Carla Eysels Arbeitswelt

Carla Eysel, Vorständin Personal und Pflege an der Charité im Homeoffice
© Wiebke Peitz / Charité Universitätsmedizin Berlin

Carla Eysel ist Vorständin Personal und ­Pflege am ältesten Krankenhaus von Berlin, dem Universitätsklinikum Charité. Sie tritt ihren Posten mitten in der Pandemie an, hat aber durch die aktuelle Lage auch Walk-and-­Talk-Meetings für sich entdeckt.

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Mein Arbeitstag

Im Moment beginnt mein Tag mit der Vorbereitung auf eine Besprechung zur Pandemielage, die wir im erweiterten Vorstand täglich abhalten, um bestmöglich die Kommunikation zwischen allen Bereichen unseres Hauses sicherzustellen. Gerade in Krisenzeiten ist es wichtig, dass alle Beteiligten über denselben Wissensstand verfügen und schnell auf Veränderungen reagiert werden kann. In meiner Arbeitswoche sind fixe Termine für die Abstimmung mit meinem Team und im Vorstand eingeplant. Aber meine Tätigkeit ist auch geprägt von aktuellen Geschehnissen, wie spontanen Anfragen aus den Personalräten, beauftragten Vertretern und Vertreterinnen, es gibt auch manchmal Projekthindernisse, die ausgeräumt werden müssen, oder Mitarbeitende, die etwas Akutes auf dem Herzen haben. Um auch Phasen konzentrierten Arbeitens zur Erstellung von Konzepten, zum Lesen von neuen Gesetzesinitiativen oder aktueller Entwicklungen im Gesundheitsbereich zu ermöglichen, halte ich mir ein bis zwei Zeitfenster pro Woche frei.

Carla Eysel mit Mitarbeiterin
© Wiebke Peitz / Charité Universitätsmedizin Berlin

Onboarding in Corona-Zeiten

Dank meiner unglaublich engagierten Kolleginnen und Kollegen bin ich sehr gut angekommen. Sie haben sich trotz höchster Anspannung Zeit genommen, mich digital, aber dennoch unglaublich persönlich einzuarbeiten. Ich freue mich natürlich trotzdem darauf, nach der Pandemie einfach spontan mit dem Rad an andere Campi zu fahren , um dort auch einmal persönlich mit meinen Kollegen und Kolleginnen sprechen zu können. Und vor allem freue ich mich auf mein Praktikum auf einer Krankenstation, das ich leider pandemiebedingt verschieben musste. Ich will mir dann unbedingt vor Ort einen Eindruck vom Arbeitsalltag der Mitarbeitenden in der Krankenversorgung machen.

Smartphone

Mein Mobiltelefon ist mein Büro. Ich arbeite am meisten mit Outlook und Microsoft Teams und nutze zum Netzwerken Linkedin, bin aber auch neugierig auf Neues und habe daher privat einen Clubhouse Account.

Carla Eysel macht Mittagspause
© Wiebke Peitz / Charité Universitätsmedizin Berlin

Mittagspause

Wenn ich nicht im Homeoffice bin, gehe ich zur Pause eine Runde über den Campus und hole mir einen Milchkaffee – beim Laufen kann ich in Ruhe denken.

Homeoffice

Viele Kolleginnen und Kollegen sind aktuell im Homeoffice. Auf dem Weg zum Bäcker um die Ecke, wo ich mir zwischendrin etwas zu essen hole, treffen wir uns gelegentlich auf der Straße. Und ansonsten natürlich in den digitalen Meetings. Im normalen Alltag lege ich jedoch wert darauf, wichtige Gespräche persönlich zu führen. Persönlicher und auch digitaler Austausch ist inspirierend und unbedingt notwendig, um zu verstehen, was die anderen bewegt. Ich will das wissen! Zurzeit habe ich Walk and Talk für mich entdeckt – auf Abstand bei einem Spaziergang Themen besprechen. Das bringt alle inhaltlich weiter und Bewegung mit sich. Und macht ganz nebenbei wirklich Spaß.

Freizeit

Ich lese, backe, spiele normalerweise auch Tennis, tauche und snowboarde. Derzeit genieße ich aber auch, dass sich ganz neue Themen wie intensives Spazierengehen, Radeln oder Federball im Park für mich ergeben haben. Ich schätze das Wechselspiel zwischen intensiver Aktivität und konzentrierteren Ruhephasen, beruflich wie privat.

Carla Eysel hat im November 2020 die neu geschaffene Position des Vorstands Personal und Pflege an der Charité übernommen. Die Juristin war zuletzt CEO von Alba Europe. Carla Eysel verstärkt den Vorstand als fünftes Mitglied und vertritt insbesondere die Themen Gewinnung und Sicherung von Fachkräften. Sie hat in Regensburg und Tübingen Rechtswissenschaften sowie International Management an der University of East London studiert. Sie ist auf Arbeitsrecht und Arbeitspolitik spezialisiert. Die Charité ist das älteste Krankenhaus von Berlin und eine der größten Universitätskliniken Europas. Konzernweit hat die Charité 18.700 Beschäftigte und verfügt über 3.001 Betten.