Frauen immer gleichberechtigter

Der hiesigen Diskussion um Frauenquote, ungleiche Bezahlung und Teilzeitarbeit zum Trotz ziehen Frauen Stück für Stück mit Männern gleich, wenn es um die Teilhabe am Berufsleben geht. Das zeigt eine Auswertung unter OECD-Staaten.

Frauen in Deutschland nehmen immer gleichberechtigter am Berufsleben teil. Das zeigt der aktuelle „Women in Work“-Index des Beratungsunternehmens PwC, für den die OECD-Staaten miteinander verglichen werden. Demnach darf sich Deutschland mit einem Wert von 63 Punkten über einen achten Platz freuen. Nur die skandinavischen Länder, Neuseeland, Kanada und die Schweiz reihen sich noch davor ein. Deutschland konnte mit dieser Platzierung seine Position erneut verbessern, wenn auch im Vergleich zum Vorjahresranking nur um eine Stelle. 2000 noch lag Deutschland in der Erhebung auf Platz 18.

Für den „Women in Work“-Index misst die Beratung die Beteiligung von Frauen am Wirtschaftsgeschehen. Fünf Kriterien gehen in den Wert mit ein: Gehaltsunterschiede, der Anteil der Frauen in Erwerbstätigkeit, der Unterschied zwischen den Anteilen von Frauen und Männern an der Erwerbstätigkeit, die Arbeitslosigkeitsrate von Frauen und der Anteil von Frauen in Vollbeschäftigung.

Vergleicht man hierbei beispielsweise den Spitzenreiter Norwegen mit Deutschland, zeigen sich insbesondere bei den Kriterien Gehaltsunterschied und Anteil von Frauen in Vollbeschäftigung Differenzen: Während in Norwegen Frauen nur sechs Prozent weniger verdienen als Männer, sind es in Deutschland 16 Prozent. Außerdem arbeiten in dem skandinavischen Land 71 Prozent der Frauen Vollzeit, hierzulande sind es nur 62 Prozent.

Für Petra Justenhoven, Mitglied des Vorstands von PwC Deutschland, wird durch die Platzierung Deutschlands deutlich, dass sich das Land auch ohne verbindliche Vorgaben aus der Politik sowohl im Vergleich zu den anderen OECD-Staaten als auch absolut kontinuierlich verbessert hat: „Deutschland ist auf einem guten Weg, dass vollständige Gleichberechtigung von Frauen auch für das Berufsleben gilt.“

Im Durchschnitt der OECD-Länder insgesamt steigt der Index erneut leicht an und liegt inzwischen bei 58,6 Punkten (2000: 50,0). Viele Länder konnten ihren Index-Wert und damit ihre Platzierung verbessern. Den größten Sprung nach vorne machten die Niederlande (vom 17. auf den 12. Rang) und Irland (vom 22. auf den 17. Rang). Allerdings sinkt auch bei neun Ländern der Wert. Darunter sind vor allem diejenigen mit wirtschaftlich angespannter Lage, wie Spanien, Griechenland und Portugal. Letzteres lag im Jahr 2000 noch auf dem 4. Platz und verschlechterte sich kontinuierlich, aktuell auf den 14. Rang. Petra Justenhoven sieht eine Ursache darin, dass die Arbeitslosigkeit unter Frauen in diesen Staaten deutlich stärker angestiegen sei als unter Männern. Sie stieg beispielsweise in Griechenland auf 28 Prozent an, das sind sechs Prozentpunkte mehr als im Vorjahr. „Frauen sind in wirtschaftlichen Krisen also noch immer besonders hart betroffen“, folgert sie daraus.