HR muss Antworten finden

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Seit einigen Tagen heißt die neue Präsidentin des Bundesverbands der Personalmanager Elke Eller. Personalmanagement 4.0 ist das Thema, das ihrer Meinung nach den Verband und die Profession ganz besonders beschäftigen wird. Am Donnerstag hat sie den 6. Personalmanagementkongress eröffnet.

Frau Eller, erst einmal meinen Glückwunsch zur Wahl zur Präsidentin des BPM.
Vielen Dank.

Welches Gefühl oder welche Haltung überwiegt bei Ihnen kurz nach der Wahl? Aufbruchsstimmung? Gestaltungswille?
Das Gefühl von Verantwortung und ein Wille zu gestalten. Es gibt viele Kollegen im Personalmanagement, aber auch in der Politik und der Wissenschaft, die große Erwartungen an uns haben. Und es ist unsere Verpflichtung, den Mitgliedern einen wirklichen Mehrwert zu bieten. Denn sie machen das ja alles freiwillig: Sie zahlen einen Mitgliedsbeitrag, bringen ihre Zeit in den Verband ein. Deswegen ist es so wichtig, dass wir ihnen einen klaren Mehrwert für ihr Engagement liefern.

Das Motto des diesjährigen Kongresses ist „Zukunft“ gewesen. Es gibt sicherlich eine Menge HR-Themen, die für den Verband in der Zukunft relevant sind. Aber gibt es ein Thema, das Ihnen ganz persönlich besonders am Herzen liegt?
Das Thema Personalmanagement 4.0 ist mir wichtig und es wird ganz sicher eine zentrale Rolle in der Verbandsarbeit der kommenden Jahre spielen. Die Zukunftsfähigkeit von HR hängt maßgeblich davon ab, wie gut wir bei der Bewältigung all der Veränderungen sind, die Industrie 4.0 und zweites Maschinenzeitalter mit sich bringen. Die Digitalisierung ist zum Teil in der Arbeit des Verbandes zwar aufgenommen worden, wir wollen dieses Thema aber noch stärker und breiter diskutieren. Und natürlich wollen wir Lösungsansätze für die tägliche Arbeit der Personalerinnen und Personaler anbieten. Dafür müssen wir erst einmal verstehen, was sich gerade fundamental um uns herum verändert. Denn wir erleben eine technische Revolution, die massiven Einfluss auf die Arbeitswelt hat. Parallel dazu beobachten wir einen Wandel in Bezug auf die gesellschaftlichen Werte. Auf diese Entwicklung müssen wir Personalmanager Antworten finden. Wir müssen uns dabei fragen: Welche Rolle hat der Mensch in einer digitalisierten Arbeitswelt? Welches Menschenbild haben wir? Und was sind unsere Instrumente? Viele traditionelle HR-Instrumente werden wahrscheinlich für die zukünftigen Herausforderungen nicht mehr passen.

Welches Fazit ziehen Sie nach Ihrem ersten Kongress als Präsidentin?
Ich habe den Eindruck, dass es wieder ein sehr guter Kongress gewesen ist. Ich habe viele positive Rückmeldungen bekommen. Aber es gibt natürlich auch Erwartungen, dass wir in Bezug auf Inhalte und Formate zukunftsfähig bleiben. „Zukunft“ war ein sehr breites Thema. Ich denke, im nächsten Jahr steht wieder eine inhaltliche Fokussierung an. Was die Formate angeht, denke ich, können wir noch interaktiver werden.

Wie werden Sie den Verband führen?
Ich bin ein Teamplayer. Und ich setze sehr auf das Präsidium. Ich finde, da haben wir sehr kluge Köpfe und extrem erfahrene Kollegen. Ich würde es begrüßen, wenn wir die Fachkompetenzen der Präsidiumsmitglieder noch stärker nutzen. Insgesamt geht es darum, dass wir als Führungsteam diesen Verband weiterentwickeln.

Hat Ihr Vorgänger Joachim Sauer Ihnen eigentlich noch einen Rat oder ähnliches mit auf den Weg gegeben?
„Du kannst hier etwas gestalten“, hat er zu mir gesagt.

Und das haben Sie vor?
Absolut. Um nur zu verwalten, bin ich hier nicht angetreten. Das wäre zu langweilig.