Familienfreundlichkeit hat Seltenheitswert

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Mit der Familienfreundlichkeit von deutschen Unternehmen scheint es noch nicht weit her zu sein. Nur eine Minderheit der Beschäftigten würde diese dem Arbeitgeber zugestehen – und ihn weiterempfehlen.

Familienfreundliche Strukturen stehen oft weit oben auf der Agenda, will sich ein Unternehmen als Arbeitgeber begehrten Talenten empfehlen. Doch oft scheinen diese nur Lippenbekenntnisse zu sein, zumindest dann, wenn es darum geht, was von der propagierten Familienfreundlichkeit wirklich von den Mitarbeitern wahrgenommen wird.

Lediglich 25 Prozent der Unternehmen in Deutschland sind nach Meinung ihrer Mitarbeiter wirklich familienfreundlich. Dagegen gelingt es dem Gros der Unternehmen nicht, sich auf die Bedürfnisse von arbeitenden Müttern und Vätern einzustellen, wie eine repräsentative Studie der Manpower Group nun nahelegt. So gaben beispielsweise 65 Prozent der Befragten an, dass ihr Unternehmen keinerlei flexible Arbeitszeitmodelle im Portfolio hätte. Die Möglichkeit auf Homeoffice zurückzugreifen, haben lediglich 17 Prozent aller Befragten.

Für die Verfasser der Studie ist die mangelnde Familienfreundlichkeit auch der Grund, warum rund 70 Prozent der Umfrageteilnehmer ihr Unternehmen nicht als Arbeitgeber weiterempfehlen würden. Weitere Gründe für die fehlende Empfehlungsbereitschaft waren viele Überstunden (59 Prozent) und eine nicht angemessene Bezahlung mit 58 Prozent.

Für die Studie „Jobzufriedenheit 2013“ wurden im Auftrag der Manpower Group Anfang April 2013 insgesamt 1.060 Personen befragt. Die Umfrage ist für die Bevölkerung in Deutschland ab 18 Jahren repräsentativ.