Die Top-3-Gedächtnistechniken

Drei Techniken des Gedächtnisweltmeisters
© gettyimages / AndreyPopov

Boris Konrad ist Weltmeister im Gedächtnissport. Er sagt, ein gutes Gedächtnis kann sich jeder antrainieren und stellt drei Techniken vor.

„Sie vergessen bestimmt nie etwas!“, sagte einmal eine Fernsehredakteurin zu mir. „Doch, natürlich“, war meine Antwort. „Zum Glück!“ Natürlich vergesse ich, und das ist auch gut so. Ungünstig ist es nur, wenn das in den falschen Momenten passiert. Als Gedächtnissportler habe ich mein Gedächtnis bis zur Höchstleistung trainiert, um Turniere zu gewinnen und Weltrekorde aufzustellen. Viele überrascht es, dass wir unser Gedächtnis mithilfe von Gedächtnistechniken enorm verbessern können. Wir kriegen von der Natur unser Gehirn, aber warum dann nicht auch die Anleitung?

Fakt ist: Wir haben ein sehr gutes Gedächtnis für Bilder, Erlebnisse, Emotionen oder Orte. Aber nicht für Namen, Fakten oder Meeting-Inhalte. Wenn Sie Letztere aber mit Bildern verbinden und bewusst Verknüpfungen herstellen, erinnern Sie sich auch daran! Ihr Bildgedächtnis will trainiert werden und das geht am besten mithilfe von Gedächtnistechniken.

Normalerweise braucht man mindestens einen Tag Zeit, um diese Gedächtnistechniken intensiv zu erlernen. Meine drei besten möchte ich hier dennoch mit Ihnen teilen. Versuchen Sie, die Techniken mehrmals anzuwenden. Etwas Training ist nötig, dann aber sind großartige Verbesserungen der Gedächtnisleistung für jeden möglich.

+++ Dieser Beitrag erschien zuerst in unserem Printmagazin Human Resources Manager. (heart) Eine Übersicht der Ausgaben erhalten Sie hier. +++

Wandeln Sie Namen und Fachwörter in Bilder um

Diese Methode heißt: Schlüsselwortmethode. Um sich zum Beispiel an Namen von neuen Kollegen zu erinnern, empfehle ich Ihnen, sich ein Bild für den Namen zu suchen und sich dieses Bild vorzustellen. Herrn Fischer sehe ich beim Angeln, Frau Balinkoff einen Ball in einen Koffer legen. Auch beim Lernen von Fremdsprachen oder Fachinhalten bewirken Bilder beinahe Wunder: „Assessment“ heißt Beurteilung? Dann stelle ich mir vor, wie ich mich mit dem Beurteilungsbogen auf einen Sessel setze und beim Ausfüllen Mentos lutsche.

Benutzen Sie die Routenmethode

Diese Technik, auch als Loci-Technik nach dem lateinischen Wort „Locus“ für „Ort“ bekannt, ist so alt wie nützlich und Grundlage fast aller Gedächtnisrekorde. Mit ihrer Hilfe werden Lerninhalte in eine fiktive Struktur gebracht und miteinander verknüpft. So eine Route beinhaltet vertraute Orte wie den Arbeitsweg oder den eigenen Flur. Darauf lege ich dann im Geist Bilder von den Dingen, an die ich mich erinnern möchte. Wichtig ist, dass die Wege gut vorbereitet sind. Wenn Sie diese verwenden wollen, etwa um auch eine längere Präsentation frei zu halten oder auf der Messe die Details der Neuheiten im Kopf zu haben, darf der Weg keine Mühe kosten. Der Lohn: Neue Inhalte werden im Langzeitgedächtnis gespeichert, wie Untersuchungen mit Kernspintomografen gezeigt haben.

Testen Sie sich selbst, oft und früh

Wenn Sie einen Artikel im Printmagazin Human Resources Manager lesen, fragen Sie sich nach dem Artikel kurz: „Was habe ich gerade gelesen?“, und beantworten Sie sich diese Frage auch, bevor Sie zum nächsten Beitrag blättern. Oder Sie versuchen sich nach einem Meeting an die Namen der Personen zu erinnern, die Sie gerade getroffen haben.