Für mehr Identifikation und Arbeitgeberattraktivität

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Biblisches Kochen beim St. Franziskus-Hospital Münster, Foto: St. Franziskus-Hospital Münster
Biblisches Kochen beim St. Franziskus-Hospital Münster, Foto: St. Franziskus-Hospital Münster

Mit dem HR Excellence Award 2016 sind zahlreiche herausragende HR-Projekte ausgezeichnet worden. Sie wollen wir hier vorstellen. Dieses Mal ist es das Projekt des St. Franziskus-Hospital Münster. Unsere Fragen dazu beantwortet Claudia Berghorn aus dem Leitungsteam der Projektgruppe.

Mitarbeiterengagement und Identifikation sind wichtige Gradmesser für das Funktionieren einer Organisation und auch eine Voraussetzung für eine glaubwürdige Arbeitgebermarke. Beides zu stärken, ist für Unternehmen eine Herausforderung, besonders auch in Branchen wie dem Gesundheitswesen, die ohnehin ein hohes Maß an Engagement voraussetzen. Das St. Franziskus-Hospital Münster hat diese Herausforderung mit der Projektgruppe „Christlich-Franziskanisches Profil“ angenommen. Das Projekt ist in der Kategorie „Mitarbeiterengagement (KMU)“ ausgezeichnet worden.

Können Sie kurz Ihr Projekt beschreiben?
Vor dem Hintergrund der großen ökonomischen Herausforderungen im Gesundheitswesen und der zunehmenden Säkularisierung der Gesellschaft hat sich das St. Franziskus-Hospital Münster als katholisches Krankenhaus das Ziel gesetzt, im Wettbewerb um die besten Mitarbeitenden den Mehrwert seiner konfessionellen Trägerschaft noch stärker erlebbar zu machen. Für die strategische und operative Umsetzung dieses Ziels wurde 2014 die Projektgruppe „Christlich-Franziskanisches Profil“ gegründet. Ihr Auftrag: Auf Grundlage des bestehenden Leitbildes Maßnahmen zu entwickeln, die das Engagement der Mitarbeitenden sowie ihre Identifikation mit dem Haus stärken – und damit auch die Attraktivität des St. Franziskus-Hospitals als Arbeitgeber.

Die Initiative startete mit einer Mitarbeiterbefragung, die drei zentrale Handlungsfelder definierte: Stärkung des Gemeinschaftsgefühls auf Basis der spirituellen Tradition, Mitarbeiterfürsorge und Kommunikation. Im Januar 2016 konnte die Projektegruppe erste Ergebnisse ihrer konzeptionellen Arbeit präsentieren – mit der Einrichtung der „Betrieblichen Sozialberatung“ als zentrale Anlaufstelle für Mitarbeitende in Krisensituationen und mit dem Start eines neuen Veranstaltungsformates, den „FranziskusZeiten“. Diese attraktiven, kostenlosen Events bieten Gemeinschaftserlebnisse und spirituelle Impulse außerhalb der Arbeitszeit und führen Mitarbeitende aus verschiedensten Berufsgruppen zusammen, zum Beispiel beim „Motorradpilgern“ oder beim „Biblischen Kochen“. Außerdem entwickelte die Gruppe einen neuen Flyer, um diese Events zu bewerben und die Vielfalt der spirituellen Angebote auf dem FranziskusCampus sichtbar zu machen, zu dem neben dem Hospital auch der Orden der Mauritzer Franziskanerinnen und die St. Franziskus-Stiftung gehören. In allen internen Medien kommuniziert die Projektgruppe intensiv über ihre Arbeit und erhöht damit die Wahrnehmung der Werteorientierung im St. Franziskus-Hospital.

Was ist aus Ihrer Sicht das Besondere daran?
Wer im Krankenhaus arbeitet, begleitet tagtäglich Menschen in gesundheitlichen und emotionalen Grenzsituationen. Das kostet viel Kraft: Die Mitarbeitenden sind nicht nur professionell gefordert, sondern stets als ganzer Mensch – körperlich, geistig und seelisch, mit allen sozialen und ethischen Kompetenzen. Das bedeutet im hektischen Klinik-Alltag eine große Herausforderung. Umso wichtiger ist alles, was stärkt. Da viele betriebliche Rahmenbedingungen gesetzlich vorgegeben sind, kommt „weicheren Faktoren“ eine hohe Bedeutung zu. Die Arbeit der Projektgruppe trägt dazu bei, dass die Mitarbeitenden noch mehr Kraft aus der Gemeinschaft und aus ihrem Glauben schöpfen können. Außerdem zeichnet sich die Initiative dadurch aus, dass sie besonders nah an den Bedürfnissen der Mitarbeitenden ist und spirituelle Themen mit großer Kreativität, Originalität und Leichtigkeit kommuniziert. Das kommt gut an.

Worin hat sich vor allem der Erfolg des Projektes gezeigt?
Am steigenden Engagement der Mitarbeitenden! Immer mehr Kolleginnen und Kollegen nehmen an den Veranstaltungen der Projektgruppe teil und machen Vorschläge für zukünftige Aktionen. Außerdem ist unsere Gruppe gewachsen, von ursprünglich 12 Mitgliedern auf inzwischen 18.

Hinzu kommt, dass die Projektgruppe inzwischen einen „Leuchtturm-Status“ erreicht hat. Ihre Arbeit im St. Franziskus-Hospital strahlt in die gesamte Franziskus-Stiftung aus. So haben sich bereits mehrere Häuser der Stiftung von den neuen Veranstaltungsformaten und Kommunikationsmedien inspirieren lassen und sie für ihren Bedarf adaptiert.

Ein sehr wichtiger Erfolg für die Projektgruppe war die Auszeichnung mit dem HR Excellence Award 2016: Durch die Berichterstattung in der regionalen Presse, in überregionalen kirchlichen Publikationen und in Fachmedien wurde die Werteorientierung der Mitarbeitenden im St. Franziskus-Hospital einer breiten Öffentlichkeit vorgestellt – mit großer Signalwirkung nach innen und außen: Die beteiligten Akteure im Hospital werden auf ihrem Weg bestärkt, und gleichzeitig steigt die Attraktivität des Unternehmens für potentielle neue Mitarbeitende.


Die Projektgruppe “Christliches-Franziskanisches Profil”, Foto:  Foto: St. Franziskus-Hospital Münster