Ein schnelles und weltgewandtes Arbeitsklima

Eine Entsendung ins Ausland ist immer ein Abenteuer. Und die Erfahrungen in der neuen Heimat sind meist bereichernd. So wie bei Peter Meinshausen, der zurzeit für Evonik in Singapur ist. Aus unserer Serie über Expatriates.

Sie arbeiten in Singapur. Was ist das Besondere an der Stadt Ihrer Meinung nach?
Die Stadt ist sehr dynamisch, effizient und zukunftsorientiert verwaltet. Und – wie auch gerade im Vergleich zu anderen Städten in Südostasien – sehr grün. Aber das eigentlich Besondere an Singapur ist für mich die Vielfalt seiner Bewohner. Denn in der Stadt leben viele verschiedene Ethnien auf engstem Raum friedlich zusammen. Dies prägt auch über regionale politische und kulturelle Grenzen hinweg das Arbeitsleben. Englisch ist zwar als Business-Sprache anerkannt, aber daneben kennt Singapur noch drei weitere offizielle Sprachen: Malaiisch, Mandarin und Tamil. Das Arbeitsklima ist hier schnell, vielsprachig und weltgewandt.

Wie unterscheidet sich die Führungskultur im Vergleich zu der in Deutschland?
Dadurch, dass ein Großteil lokaler Firmen in Familienbesitz und oft auch eigentümergeführt ist, sind Führungsstrukturen hier in der Tendenz flacher als bei uns. Entscheidungswege sind dadurch kürzer. Unternehmerische Entscheidungen werden schnell getroffen. Rahmenbedingungen können sich hier schnell ändern und eine agile Organisation macht es einfacher, auf diese Änderungen zu reagieren und davon zu profitieren. Grundsätzlich ist die Führungskultur in diesem Teil der Welt eher kooperativ und konsensgetrieben.


Peter Meinshausen, Foto: Evonic

Was mussten Sie, zum Beispiel in Bezug auf kulturelle Besonderheiten, erst lernen?
Ich hatte das Glück, dass ich bevor ich nach Singapur kam, bereits viele Jahre in Hongkong, Taiwan und China gelebt und gearbeitet habe. Der asiatische Raum ist mir daher vertraut. Grundsätzlich gilt, dass es für mich keine Selbstverständlichkeiten gibt. Ich bin immer gut damit gefahren, Dinge zunächst nicht als gut oder schlecht zu kategorisieren, sondern einfach als anders. Andere Kulturen mit dem eigenen Wertesystem zu messen und zu bewerten, kann problematisch sein. Ich beobachte sehr genau, bevor ich reagiere. Gerade in Singapur trifft man auf Menschen verschiedenster Herkunft und ganz unterschiedlicher kultureller Hintergründe, die nicht zu verallgemeinern sind. Die ethnische Vielfalt der Region – und Singapurs im Besonderen – birgt enorme Chancen für Innovation und Kreativität.

Hat HR Sie im Rahmen eines Expatriate-Programms im Vorfeld unterstützt?
Mit den Kollegen aus dem Personalbereich arbeiten wir sehr eng zusammen. Schließlich gibt es im Rahmen eines Auslandsaufenthaltes viel zu organisieren und zu bedenken. Meist ist auch der Partner oder die Familie von einem Auslandseinsatz betroffen. Dies war auch bei mir so, da wir die Auslandsaufenthalte immer als Familie gemeinsam vor Ort erlebt haben. Bei allen Auslandseinsätzen haben wir immer viel Unterstützung vonseiten der HR erfahren. Es ist gut und zahlt sich für das entsendende Unternehmen stets aus, wenn man eine erfahrene aber moderne und gut funktionierende HR-Organisation mit robusten Prozessen im Rücken hat.

Gibt es regelmäßigen Kontakt zu HR in Deutschland?
Natürlich, der Wissenstransfer über Ländergrenzen hinweg ist eine wesentliche Stärke von Evonik. Er wird insbesondere durch Auslandsentsendungen gefördert. Auch fachliche Erfahrungen im internationalen Kontext werden immer wichtiger, um den Transfer von Know-how mit der Nähe zum Kunden verbinden zu können. Dabei setzen wir nicht nur auf die Entsendung von Mitarbeitern aus Deutschland ins internationale Ausland, sondern fördern auch Mitarbeiter, die zum Beispiel aus Südostasien nach Deutschland kommen.

Ist Singapur wirklich die sauberste Stadt Asiens?
In der Tat, auch in meiner Wahrnehmung stimmt diese Aussage. Dabei verliert Singapur, wie oftmals behauptet wird, keineswegs seinen Charme. Singapur ist und bleibt eine quirlige und lebens- wie auch liebenswerte Stadt. Alleine, dass alle verschiedenen Bevölkerungsgruppen ihre unterschiedlichen Küchen mitgebracht haben. Egal ob chinesisch, indisch oder auch malaiisch: Sie alle kochen in Singapur authentisch und nur mit besten Zutaten, ein wahrer Genuss.