Enercon baut Stellen ab – Windkraftbranche vor dem Aus?

11.11.2019  |  HRM Online-Redaktion
Bei Enercon fallen 3.000 Jobs weg. Ist die Klimapolitik Schuld?
© gettyimages / RobertBreitpaul

Beim Windkraftanlagenbauer Enercon sollen rund 3.000 Jobs wegfallen. Geschäftsführer Hans-Dieter Kettwig beschuldigt die Bundesregierung.

Der Windkraftanlagenbauer Enercon plant, bis zu 3.000 Stellen abzubauen. Das betrifft vor allem die Standorte Magdeburg (Sachsen-Anhalt) und Aurich (Niedersachsen). Auch Verträge mit Zulieferern, unter anderem dem Rotorblattproduzenten KTA, sollen gekappt werden. Grund dafür seien Absatzeinbrüche wegen mangelnder Aufträge, wie NDR berichtet. Bereits im August 2018 waren aus diesen Gründen mehr als 800 Jobs weggefallen. Enercon hatte laut Focus Online 2018 einen Verlust von 200 Millionen Euro erlitten.

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Windkraftbranche braucht mehr Unterstützung

Enercon-Geschäftsführer Hans-Dieter Kettwig macht dafür die Klimapolitik der Bundesregierung verantwortlich. Das 2017 eingeführte System, laut dem Windkraftprojekte miteinander in Konkurrenz treten müssen, um Förderung zu erhalten, habe seinem Unternehmen „den Stecker gezogen“, erklärte Kettwig der Süddeutschen Zeitung. Viola von Cramon-Taubadel, Europaparlamentarierin von den Grünen, beklagt zudem: Statt in erneuerbare Energien zu investieren gebe die Bundesregierung immer noch Milliarden für die Umstrukturierung der Kohleindustrie aus.

Auch Niedersachsens Ministerpräsident Stephan Weil (SPD) fordert bessere Rahmenbedingungen für den Windenergie-Ausbau. Man brauche unter anderem schnellere Genehmigungen, mehr Flächen, einen besseren Netzausbau und Maßnahmen zur Akzeptanz der Windenergie. Weil versprach außerdem, sich dafür einzusetzen, dass möglichst viele Stellen erhalten bleiben und für einen sozialverträglichen Stellenabbau zu sorgen.