Feierlicher Höhepunkt im Friedrichstadt-Palast

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Sie war wieder der krönende Abschluss des ersten Kongresstages. Mit viel Charme, Glamour und Humor bot die Nacht der Personaler einen gebührenden Rahmen für viele unterhaltsame Stunden.

Nur wenig hätte diesen Abend noch besser machen können. Der Friedrichstadt-Palast – für viele der Gala-Gäste nach sechs Jahren Personalmanagementkongress mehr als nur vertrautes Parkett – zeigte sich von seiner besten Seite, der rote Teppich war bereitet und das Abendprogramm versprach einiges Unterhaltsames.

Der Höhepunkt der Gala, die von der Sängerin Ivy Quainoo vor annähernd voll besetzten Rängen mit soulingen Klängen eingeläutet und von Moderatorin Katty Salié begleitet wurde, war sicherlich die Festrede von Hamburgs Erstem Bürgermeister und ehemaligem Bundesarbeitsminister Olaf Scholz. Der 57-Jährige verzichtete auf jedes Script und wandte sich in seiner Rede direkt an das Publikum. Darin thematisierte er unter anderem das scheinbare Paradox zwischen abertausenden unbesetzten Arbeitsplätzen und benahe ebenso vielen Menschen, die nicht dem Weg in eine geordnete Berufslaufbahn finden, und brachte auch die Frage der Gleichberechtigung von Frauen in der Arbeitswelt zur Sprache.Olaf Scholz bei seiner Rede

Seine Worte an die Zuhörer beendete Olaf Scholz mit einem Appell: „Wir müssen uns darauf einstellen, dass wir es möglich machen, dass Talente sich entfalten können. Das ist letztendlich die große Herausforderung, dass wir Entwicklungen für Menschen möglich machen, die sich in unseren Unternehmen finden und die in der Gesellschaft für sich Engagement zeigen. Wenn wir das schaffen, dann, glaube ich, brauchen wir uns um die Zukunft nicht allzu viele Gedanken machen, denn wir haben dann etwas entfacht, was von selber Stärke entfaltet.“

Der Rede in nichts nach standen die Auftritte der zwei Präsidenten, die der Bundesverband der Personalmanager (BPM) in seinem nunmehr sechsjährigen Bestehen nun zählen darf. Für Joachim Sauer, der sich bei der Mitgliederversammlung zwei Tage zuvor aus der Verbandsführung zurückgezogen hatte, war es der wohl letzte Auftritt auf der großen Bühne.

Er ließ es sich dann auch nicht nehmen, Katty Saliés Frage, wie zufrieden er denn mit dem momentanen Stand der HR-Profession in der öffentlichen Wahrnehmung sei, konsequent auszuweichen und lieber auf die letzten Jahre seines Heimatvereins Borussia Dortmund zurückblickte. Eine Metapher? Nicht wenige im Publikum kamen sicherlich auf diesen Gedanken. Ein Schmunzeln jedenfalls konnte sich nicht nur Joachim Sauer kaum verkneifen, der sichtlich gelöst den Abend genoss.

Die neu gewählte BPM-Präsidentin Elke Eller ließ es sich dann ebenfalls nicht nehmen, ihren Amtsvorgänger zusammen mit dem neuen Präsidium des Verbandes mit einer Umarmung zu verabschieden.

Nachwuchsförderpreis und Personalmanagement Award

Emotional wurde es auch bei der Verleihung des Nachwuchsförderpreises. Ausgezeichnet wurde Ilka Flindt für ihre Masterarbeit an der Westfälischen Wilhelms-Universität Münster mit dem Thema „Erfolgsfaktoren des Employer Branding – Eine empirische Analyse“. „Was wir lieben als Bundesverband der Personalmanger ist es, erstens etwas zu lernen, zweitens etwas von jungen Leuten zu lernen und drittens immer etwas mitzunehmen, was wir direkt in der Praxis anwenden können“, kommentierte Vizepräsidentin Christa Stienen die Preisvergabe an Ilka Flindt, die anschließend gerührt den Einspieler mit Glückwünschen von Freunden und Familie verfolgte.

Mit dem Personalmanagement Award wurde in der Kategorie Großunternehmen der Halbleiterhersteller Globalfoundries für das Projekt „umDENKEN“ ausgezeichnet. In der Kategorie kleine und mittlere Unternehmen konnte der enercity-Zukunftstag der Stadtwerke Hannover überzeugen. Und im Bereich Non-Profit-Organisationen und Öffentlicher Sektor ging der Preis an die Berliner Stadtreinigung BSR für ihr Projekt „Entwicklung und berufliche Qualifizierung von ungelernten Erwachsenen.“

Um kurz nach 21 Uhr begann der gesellige Teil der Nacht der Personaler, der weit nach Mitternacht seinen Ausklang auf der Tanzfläche im Friedrichstadt-Palast nahm.