„Für Naturliebhaber ist Südafrika ein Paradies“

Eine Entsendung ins Ausland ist immer ein Abenteuer. HR kann dabei helfen, dass sich die Expatriates in ihrer neuen Heimat schnell zurechtfinden. So wie bei Anke Schmalzbauer, die für Bosch in Midrand, Südafrika, ist. Aus unserer Serie über Manager im Ausland.

Welches Image haben deutsche Mitarbeiter in Südafrika?
Welches Image die Deutschen in Südafrika haben, können meine Kollegen sicherlich noch besser beantworten. Ich erlebe, dass im Arbeitsumfeld Deutsche als fleißige, effiziente Mitarbeiter gesehen werden, die gerne helfen, aber auch Dinge offen und direkt ansprechen. Deutsche gelten als fair und ehrlich im Miteinander. Allerdings sollte man als Mitarbeiter aus Deutschland berücksichtigen, dass eine offene und direkte Ansprache auch als Unhöflichkeit beim Gegenüber ankommen kann. Darüber hinaus verbindet man die Deutschen in Südafrika aber auch mit schmackhaftem Bier und „Ingenieurskunst“.

Was lieben Sie an Südafrika besonders?
Es gibt viele Dinge, die ich an Südafrika schätze. Zum einen sind es die Südafrikaner selbst mit ihren vielen unterschiedlichen Kulturen. Was sie alle gemeinsam haben, ist ihre offene Herzlichkeit und eine gewisse „Leichtigkeit des Seins“. Diese Eigenschaften haben mir das Eingewöhnen in Südafrika leicht gemacht. Zum anderen schätze ich die großartige Natur, sei es beim Fahren mit dem Mountainbike, beim Tauchen, beim Wandern oder auf einer Safari. Für Naturliebhaber ist Südafrika ein Paradies.


Anke Schmalzbauer, Foto: Privat

Wenn Sie die beiden Arbeitskulturen vergleichen: Wo gibt es die größten Unterschiede?
Zum einen nehme ich eine andere Erwartungshaltung an mich als Führungskraft wahr. Ist in Deutschland der Manager vielmehr als Coach gefragt, ist die Anforderung meines südafrikanischen Teams an mich eher das fachliche Führen als Experte. Zum anderen ist eine gewisse Leichtigkeit im beruflichen Umfeld bemerkbar. Wenn man zum Beispiel mal einen Fehler feststellt, geht es weniger um Schuldzuweisungen, sondern darum, wie man mit einer kreativen Art zur Lösung kommt.

Wie hat HR dazu beigetragen, damit Sie sich schnell einfinden?
Bevor meine Entscheidung für Südafrika fiel, konnte ich zuvor auf einer Informationsreise den Standort im Zielland kennenlernen. Während der Vorbereitung auf den Auslandseinsatz betreute mich meine zuständige Personalreferentin für
Auslandsentsendungen. Dazu gehörte neben einem Informationsgespräch auch ein dreitägiges Vorbereitungsseminar sowie die Abwicklung des Umzugs oder die Suche einer Unterkunft am neuen Arbeitsort. Wie ich mit der Sicherheitslage in Südafrika als Ausländer umgehen sollte, wurde in einer Einweisung vermittelt. Am neuen Standort half mir ein Relocation Service, um mich in den alltäglichen Dingen wie zum Beispiel Einkaufen oder Arztbesuche schnell zurechtzufinden.

Waren Sie schon in einem Nationalpark?
Als Naturliebhaberin war ich bereits in mehreren Nationalparks. Ich habe schon den sehr bekannten Kruger Nationalpark besucht, aber auch weniger bekannte – aber nicht weniger attraktive – Nationalparks wie Madikwe oder Pilanesberg. Ein besonderes Erlebnis war für mich eine Safari zu Fuß. Wir sind auf eine Löwin mit ihren Jungen getroffen. Sie warnte uns mit einem tiefen Grollen davor, näher zu kommen. Was wir natürlich auch nicht taten.

In Südafrika besteht eine im Vergleich zu Deutschland hohe Kriminalitätsrate. Wie beeinflusst das Ihren Alltag?
Ich wohne inzwischen fast zwei Jahre in Südafrika und hatte erfreulicherweise damit noch keine Berührungspunkte. Prinzipiell gilt, immer wachsam zu sein, sei es beim Einkaufen, beim Ausgehen, beim Sport oder beim Autofahren. Strecken lege ich selten zu Fuß oder mit dem Fahrrad, sondern mit dem Auto zurück. Bei der Wohnungssuche habe ich mich für eine Unterkunft in einem sogenannten Security Estate entschieden. Dort kann man sich als Expat zu jeder Tageszeit sehr frei und sicher bewegen.