Gestresst durch Smartphones

Die ständige Erreichbarkeit außerhalb der Arbeitszeit hat durch die Smartphones weiter zugenommen. Fast jede Führungskraft liest nach Feierabend berufliche Nachrichten.

Nur zwei Prozent der deutschen Führungskräfte sind in ihrer Freizeit nicht für berufliche Belange erreichbar. Die restlichen 98 Prozent sind zumindest zeitweise über ihr Smartphone mit der Arbeit verbunden, 27 Prozent sogar jederzeit und 48 Prozent häufig. Das zeigt eine aktuelle Studie zum Stressfaktor Smartphone. Sogar im Urlaub sinken diese Zahlen nur geringfügig. In der vermeintlich schönsten Zeit des Jahres sind 84 Prozent der Führungskräfte damit beschäftigt, geschäftliche E-Mails zu beantworten oder Telefonate zu führen, 14 Prozent tun dies sogar häufig oder jederzeit.

Die Zahlen zeigen, wie sehr bei vielen Arbeitnehmern durch das Smartphone die Grenze zwischen Berufs- und Privatleben verschwindet. Und sie passen zur aktuellen Diskussion rund um zunehmenden Stress im Berufsleben. Denn die Mehrzahl der Befragten empfindet die ständige Erreichbarkeit für berufliche Angelegenheiten als stresserhöhend in ihrer Freizeit: 37 Prozent empfinden dies häufig oder jederzeit als stressig und nur für 13 Prozent erhöht sich der Stresspegel überhaupt nicht.

Die Studie enttarnt das Smartphone als einen weiteren Stressfaktor im Berufsleben. Es ermöglicht aber auch mehr Mobilität und Flexibilität beim Arbeiten. Diesen Gegensatz gilt es zu händeln. Manche Unternehmen stellen daher explizite Regelungen für die Erreichbarkeit außerhalb der Arbeitszeit auf. Weit verbreitet sind diese aber bisher nicht. Von den befragten Führungskräften gaben nur drei Prozent an, dass in ihrem Unternehmen entsprechende Vereinbarungen eingeführt wurden.

Für die Studie, die von der Unternehmensberatung Mercer und der TU München durchgeführt wurde, wurden 150 deutsche Führungskräfte befragt.