Verzweifelt gestran­det: Personaler sitzt im Ausland fest

Wegen der Corona-Krise werden Flüge abgesagt; Personaler Sebastian Pitschner-Finn ist mit seiner Familie auf Weltreise gestrandet.
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Sebastian Pitschner-Finn reist während der Elternzeit mit seiner Familie um die Welt. Dann kam die Corona-Krise. Protokoll eines Rückkehrversuchs

Unsere Reise sollte eigentlich noch drei Monate dauern und uns über Singapur nach Malaysia und schließlich nach Bangkok führen. Nach den neusten Entwicklungen stecken wir ganz schön in der Klemme. Wir hatten uns vor ein paar Tagen entschieden von Neuseeland auf die Fidschi-Inseln zu fliegen, weil wir gehofft haben, dass wir den Höhepunkt dort aussitzen können und bald wieder Flüge nach Deutschland zurückgehen.

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Nachdem wir auf Fidschi angekommen waren, hat sich unsere Lage mit dem ersten Corona-Fall schnell und dramatisch geändert. Das Militär hat eine Hälfte der Insel abgeriegelt, alle Touristen dürfen ihre Unterkunft nicht mehr verlassen. Uns wurde geraten die Insel zu verlassen, bevor die Grenze geschlossen wird.

Jetzt stecken wir auf Fidschi fest und verbringen unsere Tage mit der Suche nach einem Flug zurück nach Deutschland. Wir haben schon mehrere Flüge über verschiedene Routen gebucht, die dann durch neue Entwicklung wieder hinfällig waren.

Mittlerweile haben wir leider keine Chance mehr, auf regulärem Weg nach Deutschland zu kommen. Die letzte Möglichkeit war, über Australien und Abu Dhabi zu fliegen. Dazu brauchten wir eine Sondergenehmigung für den Transit in Australien, aber jetzt haben die Arabischen Emirate Ihre Flughäfen komplett geschlossen. Wir hoffen nun auf das Rückholprogramm der Bundesregierung, aber selbst dann müssen wir noch mit dem Taxi sechs Stunden durch Straßensperren zum Flughafen.

Und wenn wir es nach Hause schaffen, wäre es dort auch nicht einfach, denn unsere Wohnung ist noch bis Ende Mai vermietet.

Bei unseren Bemühungen nach Hause zu kommen ist mir wieder einmal bewusst geworden, wie wichtig Menschen sind. Menschen, die uns hier auf Fidschi in der Isolation versorgen, die uns helfen doch noch einen Flug zu bekommen, die über Genehmigungen entscheiden und die uns von zu Hause Mut machen. Ich bin froh, Personaler zu sein und mich schon bald wieder um die wichtigste Ressource des Unternehmens kümmern zu können: Menschen.

Protokoll: Hannah Petersohn

Personaler Sebastian Pitschner-Finn ist mit seiner Familie in der Elternzeit auf Weltreise. Dann kam die Corona-Krise,.
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Sebastian Pitschner-Finn ist Personaler und reist während der Elternzeit mit seiner Familie um die Welt. In einem Beitrag für die kommende Printausgabe des HRM beschreibt er, warum  Angestellte gerade während der Elternzeit Kompetenzen erwerben können, die sie im Job dringend benötigen.