Welche neuen Jobs entstehen durch die Digitalisierung?

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(c) gettyimages/monkeybusinessimages
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Eine Web-Studie von SEMrush analysiert Online-Suchanfragen und zeigt, welche Jobs wo in Deutschland am Kommen sind und welche Branchen das betrifft.

Im Zuge der Digitalisierung bewegen wir uns in Richtung Work 4.0 oder New Work. Dadurch verändern sich einige Jobs verändern, andere fallen sogar ganz weg. Das betrifft fast alle Branchen: Retail, Bank- und Versicherungswesen, das Transportwesen, Verwaltung und Landwirtschaft, um nur einige zu nennen; auch in traditionellen Branchen wird es demnach neue Berufsbilder geben. Eine Web-Studie des Online-Marketing-Toolanbieters SEMrush zur Entwicklung der Arbeitswelt hat dabei folgende Trendberufe ermittelt.

Data Scientists bringen Sinn in die neugewonnene Datenflut

Ein noch recht neuer Beruf, der erst durch die Digitalisierung entstanden ist, ist der des Data Scientists. Die Flut an Daten, die wir nun mithilfe von digitalen Helfern sammeln können, hilft nichts, wenn wir damit nichts anfangen können. Data Scientists sind vor allem dort gefragt, wo viele Daten entstehen – logisch. Daher ist es nicht verwunderlich, dass das Suchvolumen nach „Data Scientists“ seit 2014 um 677 Prozent gestiegen ist, und das vor allem in den Kreativ-Metropolen Hamburg und Berlin. Data Scientists generieren brauchbare Informationen aus riesigen Datenmengen und beraten die Führungsebene, wie diese Erkenntnisse gewinnbringend umgesetzt werden können. Sie benötigen analytisches Denkvermögen, Kommunikationsfähigkeit und Wirtschaftskenntnisse.

Trendberuf Drohnenpilot – Maschinenbauingenieur 2.0

Zu den neuen Berufen, deren Nachfrage sich im Internet in den letzten vier Jahren fast verdoppelt hat, gehört auch der des Drohnenpilots. Man kann ihn sich als eine Weiterentwicklung des Maschinenbauingenieurs vorstellen, der nun aber Drohnen steuert und verantwortet. Noch ist das Berufsbild „Neuland“; während die Bundeswehr schon Stellen für Drohnenpiloten ausschreibt, hat die Bundesagentur für Arbeit diesen Beruf noch nicht in ihr Verzeichnis aufgenommen. Laut der Studie ist das Suchvolumen für „Drohnenpilot“ mit 80 Anfragen pro Monat noch recht gering, aber die branchenübergreifenden Einsatzmöglichkeiten lassen ein enormes Wachstumspotenzial erkennen. Am meisten wird der Begriff derzeit in Düsseldorf und Dresden gesucht, die Brandenburger sind interessierter am Beruf als die Berliner.

Building Information Modelling Manager (BIM Manager)

Ebenfalls neu und in verschiedenen Branchen einsetzbar ist der BIM Manager. Dieser erstellt digitale Modelle (beispielsweise von einem Haus) und füttert sie mit allen Daten, die ihm zur Verfügung stehen. Daraus leitet er Verbesserungsmöglichkeiten ab und ist für die Steuerung von Optimierungsprozessen verantwortlich. Betrachtet man die Entwicklung von KI im Smart-Home-Sektor, erklärt sich auch die Entwicklung des Suchvolumens seit 2014. In den letzten vier Jahren hat sich die Online-Nachfrage nach BIM Managern mehr als verdoppelt. BIM Manager haben sowohl in der Architektur als auch in der Immobilienbranche gute Zukunftschancen. Besonders in Großstädten wie Frankfurt am Main, München, Bielefeld und Bonn sind sie gefragt; in Berlin stehen die Chancen momentan noch eher schlecht.

Für ein gutes Umfeld sorgt der Feel Good Manager

Mitarbeiter müssen stets am Puls der Zeit bleiben; das gilt ebenso für Arbeitgeber, um wichtige Entwicklungen nicht zu verpassen. Dieser Druck verstärkt sich noch durch den Fachkräftemangel in Deutschland. Um dementsprechend gut ausgebildetes und kompetentes Personal zu binden, müssen Firmen mehr tun. Diese Erkenntnis hat dafür gesorgt, dass immer mehr Unternehmen sogenannte „Feel Good Manager“ einstellen.

Er wird als neues Berufsbild teilweise noch etwas belächelt, was auch an der Bezeichnung „Chief Happiness Officer“ liegen kann. Jedoch hat der Feel Good Manager als Bindeglied zwischen der Chefetage und dem Personal eine wichtige Position inne, die für die Zukunft eines Unternehmens von entscheidender Bedeutung werden kann. Die geistige Leistung der Mitarbeiter erlangt immer stärkeres Gewicht, im Gegensatz zur körperlichen. Kreativität und Einfallsreichtum sind von alltäglicher Wichtigkeit für den Erfolg des Unternehmens. Jedoch kann diese Gehirnarbeit auch ermüden und zu Stress führen, weswegen eine positive Stimmung im Unternehmen zu einem Wettbewerbsvorteil wird. Arbeitnehmer wünschen sich ein Arbeitsumfeld, in dem sie sich wohlfühlen.

Der Anstieg der Nachfrage nach „Feel Good Managern“ schlägt sich auch im Suchverhalten nieder: Wurde die Stelle in der Vergangenheit eher intern besetzt (als Zusatzaufgabe für die HR-Abteilung sozusagen), stellen immer mehr Firmen gezielt Feel Good Manager ein. In vielen Jobportalen wird explizit bei den Benefits auf diese Position hingewiesen, was zeigt, dass Unternehmen die Gesundheit und das Wohlbefinden ihrer Mitarbeiter ernst nehmen. Am häufigsten werden „Chief Happiness Officer“ in Hamburg, Frankfurt und München gesucht.

Was bedeuten diese Veränderungen für die HR-Abteilung?

Der klassische Weg, nach der Ausbildung oder dem Studium das gesamte Berufsleben in einer Branche oder in einem Beruf zu bleiben, wird zukünftig immer seltener. Denn die Anforderungen in vielen Jobs ändern sich mit den technischen Entwicklungen fortlaufend. Lebenslanges Lernen ist dadurch nicht nur Teil eines Motivationsspruchs am Badezimmerspiegel, sondern wird zu einer arbeitsalltäglichen Realität. Das gilt auch für HR Manager, die ebenfalls direkt von der Digitalisierung betroffen sind. Nicht nur, weil die Arbeit oft über Software und Tools läuft, sondern auch, weil sie ihre Fachkenntnisse an die ausgeschriebenen Stellen anpassen müssen. Denn wer neue Mitarbeiter einstellt, muss natürlich wissen, was der Job bedeutet und auf welche Qualifikationen es ankommt. Somit beeinflusst die Digitalisierung alle Berufsfelder, egal ob direkt oder indirekt.

Welche Berufsfelder verändern sich noch?

Der digitale Wandel macht sich sowohl in klassischen als auch in jüngeren Branchen bemerkbar. Die Web-Studie von SEMrush zeigt, was sich im Bereich Medizin, Handwerk, IT sowie in technischen Berufen und im Marketing alles tun wird.

Die Ergebnisse beruhen auf einer Suchanfragen-Analyse, für die der Marketing-Toolkit Anbieter SEMrush über 800.000 Datensätze ausgewertet hat. Die gesamte Studie finden Sie unter SEMrush.com.