Finnland: Minister­präsidentin für 24-Stunden-Woche

Sanna Marin, Ministerpräsidentin der Republik Finnland
© https://creativecommons.org/licenses/by-sa/4.0/deed.en / Laura Kotila/Valtioneuvoston kanslia

Mehr Zeit für Familie und Hobbies: Die finnische Regierungschefin Sanna Marin möchte die wöchentliche Arbeitszeit für Beschäftige drastisch reduzieren.

Derzeit sieht die wöchentliche Arbeitszeit in Finnland ähnlich aus wie bei uns: Ein Großteil der Beschäftigten arbeitet acht Stunden täglich an fünf Tagen die Woche. Zu viel, findet Ministerpräsidentin Sanna Marin: Der Helsinki Times erklärte die Sozialdemokratin bereits wenige Tage nach ihrem Amtsantritt am 10. Dezember, dass sie es befürworten würde, wenn Beschäftigte nur noch an vier Tagen die Woche jeweils sechs Stunden arbeiteten. Sie stellte in Frage, ob ein Acht-Stunden-Tag wirklich die einzig sinnvolle Möglichkeit sei und meinte, Menschen verdienten es, mehr Zeit mit Familie, Freunden, Hobbys und Kultur zu verbringen. Die 24-Stunden-Woche „könnte in unserem Arbeitsleben der nächste Schritt sein.“

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Marin ist mit ihren 34 Jahren die jüngste Regierungschefin weltweit. Die aktuelle Regierung der Republik Finnland besteht aus einer Fünf-Parteien-Koalition, deren Vorsitzende durchweg Frauen sind – vier davon sind jünger als 35 Jahre.

Reduktion der Arbeitszeit steigert Produktivität

Ihre Meinung zur 24-Stunden-Woche fand bei Marins Koalitionspartner:innen großen Anklang. Die Opposition warf ihr vor, realitätsfremd zu sein. Neu ist die Idee allerdings nicht: Schweden testete bereits den Sechs-Stunden-Tag, Japan die Vier-Tage-Woche – beide mit durchweg positiven Ergebnisse. Die Beschäftigten waren gesünder, zufriedener und trotz der reduzierten Arbeitszeit stieg die Produktivität.

Anmerkung der Redaktion, 7. Januar 2020, 16:21:
Bisher hat Sanna Marin die 24-Stunde-Woche in keiner Weise als konkreten Vorschlag vorgestellt, sondern lediglich ihre Meinung dazu geäußert. Um Missverständnisse zu vermeiden, haben wir die Meldung entsprechend angepasst.