Fehlende Informationen in Stellenanzeigen

Zwischen dem, was Personaler in Ausschreibungen mitteilen, und dem, was Bewerber gerne wissen wollen, herrschen oft große Unterschiede. Ein Beispiel ist das Thema Gehalt.

Laut aktuellen Forschungsergebnissen, besonders zur Generation Y, spielt Geld nicht mehr die Hauptrolle bei den Auswahlkriterien für einen neuen Job. Dennoch: Fast drei Viertel aller Bewerber vermissen Informationen zum Gehalt in Stellenanzeigen. Und nur sechs Prozent der Unternehmen betonen diesen Aspekt. Eine deutliche Diskrepanz. Und wie eine Umfrage der Online-Jobbörse Stepstone zeigt, gibt es bei den Aspekten Jobsicherheit und Unternehmensgröße und –erfolg ähnliche Ergebnisse: Nur 15 Prozent der Unternehmen betonen die Jobsicherheit in ihren Ausschreibungen, 72 Prozent der Bewerber wünschen sich dies. Und nur knapp ein Viertel der Unternehmen gibt Informationen zur Unternehmensgröße und den spezifischen Erfolgen, dabei fänden 73 Prozent der Bewerber dies gut.

Insgesamt zeichnet die Studie ein Bild von anspruchsvollen Kandidaten und immer pessimistischeren Personalern. So erwarten rund vierzig Prozent der Bewerber innerhalb einer Woche eine Rückmeldung auf ihre Unterlagen und 44 Prozent sagen, dass es nicht mehr als zwei Vorstellungsgespräche geben solle. Auch behalten knapp sechzig Prozent der Kandidaten passende Jobangebote immer noch im Blick, wenn sie gerade einen neuen Job angetreten haben. Auf der anderen Seite sagen mehr als die Hälfte der Personaler, dass sie zu wenige Bewerbungen pro Stellenanzeige erhalten würden und ein Drittel denkt, dass diese Zahl noch weiter sinken wird. Ähnliches betrifft die Qualität der Bewerbungen. 42 Prozent der befragten Personaler geben an, dass sich diese verschlechtert habe und 35 Prozent glauben, dass sie 2013 noch weiter sinken wird.

Als die häufigsten Bewerbungsfehler nennen die HR-Manager Rechtschreibfehler, dann ein nicht personalisiertes Anschreiben, einen falschen Firmennamen im Anschreiben, die Verwendung einer informellen Absender-Mailadresse und einen Lebenslauf in nicht lesbarem oder inkompatiblem Format.

Ein weiteres Ergebnis der Studie ist, dass 57 Prozent der Bewerber soziale Netzwerke bei der Jobsuche ignorieren. Ein Viertel von ihnen sagt, dass es in den sozialen Netzwerken zu wenig passende Jobs gebe, ein Drittel nutzt diese nur privat und 40 Prozent nutzen sie gar nicht. Die Angst, dass die Daten für andere Zwecke genutzt werden, spielt beim Verzicht auf soziale Netzwerke für die Jobsuche für 43 Prozent eine Rolle. Das sind vor dem Hintergrund, dass das Thema Social Recruiting in den Unternehmen momentan einen hohen Stellenwert einnimmt, interessante Zahlen.

Für die Studie „Jobsuche 2013“ befragte die Online-Jobbörse Stepstone rund 800 Personalverantwortliche und 20.000 Kandidaten aus acht europäischen Ländern. Unter den deutschen Teilnehmern der Umfrage kamen die meisten aus den Berufsfeldern Ingenieurswesen, technische Berufe, IT, Telekommunikation und allgemeines Management.