Grenzenlose Vielfalt

Arbeitgeber wollen potenzielle neue Mitarbeiter immer öfter durch Videos auf sich aufmerksam machen. Dabei gibt es sehr unterschiedliche Herangehensweisen. Um den Überblick zu behalten, unternehmen zwei Blogger den Versuch einer Typologie.   

Recruiting- und Employer-Branding-Videos werden bei Arbeitgebern immer beliebter. Beachtung finden sie aber nicht nur – mehr oder weniger – bei der jeweiligen Zielgruppe, sondern oftmals auch im Internet, bei HR- oder Kommunikationsexperten. Nicht selten geht es dabei darum, zu erklären, warum dieses oder jenes Video wieder eher ein Kandidat für die goldene Runkelrübe (Award für herausragend schlechte Personalkommunikation) ist denn als Positivbeispiel herausgehoben werden sollte.

Einen etwas anderen Dreh des Themas wählen aktuell gleich zwei HR-Blogs. Sie setzen sich mit Recruiting-Videos zwar auch durchaus kritisch auseinander, legen aber den Schwerpunkt vor allem darauf, eine Typologie dieser noch recht jungen Personalmarketing-Disziplin zu entwickeln. Dabei zeigen die beiden Beispiele deutlich, wie unterschiedlich solch ein Versuch im Ergebnis ausfallen kann.

Denn wo die Autorin Franziska Wenk auf dem Blog „Extrastoff“ der Kommunikationsagentur medienweite eher sachlich schreibt und die Informationsvermittlung in den Vordergrund stellt, formuliert Henner Knabenreich vom Blog „personalmarketing2null“ seine Typologie eher locker und unterhaltsam, auch wenn er seinen Beitrag ebenso mit zahlreichen Informationen und Tipps für die Produktion eines Recruiting-Videos spickt.

Franziska Wenk definiert vier Typen von Videos. Sie trennt danach, ob das Unternehmen im Mittelpunkt des Videos steht, der Mitarbeiter oder der Arbeitsablauf. Eine weitere Kategorie nennt sie „Guerilla-Version“, die ihrer Ansicht nach vor allem Aufmerksamkeit generieren will.

Bei Henner Knabenreich hingegen wird die Fülle der unterschiedlichen Ansätze deutlicher. Bei ihm kann ein Video auch gleich in mehrere Kategorien fallen. Die heißen dann beispielsweise „Fremdschäm-Videos“, „Wir-machen-jetzt-einen-auf-hip-und-jugendlich-Videos“ oder die „Wirklich-witzige-und-trotzdem-nicht-peinliche-Recruiting-Videos”. Immer beliebter werden seiner Ansicht nach auch die „Animierte-Infografik-Recruiting-Videos“ (siehe unten).

So unterschiedlich wie die Vorgehensweise der Blogger bei ihren Typologie-Versuchen auch sein mag, dass es dabei im Grunde vor allem um Authentizität und Informationsvermittlung geht, machen beide deutlich. Und daneben zeigen die Beiträge vor allem, dass Recruiting-Videos viel Spielraum zu einer ganz eigenen Gestaltung bieten, egal, für welches Konzept man sich am Ende entscheidet.