Der Berg ruft: Gruppenanstieg zum Digital Marketing-Gipfel

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(c) gettyimages / orla
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Für die einen ist es Fortbildung, für andere eine Expedition. Allianz Global Investors schickten ihre Marketing-Teams zum Gipfelsturm. Was war da passiert?

Bergsteiger wissen: Über die eigenen Grenzen zu gehen, das ist Teil des Jobs. Nicht nur der Gipfel, auch der Weg ist das Ziel, die vielen kleinen Erfolge auf dem Anstieg halten die Motivation hoch. Und: Die eigene Fitness gilt es zu steigern, vor allem die Ausdauer. Um diese Fitness, aus der sich Selbstvertrauen – nicht nur am Berg – speist, ging es auch bei der „Digital Marketing Expedition“ (#DME) der Allianz Global Investors (AllianzGI).

Die #DME fand von April bis Oktober 2018 statt. Das Ziel des Gipfelsturms: Die Teilnehmer für die Rolle als Botschafter für Digital Marketing und Change im Unternehmen fit zu machen. Avado Learning, unterstützt durch die Kommunikationsagentur RCKT, hatte das Blended-Learning-Programm für AllianzGI entwickelt und umgesetzt. Dieses wurde auf den HR Excellence Awards 2018 in der Kategorie „Mitarbeiterentwicklung“ prämiert. Wir haben mit Gerda Hermann, Allianz Global Investors, und Kirsten Buhrmester, Avado Learning, gesprochen

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Die #DME wurde als „alpine“ Learning Journey aufgelegt. Wie kam denn dieses Konzept bei den potenziellen „Expeditionsteilnehmern“ an?

Gerda Hermann: Bild und Konzept passten zur #DME – zum einen der Blick auf das zu absolvierende Pensum. Immerhin ging es darum, rund 70 Allianz-Global-Investors-Mitarbeiter aus Marketing und angrenzenden Bereichen aus fünf EMEA-Ländern über ein sechsmonatiges Programm fit für das Digital Marketing zu machen. Zum anderen passte die alpine Learning Journey, aber auch das Ziel, dass die Teilnehmer die #DME als Team bewältigen sollten. Die Rückmeldungen zeigen, dass die #DME zu einer Art Gipfelsturm-Bewegung geworden ist. Sie hat unseren Teilnehmern völlig neue Horizonte eröffnet.

Wie gingen Sie bei der Vorbereitung und Umsetzung der #DME vor? Wie lief der Gipfelanstieg ab?

Kirsten Buhrmester: Alle Bausteine der 29-wöchigen On-the-Job-Weiterbildung legen großen Wert auf selbstständiges und kollaboratives Lernen, sind eng miteinander verzahnt und verfügen über eine kommunikative Klammer. Uns ist es wichtig, dass das Programm nicht nur die Kompetenzen der Mitarbeiter steigert, sondern auch den Change im Marketing als etwas Positives hervorhebt und die #DME als Privileg promotet. Die Lerner nehmen sowohl an Online-Sessions auf dem virtuellen Campus als auch an Präsenzveranstaltungen teil. Ergänzend finden Gruppenarbeiten mit Bezug zu geplanten Kampagnen aus dem Unternehmen statt. Mithilfe des neu erworbenen Wissens, erweiterter digitaler Fähigkeiten und Methoden blicken die Lerner über den Tellerrand ihrer jeweiligen Job-Position. So machen sie sich fit für eine neue Ära im Digital Marketing und gewinnen gleichzeitig das dafür erforderliche Selbstvertrauen.

Bleiben wir bei der Bergsteiger-Metapher: Normalerweise richtet sich beim Gruppenbergsteigen das Gehtempo nach dem Leistungsvermögen der schwächeren Teilnehmer. Wie war der Gruppenanstieg bei der #DME organisiert?

Buhrmester: Wir haben bewusst zwei Lernreisen konzipiert, unter denen die Teilnehmer frei wählen konnten. Die „Mountain Pioneers“ mit durchschnittlich zwei Wochenstunden Zeitaufwand wählten einerseits einen Bitsized-Learning-Ansatz. Dieser speist sich aus unserem Programm „Dot Native“, ist rund um die Uhr flexibel verfügbar und auf dem virtuellen Campus mit Live Classes und Online-Foren verknüpft. Andererseits durchliefen die „Peak Sprinter“ das virtuelle, preisgekrönte und mit Google entwickelte Programm „Squared Online“. Mit durchschnittlich acht Wochenstunden eigneten sie sich tiefergehende Digital-Marketing-Fähigkeiten und damit intensivere -Erfahrungen an.

Stichwort „Sicherheit am Berg“: Welche Faktoren sicherten einen erfolgreichen Aufstieg (= Lernerfolg) bei dem Programm? Was wurde besonders gut angenommen?

Buhrmester: Den Gipfelsturm der #DME haben wir bewusst agil und offen für Anpassungen aufgesetzt. Änderungen während der Programmlaufzeit gingen gezielt und agil auf konkrete Teilnehmer-Feedbacks, Rückfragen und Diskussionen auf dem virtuellen Campus und den Face2Face-Sessions ein. Zudem legen wir besonderen Wert auf ein interaktives und kollaboratives Momentum – etwa bei den Gruppenarbeiten oder bei Rückfragen an die Dozenten während der Live Classes.

Die Teilnehmer sollen als Botschafter für Digital Marketing und Change im Unternehmen wirken. Wie unterstützt AllianzGI diese Mitarbeiter bei deren zukünftigen Aufgabe?

Hermann: Wenn fast fünf Prozent unserer Belegschaft in Europa ein derart intensives Programm durchlaufen, zieht dies eine beträchtliche Aufmerksamkeit nach sich und strahlt aus. Wir haben die #DME bewusst nicht als „Marketing-Silo“ durchgeführt, sondern Kolleginnen und Kollegen aus benachbarten Bereichen wie IT und Communications hinzugenommen. Schließlich war uns die Praxisrelevanz sehr wichtig – dass die Arbeitsgruppen an konkreten AllianzGI-Projekten arbeiteten. Jetzt bauen wir bei der Tagesarbeit systematisch auf den Grundsteinen der #DME auf.

Was sind die Lessons Learned aus der #DME?

Hermann: Der Erfolg der #DME zeigt uns erstens, dass sich ein ganzer Bereich motivieren lässt, gemeinsam auf ein Ziel hinzuarbeiten und dabei die Kompetenzen aller Teilnehmer zu erhöhen. Zweitens ist uns während der Learning Journey klarer geworden, in welche Bereiche wir mehr Ressourcen stecken müssen – etwa bei der Verfügbarkeit von Daten und deren zielgerichteter Nutzung. Drittens war die praxisnahe und auf AllianzGI zugeschnittene Projektarbeit erfolgskritisch: Damit konnten wir die Motivation und Euphorie am #DME-Gipfelkreuz in die Tagesarbeit überführen.

Die Gesprächspartnerinnen:

  • Gerda Hermann, Managing Director und Head of Retail Marketing EMEA bei Allianz Global Investors, Frankfurt am Main, ist Sponsorin der #DME.
  • Kirsten Buhrmester, Director Corporate Development DACH bei Avado Learning, Hamburg, hat die #DME maßgeblich mitkonzipiert.

Unser Redakteur Helge Weinberg klettert in seiner freien Zeit auf große und kleine Berge (Hamburgs „Hausberg“ ist immerhin 116 Meter hoch). Das Konzept der #DME sprach ihn spontan an.