Führungskräfte sind auf Sinnsuche

Geld alleine reicht auch Chefs nicht. Zwar spielt das Grundgehalt durchaus eine wichtige motivierende Rolle, doch noch eher fühlen sich Führungskräfte durch immaterielle Faktoren zu guter Arbeit angespornt.

Es geht nicht nur ums Geld. Was momentan vor allem der Generation Y zugesprochen wird, trifft auch auf Führungskräfte zu, die zumindest zum größten Teil eher anderen Generationen-Kohorten zuzurechnen sind. Denn auch für sie sind manche Aspekte des Arbeitsumfelds motivierender als die Vergütung. Das geht aus einer Studie der Hay Group in Zusammenarbeit mit den Führungskräfteverbänden VAA, Forum F3 und ULA hervor.

Gefragt nach den Faktoren, die Führungskräfte am ehesten zu hoher Leistung motivieren – 100 Punkte konnten insgesamt verteilt werden – landete unter den 2.500 Befragten der Aspekt „sinnvolle und abwechslungsreiche Tätigkeit“ mit durchschnittlich 21,3 Punkten auf Platz eins. Entscheidungsfreiheit und ein gutes Betriebsklima folgen auf den Plätzen zwei und drei. Erst danach rangiert mit einer hohen Grundvergütung der erste finanzielle Faktor.

Die variable Vergütung landet sogar noch weiter unten: Die Faktoren „Hohe Short-Term-Incentive-Vergütung“ und „Hohe Long-Term-Incentive-Vergütung“ belegen mit durchschnittlichen  3,5 und 1,3 Punkten Rang neun und zehn.

Dabei finden die Befragten Elemente der variablen Vergütung motivierender, wenn diese an ihre individuelle Leistung gekoppelt sind, als wenn sie sich am Unternehmenserfolg orientieren. Trotzdem findet der Hauptgeschäftsführer des Führungskräfteverbandes Chemie VAA, Gerhard Kronisch, dass es richtig und wichtig sei, Führungskräfte auch finanziell am Unternehmenserfolg zu beteiligen.

Laut den Ergebnissen der Studie kann dies aber nur begrenzt zur dauerhaften Motivation der Chefs beitragen. Dafür zeigt sich hier doch zu deutlich, dass sich Leistungsbereitschaft am ehesten durch eine Kombination aus guten Arbeitsbedingungen und einem angemessenen Grundgehalt steigern lässt.