„Wir wollen die Welt aus der Sicht der Mitarbeiter sehen“

(c) Die Hoffotografen/Quadriga Media/Dáire O'Rourke
(c) Die Hoffotografen/Quadriga Media/Dáire O'Rourke

Am 30. November ist es soweit: Die HR Excellence Awards 2018 prämieren innovative Projekte aus dem Personalmanagement. Wir stellen schon jetzt die Jury im Interview vor. Heute: Felicitas von Kyaw, Vice President HR (BA Customers & Solutions) bei Vattenfall.

Frau von Kyaw, an welchen Kriterien messen Sie ein gutes HR-Projekt?

Wenn es den gewünschten beziehungsweise definierten Impact hat. Im Detail hängt das natürlich vom jeweiligen Projektziel ab. Ultimativ geht es um die Beantwortung der Frage: „Würdest du deinen Arbeitgeber bei Freunden oder in der Familie empfehlen?“ Das ist eine der wesentlichen Fragen, die uns als Unternehmen und stellvertretend HR mit allen Dienstleistungen und Angeboten leitet.

Was wollen Sie beim HREA sehen?

Ich möchte #proud2bHR erleben. “HR macht“ – darauf können wir zurecht stolz sein. Daher die Leitfrage zum vorgestellten Leuchtturmprojekt, für das der HREA2018 eine Bühne für Sichtbarkeit und Strahlkraft bietet: „Was macht Sie #proud2bHR?“.

Welche Herausforderungen und Trends kommen in der Zukunft auf Personaler zu?

Sich verändernde Arbeitswelten, die Notwendigkeit zur raschen Anpassung und die Digitalisierung sind spürbare Unternehmensrealität. Neben der Arbeitsorganisation (flach, agil) verändern sich der Arbeitsmarkt (global, digital), die Anforderungen an Arbeitsbedingungen (flexibel) ebenso wie die Erwartungen an Arbeit und Karriere (purpose).

Analog der Marktentwicklungen – wo die Kunden zunehmend an der Entwicklung beziehungsweise Individualisierung ihres Produktes mitwirken – werden die Mitarbeiter zum „Prosumer“ ihrer eigenen Weiterentwicklung. Sie werden vom Konsumenten zum Mitproduzenten. Selbstverantwortung und -organisation stehen hierbei – im Sinne eines „Self Service“-Konzeptes – zunehmend im Vordergrund.

Gleichzeitig geht es in dieser sich verändernden Arbeitswelt verstärkt um Human Relations. Diese Kundenorientierung ist in den Vordergrund der eigenen Bemühungen zu stellen und der Kunde im Sinne einer gelungenen „Employee Experience“ in die Entwicklung der Lösungen und Leistungen miteinzubeziehen.

Im Bundesverband der Personalmanager (BPM) besetzen Sie beispielsweise mit der Veranstaltungsreihe „Employee Experience“ auch ein Leuchtturmprojekt. Warum ist das Thema aus Ihrer Sicht so wichtig?

In der heutigen Arbeitswelt steht die Qualität der Erfahrungen, die Mitarbeiter mit ihrem Arbeitgeber machen, im Vordergrund der Beziehung. HR gestaltet das aktiv mit. Wir wollen die Welt aus der Sicht der Mitarbeiter sehen. „Employee Experience“ fordert dazu auf, sich in die Position der internen Kunden und Mitarbeitenden zu versetzen. Kommt das dort an, was ankommen sollte? Es bezeichnet die Summe aller Wahrnehmungen, die ein Mitarbeiter (und damit interner Kunde) durch die Interaktion mit seinem Arbeitgeber hat.

Wir kommen als Personaler eher aus einer Prozessdenke, doch wir können als Personalwesen eine Organisation beziehungsweise die Menschen in ihr dahingehend unterstützen, positive Erfahrungen zu machen und Erlebnisse zu gestalten. Dabei steht der Ansatz „Employee Experience“ vor allem für eine veränderte Grundhaltung in HR. In der vierteiligen „Design Challenge“ zeigen wir als Bundesverband der Personalmanager e. V. (BPM) wie HR seine Lösungen zielgruppenorientiert gestalten kann.

(c) Die Hoffotografen GmbH
(c) Die Hoffotografen GmbH

Felicitas von Kyaw ist Vice President HR (BA Customers & Solutions) bei Vattenfall, Präsidiumsmitglied im Bundesverband der Personalmanager e. V. (BPM) und langjähriges Jurymitglied der Human Resources Excellence Awards.

 

 

Weiterbildungen zum Thema Employer Branding und Candidate Experience und Future of Work