Employer Branding en passant

Geplant hatte die Rügenwalder Mühle zwar eine klassische PR-Kampagne, doch das Ergebnis lässt sich auch als Beitrag zum Employer Branding verstehen. Der Kern: Die Mitarbeiter in den Fokus rücken.

Eine Mischung aus PR und Personalmarketing ist die neue Kampagne des Wurstherstellers Rügenwalder Mühle. Unter dem Titel „Familienunternehmen mit Gesicht“ werden die Mitarbeiter in den Mittelpunkt gestellt. Im zentralen TV-Spot heißt es „Wer steckt dahinter?“ Die Zuschauer werden darin darüber informiert, dass ab sofort auf den Produkten je zwei Mitarbeiter der Firma zu finden sind. Mittels QR-Codes können sie dann mehr über die Herstellung der Produkte erfahren, aber auch über die Mitarbeiter und deren Tätigkeiten bei Rügenwalder.

Auf der Website und auf dem YouTube-Kanal des Unternehmens finden sich denn auch noch weitere Videos. Dabei wird von der Produktentwicklung, der Qualitätssicherung oder dem Chef erzählt. In einem beschreibt der Betriebsratsvorsitzende Udo Bratzke und der Geschäftsführer Personal, Finanzen und IT, Michael Sanft, den „Umgang miteinander“. „Warum bei uns keiner geht, höchstens in Rente“ – so ist das Video unterschrieben. Das bezieht sich darauf, dass im vergangenen Jahr bei einer 400 Mann starken Belegschaft nur vier Leute das Unternehmen verlassen haben, davon sind drei in den Ruhestand gegangen. „Auch wenn unsere Kampagne nicht als klassische Personalmarketing-Kampagne geplant war, so macht sie doch die Rügenwalder Mühle als Arbeitgebermarke  attraktiv“, meint Michael Sanft.

Insgesamt wurden mehr als 80 Mitarbeiter in die Kampagne eingebunden. Denn, so sagt es der Personal-Geschäftsführer: „Aus unserer Sicht kann niemand so authentisch über bestimmte Arbeitsbereiche informieren und davon berichten wie ein Mitarbeiter, der selbst in diesem Bereich tätig ist.“ Transparenz, Glaubwürdigkeit und Nähe zu den Konsumenten, das soll die Kampagne leisten. Denn bei Rügenwalder meint man, dass das Interesse der Menschen an den Unternehmen, die hinter bestimmten Produkten stehen, zunehmend wachse. Die Konsumenten würden wissen wollen, wofür ein Unternehmen steht, wie es mit Mitarbeitern umgeht, ob und wie es sich sozial und ökologisch engagiert.

Daran wird zwar deutlich, dass die primäre Zielgruppe der Kampagne immer noch der Konsument ist und nicht der Bewerber, doch zeigt sich auch, welche Bedeutung und welchen Stellenwert das Employer Branding für Unternehmen heute hat und wie viele verschiedene Herangehensweisen es gibt, um an der Verbesserung des Unternehmensimages zu arbeiten.