Digitalisierung ist HR-Thema Nummer 1

| |
Foto: Getty Images / Luis Alvarez
Foto: Getty Images / Luis Alvarez

Welch hohen Stellenwert Digitalisierung auch in HR einnimmt, ist den Führungskräften internationaler Großunternehmen uneingeschränkt klar. Die Umsetzung macht eher Probleme – die Hälfte der Unternehmen sehen gravierende Mängel bei der Einführung.

Digitale Transformation und die Nutzung der daraus resultierenden Vorteile sind bei Global Playern im Fokus, gerade auch im Personalwesen. 82 Prozent der befragten Führungskräfte der aktuellen Hackett HR Studie gehen davon aus, dass Digitalisierung fundamentale Auswirkungen auf das Geschäftsmodell haben wird. Die Mehrheit der Führungskräfte hat eine digitale HR Strategie in Umsetzung, wobei die Bereiche externen Talentrekrutierung und internes Talentmanagement nach wie vor die größten Herausforderungen für eine erfolgreiche Umsetzung sind. Nur ca. 40 Prozent der Verantwortlichen sieht sich dabei gut gerüstet.

Dieses differenzierte Bild liefert die aktuelle HR-Studie der Hackett Group The CHRO Agenda: Enabling Enterprise Digital Transformation Takes Center Stage. Für die Studie hat The Hackett Group knapp 200 Führungskräfte im Personalumfeld internationaler Großunternehmen mit einem Jahresumsatz von mindestens einer Milliarde US-Dollar befragt; ein gutes Drittel davon europäische Unternehmen, darunter auch führende DAX 30 Unternehmen.

Grafik: The Hackett Group

Vor allem mit diesen besonderen Herausforderungen sehen sich die Personalabteilungen konfrontiert, wie die Hackett-Studie zeigt:

  1. Der Erfassung, der Analyse und der Prognose von Human Capital Daten: Dazu fehlen den meisten Unternehmen nach wie vor die nötigen Skills, Instrumentarien, Technologien und IT-Strukturen.
  2. Der erforderlichen Flexibilität und Agilität: Viele der untersuchten Unternehmen können den veränderten Bedingungen von Kostenstrukturen, Dienstleistungs-Mix und Wertschöpfung nicht schnell und tiefgreifend genug nachkommen.

Unbestreitbar ist zudem, dass der Digitalisierungsprozess heftige Auswirkungen haben wird, was die Beschäftigungssituation angeht. Das belegt die unlängst vorgestellte Hackett-Studie Sizing the Digital Transformation Opportunity and its Impact on Business Services Jobs: Danach werden die untersuchten Unternehmen in Westeuropa und Deutschland durch Technologien wie Robotics Process Automation (RPA), Advanced Analytics, Cloud-basierte Systeme und Offshoring im Bereich Human Resources mehr als 20 Prozent der Jobs bis 2022 einsparen.

Vor allem transaktionale Prozesse werden während der kommenden fünf Jahre weitestgehend automatisiert – damit verschwinden zahlreiche Arbeitsplätze. Die gute Nachricht ist, dass gleichzeitig mehr und mehr strategische, analytische und planerische Fähigkeiten und Talente im Kontext von „smart data“ und „business intelligence“ benötigt werden. Nicht zuletzt, um die digitale Transformation selbst effizient zu steuern.

Daher gibt es viel zu tun, was Ausbildung und Talent Management der HR angeht. Bei der Digitalisierung spielt der menschliche Faktor eine mindestens so große Rolle wie die neuen Technologien. Das Problem dabei: Das erforderliche Personal mit relevanten Fähigkeiten und Kompetenzen ist derzeit unzureichend verfügbar und muss konsequent ausgebildet und gefördert werden. Wettbewerbskritisch wird für die Unternehmen sein, wie konsequent und zügig sie Zugang zu externen Talenten herstellen und  diese rekrutieren und halten können. Denn es ist davon auszugehen, dass nicht alle Positionen intern besetzt werden können.

 

Weiterbildungen zum Thema Personalmanagement und Digitale Transformation