Die HR Community mit Ideen bereichern

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Esther Loidl, Foto: Johannes Vogt
Esther Loidl, Foto: Johannes Vogt

Am 24. November werden in Berlin die sechsten HR Excellence Awards vergeben. Die Einreichungsphase ist im vollen Gange. Wir haben mit der Juryvorsitzenden Esther Loidl von Freudenberg über ihre Erwartungen, Inspirationen und die Neuerungen des Awards gesprochen.

Die Einreichungsphase für die diesjährigen HR Excellence Awards läuft. Bis zum 14. September haben HR-Teams noch Gelegenheit, ihre Konzepte und Ideen einzureichen und Teil dieses spannenden Awards zu werden und die Community zu inspirieren. In diesem Jahr wird die Jury aus HR-Experten von Esther Loidl und Thomas Teetz geführt, die den jährlich wechselnden Juryvorsitz übernommen haben. Hierüber haben wir mit einmal mit Esther Loidl gesprochen.

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Sven Pauleweit

Frau Loidl, Sie haben in diesem Jahr zusammen mit Thomas Teetz den Juryvorsitz der HR Excellence Awards übernommen. Welche Aufgaben kommen da auf Sie beide zu?

Es geht darum, die Gruppe der Juroren zu koordinieren und auf ihre Aufgabe einzustimmen und dafür zu sorgen, dass wir wirklich die besten unter den zahlreichen Einsendungen auswählen. Und dann sind wir natürlich auch am Abend bei der Preisverleihung dabei.

Sven Pauleweit

Es gehen jedes Jahr sehr viele Einreichungen ein. Ich stelle es mir schwierig vor zu unterscheiden, gerade zwischen kleinen und großen Projekten mit entsprechenden Budgets.

Aber genau das macht diesen Award und die Arbeit in der Jury so spannend. Ich bin von Anfang an mit dabei. Es ist wirklich schön zusehen, mit welchen tollen Ideen sich auch kleinere Unternehmen, zum Teil kleine Handwerksbetriebe, bewerben. Wie diese Unternehmen mit sehr kreativen Ansätzen an Fragestellungen herangehen, die durchaus als Best Practice für ein großes Unternehmen interessant sein können, das ist wirklich inspirierend.

Sven Pauleweit

Sie haben es gerade angesprochen, Sie sind von Anfang an dabei. Es sind inzwischen nun schon die sechsten Awards. Welches Resümee ziehen Sie aus dieser Zeit?

Von Jahr zu Jahr verbessert sich die Qualität der Einreichungen. Es werden immer anspruchsvollere Themen eingebracht. Ich beobachte ebenfalls Trends, die sich im Bereich HR immer wieder neu entwickeln und Schwerpunkte die sich dabei herausbilden. Das lässt sich klar in der Art der Einreichungen und der Ideen ablesen. In jüngerer Zeit geht es beispielsweise mehr um Digitalisierung. Andere „klassische“ Themen sind beispielsweise das Personalmarketing. Aber auch hier ist der Trend zu digitalen Medien deutlich erkennbar.

Sven Pauleweit

Man könnte die Einreichungen als Gradmesser für das Knowhow der HR-Abteilungen in Deutschland sehen. Hat sich hier jenseits der gerade angesprochenen Trends in den vergangenen Jahren etwas getan in Sachen Professionalisierung?

Auf jeden Fall. Klar erkennbar ist, dass sich nicht nur große Konzerne immer stärker professionalisieren, sondern zunehmend ebenso kleinere und mittlere Unternehmen. Die gehen mit tollen Projekten in diesen Award, die nicht nur spontane Ideen sind, sondern durchdachte und sehr strategisch ausgerichtete Personalkonzepte.

Sven Pauleweit

Sie sind für Freudenberg sehr viel international unterwegs. Wie schneiden unsere Personalabteilungen im internationalen Vergleich ab? Sind wir auf der Höhe der Zeit?

Die deutschen und die österreichischen Personalabteilungen meinen Sie? (lacht). Ja, das denke ich schon. Wir haben sicherlich andere Schwerpunkte und unterschiedliche Unternehmen, die an dem Wettbewerb teilnehmen. Es sind Konzerne bzw. Konglomerate dabei, die global unterwegs sind. Und dann haben wir Bewerber mit ausschließlich regionalem oder sogar lokalem Fokus. Die Schwerpunkte variieren, aber  die deutschsprachigen Personaler stehen ihren internationalen Kollegen in nichts nach.

Sven Pauleweit

Hat Sie während Ihrer Zeit in der Jury etwas nachhaltig beeindruck. Gab es einen Wow-Moment?

Es gibt immer wieder beeindruckende Ideen, die einen im eigenen beruflichen Alltag inspirieren auch mal mehr Mut zu haben und etwas Ungewöhnliches auszuprobieren. Ich kann jetzt kein besonderes Projekt herausgreifen, aber es gab immer wieder diese Momente wo ich dachte: „Wow, das ist toll. So etwas würde ich gerne bei Freudenberg ausprobieren.“

Sven Pauleweit

Haben Sie für sich selbst Knowhow-Inspiration gefunden?

Ja, klar, ständig. Es macht großen Spaß, sich die Bewerbungsunterlagen in der ersten Phase des Awards anzuschauen und anhand unseres Bewertungskatalogs zu bewerten. Sehr inspirierend ist es außerdem, die Teams, die in die engere Auswahl kommen, in der Live-Präsentation zu erleben und dabei immer wieder engagierte, motivierte und kreative Personaler kennenzulernen.

Sven Pauleweit

In der Präsentationsphase gibt es eine Neuerung. Die Jury vergibt dieses Jahr Wildcards. Was genau hat es damit auf sich?

Ja, das ist richtig. Es gibt insgesamt sieben Wildcards, die unter allen nominierten Unternehmen  vergeben werden. Die Wildcard-Gewinner können dann jeweils ein Jurymitglied stellen, das bei den Live Pitches dabei sein kann. Da die Präsentationen weiterhin „for Jury eyes only“ bleiben, haben wir mit der Wildcard eine spannende Möglichkeit für die Nominierten geschaffen, einen exklusiven Einblick hinter die Kulissen zu bekommen.

Sven Pauleweit

Es wird in diesem Jahr erstmals auch ein Award für die Personalberatung des Jahres vergeben. Was macht aus Ihrer Sicht eine Personalberatung preiswürdig?

Ich finde es wichtig, dass eine Beratung neben einem fundierten theoretischen Konzept es auch schafft, mit diesem Konzept den Bedürfnissen des Unternehmens entgegenzukommen. Es ist für uns allerdings schwer, das aus der Peripherie heraus zu bewerten. Daher bin ich schon sehr gespannt auf die Einreichungen und die Diskussionen in der Jury.

Sven Pauleweit

Wie können Kandidaten aus dem Wettbewerb das meiste für sich selbst mitnehmen?

Die Teilnehmer sind in diesem Wettbewerb ja gezwungen, bei einer Idee, die sie selbst toll finden, zu überlegen, wie diese Idee auch für andere Unternehmen interessant sein könnte. Ich denke, es ist gar nicht so einfach, ein Projekt, an dem man Monate oder vielleicht sogar Jahre gearbeitet hat, dann auch kurz und knackig zusammenzustellen und in kürzester Zeit sozusagen einen guten Pitch hinzulegen – sowohl schriftlich, als auch in den Präsentationen. Das hilft sicherlich, sich auch selbst noch einmal zu kalibrieren. Auf der anderen Seite bekommt man, wenn man dann in die engere Auswahl kommt, auch außerhalb des eigenen Unternehmens Wertschätzung für eine tolle Initiative im HR-Bereich.

Sven Pauleweit

Mit welcher Erwartung gehen Sie selbst an den diesjährigen Award?

Meine Erwartung ist, dass wir wieder tolle neue Projekte zu sehen bekommen und dass wir Unternehmen kennenlernen werden, die mit ihren Initiativen im Personalbereich uns als HR-Community bereichern.

Sven Pauleweit

Sind Sie auf eine Kategorie besonders gespannt?

Ich habe da keine besonderen Vorlieben. Mir macht die Breite des Awards besonders viel Spaß, dass er eben nicht nur auf Personalmarketing und Co. ausgelegt ist, sondern wir wirklich eine breite Auswahl von HR-Kategorien und Themen haben. Und es ist immer wieder spannend, auch in Kategorien, die erst einmal nicht so aufregend klingen, tolle neue Ideen zu sehen.