Führungskräfte müssen Change Management können

Um gut gerüstet zu sein für den digitalen Wandel, müssen Chefs vor allem Change Management betreiben können. Zweitwichtigster Punkt ist die Kommunikation, wie eine aktuelle Studie nahelegt.

Die Digitalisierung will gestaltet werden. Und für die Personaler in Deutschland ist klar, welche Kompetenzen hierbei auf Führungsebene ausschlaggebend sind. Mit Abstand am wichtigsten ist die Fähigkeit für Change Management. Das sagten fast drei Viertel der in der aktuellen HR-Trendstudie des Beratungsunternehmens Kienbaum befragten Personalverantwortlichen. Vernetzung und Kommunikation (54 Prozent) und die Wertschätzung des Individuums (40 Prozent) landen mit Abstand auf Platz zwei und drei. Aspekte wie Durchsetzungsfähigkeit (8 Prozent), die intellektuelle Förderung der Mitarbeiter und Projektmanagement (beide 17 Prozent) wurden mit am seltensten genannt.

Die Personaler wurden auch nach den HR-Prozessen gefragt, die ihrer Ansicht nach im Zuge der Digitalisierung an Bedeutung gewinnen. Nach Meinung der Befragten sind dies vor allem die Themen Führung und Kulturmanagement, Organisationsentwicklung und Transformationsmanagement, die Digitalisierung von HR-Prozessen und -Systemen und die Strategische Personalplanung. Andere Bereiche, denen oft auch ein starker Einfluss im Rahmen der Digitalisierung beigemessen wird, rangieren in dieser Erhebung hingegen eher auf den hinteren Plätzen. Das Mitbestimmungs- und Gremien-Management wird nur von 13 Prozent als zunehmend bedeutsamer eingeschätzt, das Gesundheitsmanagement von 22 Prozent und die HR-Kommunikation immerhin von 26 Prozent.

Digitaler Wandel ist noch nicht in den Unternehmen angekommen

Konkret gefragt nach den digitalen Formaten, die im Unternehmen genutzt werden, wird deutlich, dass der digitale Wandel gegenwärtig oft noch nicht in der Organisation angekommen ist. Soziale Medien sind noch am weitesten verbreitet, relativ betrachtet. Denn nur 28 Prozent der befragten Unternehmen nutzen diese stark bis sehr stark. Hingegen zeigt sich bei den Data Analytics ein gemischtes Bild. Nur sieben Prozent nutzen diese Möglichkeiten intensiv, rund ein Drittel gar nicht. Noch schlechter sieht es bei Cloud Lösungen und Künstlicher Intelligenz aus: Diese werden von 38 beziehungsweise 51 Prozent gar nicht genutzt. Natürlich soll sich dies ändern, wie der Ausblick in die zukünftige Nutzung zeigt. Dabei bleibt die große Zurückhaltung bezüglich der Cloud Lösungen und der Künstlichen Intelligenz allerdings bestehen.

Doch egal wo die Unternehmen in Sachen Digitalisierung stehen, sie machen sich Gedanken dazu und zu den Auswirkungen. Demnach sieht eine Mehrheit der Personaler (71 Prozent) ihr Unternehmen bereit für den digitalen Wandel und denkt, dass der Handlungsdruck, der daraus entsteht, erkannt wurde. Auch sind sich laut der Befragten die Unternehmen mehrheitlich der Herausforderungen des digitalen Stresses bewusst und erarbeiten Maßnahmen, um diese zu reduzieren. Dazu passt, dass rund die Hälfte einen Zusammenhang zwischen Burnout beziehungsweise erhöhten Fehlzeiten und der Digitalisierung im Unternehmen sieht. Bei der Frage danach, ob im Unternehmen eine Slow-Media-Kultur gelebt wird, zeigt sich dazu aber noch eine Diskrepanz: Diese gibt es nämlich nur in rund 15 Prozent der Unternehmen.

Für die HR-Trendstudie hat Kienbaum 187 Personalverantwortliche von Unternehmen im deutschsprachigen Raum befragt. Der Großteil der Teilnehmer arbeitet in Unternehmen aus dem Dienstleistungssektor und dem produzierenden Gewerbe mit mindestens 2.000 Mitarbeitern.