HR als Wegbereiter für Geflüchtete

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Mit dem HR Excellence Award 2016 sind zahlreiche herausragende HR-Projekte ausgezeichnet worden. Sie wollen wir hier vorstellen. Dieses Mal ist es die Geflüchtete-Initiative von Continental. Unsere Fragen dazu beantwortet Steffen Brinkmann aus dem HR-Management des Unternehmens.

Für Unternehmen hat es viele Vorteile, sich über ihre Funktion als Arbeitgeber hinaus in gesellschaftlichen Themen zu engagieren – nicht nur für die eigene Unternehmenswahrnehmung, sondern auch, um tatsächlich etwas zu bewegen. Der Hannoveraner Konzern Continental bietet beispielsweise Geflüchteten eine Berufsperspektive. Das Projekt ist in der Kategorie „Konzerne Corporate Social Responsibility“ ausgezeichnet worden.

Können Sie kurz Ihr Projekt beschreiben?
Die Bewältigung der Flüchtlingskrise und die Integration der Menschen sind für die deutsche Gesellschaft eine Herausforderung von historischer Dimension. Als internationaler Konzern wollten wir von Beginn an einen aktiven, spürbaren Beitrag leisten. Schließlich gehört die Integration von geflüchteten Menschen zu unserer Unternehmenskultur und ist Teil unserer DNA. Unser nachhaltiger Ansatz: Ein Programm zur Einstiegsqualifizierung mit bundesweit 50 Stellen, die auf eine Ausbildung bei Continental vorbereitet.

Wir wollen mit dieser Initiative Verantwortung übernehmen und einen aktiven Beitrag zur Lösung der Flüchtlingskrise leisten. Dabei ist es uns ein besonderes Anliegen langfristige und nachhaltige Perspektiven zu schaffen: für die potenziellen Mitarbeiter durch längerfristige Beschäftigung und auch für Continental durch den Gewinn eines wertvollen Mitarbeiters.

Was ist aus Ihrer Sicht das Besondere daran?
Das Besondere ist gewiss der Aspekt der Nachhaltigkeit. Unser Ansatz: Hilfe zur Selbsthilfe! Wir wollen keinen kurzfristigen Effekt sondern eine wirkliche Perspektive bieten. Daher versuchen wir auch die besonders schwer zu besetzenden Ausbildungsplätze (zum Beispiel Verfahrensmechaniker) in den Mittelpunkt zu rücken und mit geflüchteten Menschen zu besetzen. So ist beiden geholfen: Unternehmen und Geflüchteten.


Foto: Continental / Hans&Jung-GbR

Eine weitere Besonderheit ist sicher die Bündelung der verfügbaren Kräfte. Wir haben schnell gemerkt, dass wir gute Partner benötigen, um einen nachhaltigen Erfolg zu erreichen. Genannt sind besonders die Bundesagentur für Arbeit, die seit Beginn der Krise Profile von geflüchteten Menschen zur Verfügung stellt sowie unser Partner HR Diagnostics, mit deren Test wir die Fähigkeiten der Menschen analysieren konnten. Übrigens: Die Ergebnisse der Tests werden an die Bundesagentur zurückgespielt, so dass diese die Menschen, die nicht zu Continental passen, nach ihren Fähigkeiten an andere Unternehmen vermitteln kann.

Worin hat sich vor allem der Erfolg des Projektes gezeigt?
Die Erfolge lassen sich an konkreten Zahlen festmachen. So konnten wir bereits über 40 der besagten 50 EQ Stellen mit geflüchteten Menschen besetzen – und damit Menschen aus zehn Ländern bei der Integration helfen. Da die EQ-Maßnahmen auf eine Ausbildung bei Continental vorbereiten soll, freuen wir uns zudem sehr darüber, dass bereits zehn junge Menschen in eine Ausbildung überführt werden konnten. Auch die externe Wertschätzung, die unserer Initiative entgegen gebracht wird, sehen wir als Wertschätzung unserer Arbeit. Gerade der HR Excellence Award ist Dank und Motivation für unsere Mitarbeiter, die mit Engagement und Menschlichkeit die Initiative zum Erfolg geführt haben.