Commerzbank beschließt Ulrich Siebers Abgang

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Der Streit um die Verkleinerung des Commerzbank-Vorstandes ist vorläufig entschieden. Für Personalvorstand und Arbeitsdirektor Ulrich Sieber naht damit der Abschied. Akzeptieren will dieser das aber noch nicht.

Am Dienstag hat der Aufsichtsrat der Commerzbank AG nun doch entschieden, das Vorstandsgremium des Geldhauses von neun auf sieben Mitglieder zu verkleinern. Damit müssen Personalvorstand und Arbeitsdirektor Ulrich Sieber und Jochen Klösges, der zusammen mit Sieber den Bereich Non-Core Assets verantwortete, ihre Vorstandsposten zum Ende des Jahres räumen. Die Entscheidung war lange Zeit umstritten.

Mitte Oktober scheiterten die Schrumpfungspläne von Bankchef Martin Blessing und Aufsichtsratschef Klaus-Peter Müller zunächst am Veto der Arbeitnehmervertreter im Aufsichtsrat. Diese störten sich Medienberichten zufolge vor allem an dem Gedanken, dass Ulrich Siebers Funktion als Personalchef künftig von einem der verbleibenden Vorstände nebenbei erledigt werden würde. Zudem gab es Vorbehalte der Bundesregierung gegen eine gütliche Einigung mit beiden Vorständen und die Höhe einer entsprechenden Abfindung. Vor gut eineinhalb Jahren waren die Verträge beider Vorstände noch bis 2017 verlängert worden. Für Ulrich Sieber selbst, der seit 2009 im Vorstand des Geldhauses sitzt, ist die Sache noch nicht abschließend geklärt. Der 47-Jährige will nun gegen die Entscheidung des Aufsichtsrats vorgehen, wie es weiter heißt. Fehlentscheidungen, die eine Abberufung gerechtfertigt hätten, konnten Sieber nicht zur Last gelegt werden.

Im Fall von Jochen Klösges ist die Lage weniger problematisch. Er tritt zum 1. April in die Geschäftsleitung der E.R. Capital Holding ein und übernimmt zunächst die Funktion des Chief Operating Officers und zum Mai die des Chief Executive Officers. E.R. Capital ist eine Finanzholding mit rund 4.600 Mitarbeitern und ist vor allem im Reederei-Geschäft tätig.

Nach Aussage der Commerzbank trägt die Verkleinerung des Vorstandes dem Sparkurs der Bank Rechnung, der auch einen Abbau von Arbeitsplätzen beinhaltet. In Medienberichten war von über 5.000 Stellen die Rede. Wer künftig auf Vorstandsebene den Bereich Human Resources und damit auch die Funktion des Arbeitsdirektors verantworten wird, soll in den kommenden Wochen entschieden werden, heißt es seitens des Unternehmens.