Feedback und Reflexion

Führung ist ein wichtiger Faktor für den Unternehmenserfolg. Wie deren Qualität von den Mitarbeitern und den Führungskräften selbst wahrgenommen wird, ist oft sehr unterschiedlich.

Gute Führung ist ein wichtiger Faktor für die Bindung von Mitarbeitern und damit den langfristigen Unternehmenserfolg. Einigkeit herrscht dabei darüber, was gute Führung auszeichnet: klare Kommunikation, soziale Kompetenz, Vertrauen und Feedback. Es zeigte sich aber auch, dass die Führungsleistung in der Praxis von Mitarbeitern und Führungskräften sehr unterschiedlich wahrgenommen wird.

Dies legen die Ergebnisse der Studie „Deutschland führt?!“ nahe, die die Information Factory Deutschland zusammen mit stellenanzeigen.de und Personalwirtschaft unter knapp 1.000 Mitarbeitern, Führungskräften und Personalern durchgeführt hat. Die unterschiedliche Wahrnehmung von Führung deutet darauf hin, dass kaum oder nur wenig Austausch dazu in den Unternehmen stattfindet. Während knapp zwei Drittel aller Führungskräfte denken, dass sie ihre Mitarbeiter aktiv fördern, motivieren und inspirieren, nimmt das nur ein Drittel der Mitarbeiter so wahr.

Unternehmen sollten sich deshalb fragen, wie sie dem gegensteuern und ihre Mitarbeiter durch optimale Führung zu besseren Leistungen motivieren können. Der entscheidende Schlüssel zu einer höheren Führungsqualität ist die regelmäßige, strukturierte Auseinandersetzung mit Führung und Führungsverhalten. Nur so können Führungskräfte ihre Führungsleistung kontinuierlich verbessern und herausfinden, wie sie die Leistungsfähigkeit und -freude ihrer Mitarbeiter situationsspezifisch fördern können.

Das ist letztlich nur in einer Unternehmenskultur möglich, in der offen kommuniziert und Führung und Leistung regelmäßig thematisiert werden. Die Führungskräfte müssen dabei regelmäßig ihr eigenes Führungsverhalten reflektieren und dazu auch Feedback ihrer Mitarbeiter einholen. Durch den Vergleich der Eigen- und Fremdwahrnehmung können sie die Wirkung ihres eigenen Verhaltens besser einschätzen und Änderungen vornehmen.

Bei der Entwicklung einer solchen Feedback-Kultur kommt den HR-Abteilungen eine entscheidende Rolle zu. Sie können durch den Einsatz moderner HR-Tools die Vorraussetzungen für offenes Feedback und strukturierte Reflexion schaffen und die entsprechenden Prozesse effizient gestalten. Eine in der Praxis bewährte Methode dafür sind softwaregestützte 360°-Feedback-Befragungen. Dabei erhalten Führungskräfte in vertraulichem Rahmen von ihren Mitarbeitern und gegebenenfalls von ihren eigenen Vorgesetzten oder Kollegen auf derselben Hierarchieebene Rückmeldung zu ihrem Führungsverhalten. Gleichzeitig bewerten sich selbst. Durch die Gegenüberstellung entsteht ein präzises Abbild der unterschiedlichen Wahrnehmung der Führungsleistung, das die Basis für gezielte Verbesserungsmaßnahmen bildet.