Employee Experience in der Pandemie: Besser als gedacht

Im Zuge der Corona-Krise fallen die Ergebnisse von Mitarbeiterbefragungen schlechter aus als zuvor? Weit gefehlt! Wo Unternehmen punkten konnten.
© gettyimages / DisobeyArt

Im Zuge der Corona-Krise fallen die Ergebnisse von Mitarbeiterbefragungen schlechter aus als zuvor? Weit gefehlt! Wo Unternehmen punkten konnten.

Das Jahr 2020 war ein außergewöhnliches Jahr, in jeglicher Hinsicht. Unternehmen standen vor ungeahnten Herausforderungen, die in kürzester Zeit gelöst werden mussten. Sei es die Belegschaft von jetzt auf gleich mit der für das Homeoffice erforderlichen Hard- und Software auszustatten, die Einführung von Kurzarbeit oder die Einstellung zusätzlicher Arbeitskräften zur Bewältigung des Arbeitsaufkommens (zum Beispiel im Online-Handel oder der Logistik), eine schnelle weitgehende Flexibilisierung der Arbeitszeit, damit sich Familien auf den Heimunterricht einstellen konnten. Auf diese Veränderungen mussten sich sowohl Unternehmen als auch deren Mitarbeitende schnell einstellen.

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Employee Experience wider Erwarten sogar verbessert

Wie hat dies die Employee Experience geprägt? Willis Towers Watson hat Befragungsdaten aus 72 meist internationalen Unternehmen und fast 900.000 Meinungen von Mitarbeitenden analysiert. Diese wurden anhand der Benchmark-Datenbank von Willis Towers Watson mit den Angaben von rund 700 Organisationen und 7 Millionen Einträgen aus Vor-Covid-Zeiten verglichen.

Überraschenderweise zeigte sich dabei, dass sich die Employee Experience in verschiedenen Kategorien sogar deutlich verbessert hat. Dies gilt insbesondere für

  • Inspiration (+5,2 Prozentpunkte),
  • Inklusion und Chancengleichheit (+4,2 Prozentpunkte),
  • Kollaboration (+4.0 Prozentpunkte) und
  • Vertrauen in die Unternehmensführung (+3.7 Prozentpunkte).

Gutes Unternehmensklima zahlt sich in der Krise aus

Jetzt zeigt sich, dass Führungskräfte, die ein gutes Krisenmanagement an den Tag legten, dies jetzt auch von ihren Mitarbeitenden attestiert bekommen. Insbesondere bei Führungskräften, die eine offene Kommunikation mit ihren Angestellten geführt haben, spiegelt sich dies in Vertrauen wider. Dies war auch vor der Pandemie schon sinnvoll und hat sich in der Pandemie umso mehr bewährt. Doch auch die Mitarbeitende haben ihren Beitrag erbracht, in dem sich die interne Kommunikation zwischen Abteilungen verbessert hat und von einer höheren persönlichen Akzeptanz berichtet wird.

Einige Aspekte der Employee Experience haben im vergangenen Jahr allerdings doch gelitten. Dazu gehört die Schnelligkeit der Entscheidungsfindung oder Agilität im Allgemeinen sowie Aspekte, welche sich auf die Organisation beziehen, wie Innovationsfähigkeit, die Zuhilfenahme von neuen Technologien, um eine höhere Effizienz zu erreichen, oder der Performance-Management-Prozess.

Art und Weise der Zusammenarbeit hat sich positiv verändert

Unter dem Strich attestieren die Mitarbeitende ihren Arbeitgebern also hauptsächlich eine positive Änderung der Art und Weise, wie wir zusammenarbeiten. Die Elemente der Employee Experience, die sich auf Prozessabläufe, Unternehmensrichtlinien oder Systeme beziehen, zeigen deutlich geringere Zuwächse (wenn überhaupt). Allerdings ist dies auch sehr gut erklärbar, denn prozessuale Änderungen zu etablieren benötigt Zeit für Entwicklung und Umsetzung. Hier bleibt abzuwarten, ob dies in den nächsten Monaten nachziehen wird.

Lessons learned: Fokussiert führen, Unterstützung sicherstellen

Was lässt sich aus diesen Punkten über Führung lernen? Die Krise hat gezeigt, was das Vertrauen der Mitarbeitende fördert – nicht nur in der Covid-Pandemie, sondern auch zukünftig bei weiteren Veränderungen:

  • Arbeiten Sie an Ihren Führungsqualitäten: Mitarbeitende geben ihren Führungskräften gute Noten, wenn sie diese gut durch die Krise führen. Personalverantwortliche können viele Strategien anwenden, um ihre Pläne weiterhin gut verständlich und transparent zu kommunizieren, um zu zeigen, dass sie führen können. Trauen Sie sich Entscheidungen zu treffen und verschleppen Sie Probleme nicht einfach ungelöst.
  • Seien Sie fokussiert: In Zeiten der Unsicherheit, können leicht Ängste aufkommen, zum Beispiel vor Entlassungen oder Gehalteinbußen. Lassen Sie keinen Platz dafür und fokussieren Sie Ihre Belegschaft jetzt darauf, was kurz und mittelfristig notwendig ist, um gut aus der Pandemie herauszukommen. Schaffen Sie Klarheit über Ziele, Verantwortlichkeiten und wie Sie weiterhin Ihre Kunden am besten unterstützen können.
  • Stellen Sie die Unterstützung sicher: Stellen Sie klar heraus, welche Unterstützung Ihr Unternehmen anbietet, damit die Angestellten auch weiterhin effektiv arbeiten können, ohne sich mühsam durchfragen zu müssen. Zum Beispiel: Wie lautet die aktuelle Reiserichtlinie, welche Arbeitszeitregelung gilt im Homeoffice, gibt es ein Employee Assistance Program (EAP), an das sich die Mitarbeitende wenden können?