Tschüss Jobfrust! So werden Sie zum Chef Ihrer Karriere

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(c) gettyimages/Westend61
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Viele Angestellte halten in ihren Jobs nur noch aus, gefangen in einer Spirale aus Frust und Veränderungsstarre. Wie Sie endlich wieder zum Chef Ihrer eigenen Karriere werden.

Die Mehrzahl der Angestellten im Land macht nur noch Dienst nach Vorschrift. Seit Jahren kommen Erhebungen zu ähnlichen Ergebnissen, die Deutschlands Arbeitnehmern chronisch mangelnde Identifikation mit ihren Jobs und ein ungesund hohes Frustrationsniveau attestieren.

Sie rappeln sich jeden Tag aufs Neue auf, drücken ihr dumpfes Bauchgefühl und viele andere schmerzhafte Signale des eigenen Körpers beiseite und erledigen im Hamsterrad des täglichen Wahnsinns pflichtgemäß ihre Arbeit. Sie verbünden sich jammernd mit ihren Lieblingskollegen, geben ihren Bossen, dem Management oder der Politik die Schuld an ihrer Misere und wünschten sich, schon gestern von der erlösenden Berufung gefunden worden zu sein.

Zwischen ihnen eine statistische Minderheit, die es vermeintlich geschafft hat: Aufstieg auf der Karriereleiter, ein vorbildlicher Chef, echtes Sinnerleben, Leidenschaft, Erfolg, Einfluss, Geld. Und einige wenige, die mutig sind, auszubrechen, um etwas für sich zum Positiven zu verändern.

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Was viele Arbeitnehmer aushalten lässt und warum es keine Lösung ist

Werfe ich einen Blick auf meine Klienten im Karriere-Coaching, dann höre ich häufig „In meinem Alter kann ich mir den Job doch nicht mehr aussuchen!“ oder sie fragen mich „Ist es heute denn nicht überall so schlimm?“. Mal ist es die scheinbar bequeme Opferrolle, in die sie mit der Zeit geschlüpft sind und die sie handlungsunfähig macht. Meist lähmen sie mehr oder weniger berechtigte Ängste vor Veränderung, gepaart mit dem fehlenden Glauben an sich selbst und an den Einfluss, wirklich noch etwas im Beruf und Leben gestalten zu können – und es auch zu dürfen.

Je mehr die Digitalisierung und der allgegenwärtig wahrnehmbare Wandel in der Arbeitswelt an Aufmerksamkeit gewinnen, umso stärker scheinen unkonkrete Horror-Szenarien die neugierige Lust auf neue Möglichkeiten zu dominieren. Am Ende siegen die alles übertönenden Stimmen in den Köpfen der Veränderung müde gewordenen Arbeitnehmer, die ihnen routiniert aus Gewohnheit einreden, lieber am sicheren Heute fest- und im Job weiter auszuhalten, als es gegen das unsicher gute Morgen zu tauschen.

Von außen betrachtet sind es die Organisationen, in denen sie feststecken, und die sie über Jahre so sehr geschwächt haben. In erster Linie sind es jedoch sie selbst, die einen belastend schleichenden Prozess unbewusst über sich haben ergehen lassen. Überforderung und dauerhaft zu hohe Arbeitsbelastung, die sie nur noch von heute bis morgen denken und alles erfolgreich verdrängen lassen, was übermorgen zählt. Oder dauerhafte Unterforderung, Langeweile und das Gefühl von Sinnlosigkeit im Beruf, die dazu geführt haben, das Bewusstsein über die eigenen Talente, Erfahrungen und Erfolge vollständig vergessen zu haben. Und es sind auch Eltern, Partner, Kollegen oder Freunde, deren Harmonie und Meinung bedeutender sind, als selbstverantwortlich die eigenen Bedürfnisse zu verfolgen.

Tschüss „Keine Zeit!“ – Schaffen Sie Freiräume zur Selbstreflexion

„Mir fehlt die Zeit, um mir über meine Zukunft Gedanken zu machen“, bekomme ich oft als schnelle Ausrede zu hören. Mal ehrlich, in wie vielen Meetings sitzen Sie jede Woche über Stunden, in den Sie nichts zu sagen und zu suchen haben? Wie viel Zeit vergeuden Sie mit kollegialem Jammern, flüchtigem Flurfunk, politischen Machtspielchen und fachlichen Themen, die nicht Ihre sind? Wie viel Zeit investieren Sie in die Suche nach Schuldigen, anstatt sofort an Lösungen zu arbeiten? Wie viel Arbeit erledigen Sie als Führungskraft und heimlich bester Mitarbeiter Ihres Teams selbst, anstatt effizient zu delegieren?

Sie werden überrascht sein, wie viel Zeit Sie ohne Gefahr für neue Freiräume finden, sobald Sie beginnen, sich bewusst hierfür zu entscheiden. Mehr Zeit für die ehrliche Beschäftigung mit sich selbst und dem, was heute und in den nächsten Jahren für Sie wirklich wichtig ist. Zeit zum Blick weiten für kreative Entdeckungsreisen in der Welt der heutigen Karriere- und Entwicklungsmöglichkeiten. Zeit zur Recherche, zum gezielten Netzwerken und Sammeln von Informationen, die Ihnen in der Veränderung die Sicherheit geben, die Sie benötigen.

Tschüss „Keine Ahnung!“ – Schaffen Sie Klarheit über Ihre Werte und Ziele

Für ausnahmslos alle Angestellten, die höchst frustriert zu mir in die Beratung kommen, gilt, dass das, was ihnen im Beruf inzwischen wirklich wichtig ist, in ihren aktuellen Positionen schon lange nicht mehr erfüllt ist. Es geht um das eigene Bewusstsein darüber, was Arbeit individuell wertvoll macht, um Ihre persönlichen Ziele der nächsten Jahre sowie auch um das passende Arbeitsumfeld, das Identifikation, Motivation und Leistung erst ermöglicht.

Ohne diese eigene Klarheit ist Veränderung nur Glücksspiel und blindes Stochern im Nebel. Entscheiden Sie selbst, wie viel Klarheit, Wissen und Orientierung Sie benötigen, um nicht nur gute Entscheidungen über Ihre nächsten beruflichen Schritte zu treffen, sondern auch echte Lust zu entwickeln, Ihren Plan zur Veränderung gezielt anzugehen. Vielleicht suchen Sie sich auch geeignete Sparringspartner, mit denen Sie offen über Ihre Gedanken sprechen können und die Ihnen Feedback sowie neue Impulse geben, ohne Sie in eine Richtung zu drängen.

Tschüss „Keine Chance!“ – Übernehmen Sie Selbstverantwortung

„Ich arbeite hier nur, ich bin nicht verantwortlich“, antwortete mir neulich der Mitarbeiter einer Kunden-Hotline auf mein Anliegen. Ein Trend, den ich vermehrt auch in der Arbeit mit Führungskräften und ihren Teams beobachte: Die Bereitschaft, Verantwortung zu übernehmen, scheint selbst über die jungen Generationen hinaus akut vom Aussterben bedroht zu sein. Zum Chef Ihrer eigenen Karriere können Sie jedoch nur werden, wenn Sie sich dafür entscheiden und daran arbeiten, die volle Verantwortung für Ihr Denken und Handeln zu übernehmen.

Haben Sie wirklich Lust, sich das alles für mehr Freude und Zufriedenheit im Beruf anzutun? Ach was, Sie sind ja der Chef!

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