Datenskandal: Bundesagentur für Arbeit ändert Suchfunktion

23.08.2019  |  Senta Gekeler
Bei der Jobbörse der Bundesagentur für Arbeit werden die Anzeigen von privaten Vermittlern jetzt nicht mehr automatisch angezeigt
© Bundesagentur für Arbeit 2019

Um gegen Datenhändler vorzugehen, zeigt die Bundesagentur für Arbeit Stellenangebote von Vermittlern nicht mehr automatisch an. Welche Folgen hat das?

Anfang Mai 2019 hatte der Südwestrundfunk (SWR) einen Skandal in der Jobbörse der Bundesagentur für Arbeit (BA) aufgedeckt. Datenhändler hatten täglich tausende von Fake-Stellenangeboten geschaltet, um die Daten der Bewerber an Zeitarbeitsfirmen weiterzuverkaufen. Sie hatten sich dabei als private Arbeitsvermittler ausgegeben. Die betroffenen Anzeigen wurden daraufhin entfernt.

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Nun hat die Bundesagentur für Arbeit eine weitere Maßnahme getroffen, um Datenhändlern künftig das Handwerk zu legen. Wie der SWR am Mittwoch berichtet hat, zeigt die Jobbörse die Stellenangebote privater Arbeitsvermittler jetzt nur noch dann an, wenn Nutzer das entsprechende Häkchen setzen. Davor waren bei einer Suche alle verfügbaren Stellenangebote erschienen; Nutzern stand es erst in einem zweiten Schritt frei, die Angebote von Zeitarbeitsfirmen und privaten Arbeitsvermittlern herauszufiltern.

Die Bundesagentur für Arbeit begründete diese Änderung gegenüber dem SWR damit, dass Bewerber den Wunsch geäußert hatten, Stellenangebote von Vermittlern nicht angezeigt zu bekommen. Zudem hatten Experten nach dem Datenskandal mehr Transparenz gefordert. Bislang konnten Nutzer nicht unterscheiden, ob es sich bei einem Stellenangebot um eine von der BA betreute Anzeige handelt oder ob sie ein Unternehmen oder ein Vermittler selbst eingestellt hatte. Jetzt ist dies deutlich gekennzeichnet.

Arbeitsvermittler fürchten um ihre Existenz

Etwa ein Viertel der Inserate komme von privaten Vermittlungsagenturen, so das SWR. Für sie sei die BA einer der wichtigsten Kanäle. Dass ihre Anzeigen dort nicht mehr automatisch erscheinen, könne für viele das Ende bedeuten. Die Vermittler suchen im Auftrag von Firmen nach Bewerbern und erhalten dafür eine Provision.

Durch die neue Einstellung sei die Zahl ihrer Bewerber bereits „total zusammengebrochen“, erklärte der Inhaber einer großen Vermittlungsagentur dem SWR. Er hat gerichtliche Schritte gegenüber der Bundesagentur für Arbeit eingeleitet. Focus.de äußerte den Vorwurf,  das Problem der Fake-Angebote würde lediglich unter den Tisch gekehrt; man mache die risikoreicheren unbetreuten Anzeigen einfach unsichtbar, statt sie besser zu prüfen und effektiv gegen Datenhändler vorzugehen.