Ein eloquenter Denker

Intelligente Netzwerke waren sein großes Thema. Nun ist Peter Kruse überraschend verstorben. Der Vordenker und seine mitreißenden Vorträge werden fehlen.

Der Psychologe, Unternehmensberater und Hochschullehrer Peter Kruse, Gründer der Nextpractice GmbH, ist Anfang Juni im Alter von 60 Jahren überraschend an Herzversagen gestorben, wie das Unternehmen mitteilte. Sein Themenschwerpunkt war der Umgang mit Komplexität, die Funktionsweise intelligenter Netzwerke und insbesondere das Internet und dessen Einfluss auf die Gesellschaft. 2010 sprach er beispielsweise in der Enquete Kommission „Internet und digitale Gesellschaft“ im Bundestag und zuletzt arbeitete er unter anderem für das Bundesministerium für Arbeit und Soziales an einer Studie zum Thema „Gute Führung“.

Peter Kruse gilt als Vor- und Querdenker, wurde als „Netzwerkpapst“ betitelt und vielfach für sein Wirken ausgezeichnet. Zuletzt wurde er 2014 von den Lesern des „Personal Manager“ zu einem der 500 europäischen Vordenkern und Wegbereitern der HR-Managements gewählt. Auch das „Personalmagazin“ zählte ihn wiederholt zu den 40 einflussreichsten Persönlichkeiten im Bereich HR.

Mit seinen Vorträgen hat er immer wieder begeistert. Er ist häufig als Mahner aufgetreten, der bestehende Verhältnisse in den Unternehmen und in der Wirtschaft kritisiert – und das eloquent und mit Witz. Auf der republica 2010 gab es Standing Ovations von dem digital affinen Publikum. Natürlich war er nicht unumstritten. Manche sagten, dass hinter den eloquenten Auftritten nicht viel dahinter steht. Auf jeden Fall hat Peter Kruse viele anregende Impulse gegeben – auch in Sachen New Work. Und das zu einer Zeit als der Begriff noch nicht en vogue war.

 

Acht Regeln für den totalen Stillstand

 

Peter Kruse bei der New Work Night 2014 zum Wandel der Arbeitswelt

 

Wie verändert Enterprise2.0 Leadership – Thomas Sattelberger und Prof. Peter Kruse im Diskurs