TMG 2019 von Haufe: HR der Zukunft spielerisch gestalten

09.04.2019  |  Markus Stoisser
(c) gettyimages / dusanpetkovic
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Wie findet man passende Kandidaten und bindet Mitarbeiter? Markus Stoisser von Haufe fasst die Ergebnisse des Talent Management Gipfel 2019 zusammen.

Wie kann ich meine HR-Prozesse an die neue Arbeitswelt angleichen, während gleichzeitig das Daily Business effizient weiterlaufen muss? Wie finde ich schneller passende Kandidaten für meine offenen Stellen? Wie motiviere und binde ich meine Mitarbeiter? Drei Fragen von vielen, mit denen rund 40 HR-Experten zu unserem diesjährigen Talent Management Gipfel | HR Innovation Lab nach München gekommen waren. Drei Fragen, auf die es eine gemeinsame Antwort gab: Probieren Sie es aus!

Denn anstelle von Fachvorträgen und Best Practices stand in diesem Jahr der intensive branchenübergreifende Austausch zu Herausforderungen und Lösungsansätzen im Fokus. Darauf aufbauend entwickelten die Teilnehmer gemeinsam neue Herangehensweisen mithilfe innovativer Methoden. Mit Design Thinking als Mindset und konkreten Ergebnissen für die tägliche HR-Praxis als Outcome.

Die Methoden: Spielerisch die HR-Prozesse der Zukunft gestalten

Bei Haufe setzen wir für die Definition von Kundenbedürfnissen, die Produktentwicklung und die Implementierung unserer Talent Management-Lösung schon lange auf spielerische Methoden. Diese kamen auch beim Talent Management-Gipfel | HR Innovation Lab zum Einsatz. Denn diese Ansätze schaffen hierarchiefreie Räume für Kreativität und Innovationspotenzial, machen Herausforderungen und Ziele (be)greifbar und schaffen ein gemeinsames Verständnis sowie Commitment.

Lego Serious Play: 3D-Drucker für unsere Gedanken

Mithilfe der bunten Bausteine entwickelten die Teilnehmer-Gruppen jeweils eine gemeinsame Vision des Recruiting oder Talent Management der Zukunft. Das Bauen aktiviert die Kreativität, macht Einflussfaktoren in komplexen Systemen „begreifbar“ und lässt aus abstrakten strategischen Ideen haptische Modelle entstehen, die leicht verständlich sind.

Eigenland: Vorhang auf für das intuitive Erfahrungswissen

In „Eigenland“, einer fiktiven Welt, bewerteten die Teilnehmer mithilfe von Spielsteinen einzelne Fragestellungen zu Schmerzpunkten von Recruiting oder Talent Management in ihren Unternehmen. Das Besondere an der Methode: Die Thesen werden intuitiv beantwortet und spiegeln so ungefiltert die eigene Meinung wider.

Haufe Metro Map: ein klarer Fahrplan für das HR der Zukunft

Die Haufe Metro Map visualisiert wie ein U-Bahn-Plan den „Weg“ aller Stakeholder innerhalb eines Prozesses. Sie basiert auf der gemeinsam mit Lego Serious Play entwickelten Vision und berücksichtigt die Herausforderungen, die mit Eigenland erarbeitet wurden. So können Schwachstellen und Stärken des Prozesses leicht identifiziert werden.

Ergebnis #1: Schmerzpunkte im Recruiting

Zwei Teilnehmer-Gruppen hatten als Schwerpunkt das Thema Recruiting gewählt – und waren sich nach der Eigenland-Analyse zur Identifizierung ihrer größten Herausforderungen schnell einig:

  • Fachkräftemangel: Es wird immer schwieriger, geeignete Kandidaten zu finden – unabhängig von Berufsgruppen, Hierarchieebenen und Branchen.
  • Mangel an Ressourcen: Es fehlen Kapazitäten in den Personalabteilungen, um die zunehmend aufwändigere Suche nach guten Fachkräften leisten zu können. Viele Recruiter sind inzwischen dazu übergegangen, aktiv nach Kandidaten zu suchen (Active Search), doch müssen sie dies häufig zusätzlich zu ihren anderen Aufgaben machen. Gleichzeitig gibt es zu wenig Ressourcen, wenn es doch einmal ein hohes Bewerberaufkommen gibt.
  • Arbeitnehmermarkt: Viele Kandidaten reagieren auf die proaktive Ansprache von HR nicht (mehr), da ihnen regelmäßig neue Stellen angeboten werden und sie „abstumpfen“.
  • Recruiting-Prozesse: Viele Unternehmen tun sich schwer, einen Prozess zu definieren, der dem Bewerber eine gute „Candidate Journey“ bietet, schnelle Entscheidungen ermöglicht und sowohl für HR als auch für die Fachabteilung effizient und effektiv abläuft.

Ergebnisse #2: Schmerzpunkte im Talent Management

Zwei weitere Teilnehmer-Gruppen hatten sich für das Thema Talent Management entschieden – und auch hier gab es bei der Eigenland-Analyse große Gemeinsamkeiten bei der Definition aktueller Schmerzpunkte:

  • Performance Management: Viele Unternehmen scheitern aktuell daran, ihre Mitarbeiter mithilfe vorgegebener Ziele zu motivieren. Es wird mit verschiedensten Zielsystemen experimentiert, aber es gibt kaum Best Practices.
  • Feedbackkultur: Das Zielbild einer offenen und ehrlichen Feedbackkultur wird bisher kaum gelebt. Oft scheitert es an der Unternehmensführung, die mit gutem Vorbild vorangehen sollte, dies aber nicht tut.
  • Talent Management-Prozesse: Häufig sind die Prozesse im Talent Management sehr kompliziert. Sie stellen den Mitarbeiter nicht in den Mittelpunkt und verhindern eine effiziente Zusammenarbeit zwischen HR und Fachabteilungen.
  • Digitalisierung: In vielen Unternehmen werden schnelle Veränderungen in Richtung Digitalisierung des Talent Managements gefordert, doch wird dem Change-Prozess nicht ausreichend Zeit eingeräumt. Dies gilt insbesondere auch für den kulturellen Wandel, der mit der Digitalisierung einhergeht.

Ergebnisse #3: Individuelle HR-Prozesse für den zentralen Faktor – den Menschen

Nach dem Bauen eines mitarbeiterzentrierten Recruiting- oder Talent Management-Modells der Zukunft mit Lego Serious Play sowie der Definition der aktuellen Schmerzpunkte wurde an der Haufe Metro Map schnell deutlich: HR muss auch klar definierte und lange Zeit erfolgreiche Prozesse wie das Recruiting ganz neu denken. Sollen die Bewerber wirklich im Mittelpunkt stehen, kann es etwa eine Idee sein, dass sie den Auswahl-Prozess frei wählen dürfen – ob als „Schnellstraße“ nur mit den allernötigsten Kontakten, die das Unternehmen für eine valide Entscheidung braucht, bis hin zu intensiven Vor-Ort Gesprächen mit der Führungskraft oder der Beteiligung der zukünftigen Kollegen am Auswahlverfahren.

Ergebnisse #4: Let the HR games begin

Neben konkreten Anregungen für die Gestaltung ihrer zukünftigen Prozesse nahmen die Personalexperten vor allem eine Erkenntnis mit nach Hause: Die Transformation von HR wird am besten gelingen, wenn wirklich alle beteiligten Stakeholder einbezogen werden, mit spielerischen Methoden ihre Kreativität und ihr Erfahrungswissen einbringen können und so Commitment zur zukünftigen Strategie erzielt wird. Denn wenn Empathie, Kreativität und Rationalität verbunden werden, werden Mitarbeiterbedürfnisse optimal erfasst und Geschäftserfolge geliefert – das hat der Talent Management Gipfel | HR Innovation Lab eindrucksvoll unter Beweis gestellt!