musste nicht nur per Handkurbel die Lok gestoppt werden, sondern auch alle nachfolgenden Waggons, und zwar am besten gleichzeitig. Mitte der 1920er Jahre war es dann auch um diese Berufsgruppe geschehen, die Arbeit fiel der Entwicklung automatischer Bremssysteme anheim.