HR muss sich neu erfinden

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Foto: Thinkstock / Rawpixel Ltd.
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Agil, digital, begeisternd – diese Eigenschaften muss sich HR als Ziel setzen, um zukunftsfähig zu sein. Transformation ist die Erfolgsformel. Ein Denkanstoß

Innovation! Agilität! Hierarchien abbauen! So lauten einige der Devisen, um in neuen, komplexen Märkten erfolgreich zu sein und die Herausforderung der digitalen Transformation zu meistern. Dass sich Unternehmen wandeln müssen, ist weitreichend bekannt. Wie dies allerdings umgesetzt werden soll, ist oft noch immer ein Rätsel. Der richtige Weg ist stets individuell, doch als Schlüssel zum Erfolg gilt: Nur wenn die drei Dimensionen Mitarbeiter, Organisation und Technologie effektiv zusammenspielen, kann ein erfolgreicher Wandel gelingen. Dabei kommt dem Mitarbeiter eine zentrale Rolle zu: Er ist es, der die Veränderung umsetzt und gestaltet – doch dies ist nur in der passenden Kultur und mit den richtigen Technologien realisierbar.

Human Resources wird damit zum Ermöglicher. Deshalb muss HR neu gedacht werden: Raus aus der Zurückhaltung und rein in die Verantwortung – als Motor eines wandelbaren Unternehmens. HR sollte auf Augenhöhe mit dem Management stehen. Es muss sich neu erfinden, um weiterhin einen wertvollen und nachhaltigen Beitrag zum Unternehmenserfolg zu leisten.

HR: Treiber statt Getriebener

Die Digitalisierung hält Einzug ins Personalwesen: Robot Recruiting, Recruiting Analytics oder Matching-Tools verändern die Personalarbeit rasant. Lässt sich HR von der Digitalisierung treiben, wird sie womöglich bald von ihr vertrieben. Entwickelt sie sich jedoch zum proaktiven Gestalter und Impulsgeber des Wandels, wird sie zur unersetzbaren Schlüsselfunktion und entscheidet so über Wachstum oder Stagnation. Damit ist der Change die Chance, das Selbstverständnis von HR zu transformieren: Vom Ausführer zum Gestalter – denn das kann selbst die schlauste Software nicht.

Digitale Transformation: Initialzündung für innovative HR?

Die entscheidende Frage ist: Wie gelingt diese Transformation? Welche Rolle muss HR einnehmen, um in der digitalen Welt erfolgreich zu sein? Digitale Transformation bedeutet häufig in erster Linie: neue Technologien. Denn die Digitalisierung bedingt nicht nur die Forderung nach mehr Innovation, Wandel und einer höheren Geschwindigkeit, sie liefert auch die dazu notwendigen Instrumente. Sie fordert nicht nur, sondern ermöglicht gleichermaßen: bessere Vernetzung, effizientere Kommunikation und die Nutzung kollektiven Wissens. Diese Tools gilt es für die eigene Transformation zu nutzen, um das Unternehmen aktiv mitzugestalten und nach vorne zu bringen.

Und was hat das mit HR zu tun? Bisher leider oft wenig, doch im Grunde: alles. Neue Tools und Methoden, die vielfältigen Möglichkeiten der Digitalisierung müssen auch von Menschen verstanden, angenommen und gelebt werden. Nur dann gelingt der Wandel. Diese Menschen zu finden, ist Kernaufgabe von HR. Der – frei übersetzt – „homo transformandi“ muss selbstbestimmt und wandelbar sein. HR muss diesen Typos Mensch entweder finden oder intern entwickeln und wird damit zu einer wichtigen strategischen Komponente im Wandel.

3D Unternehmen sind die Antwort!

Digitale Transformation bedeutet also immer auch soziale Transformation – dieser Kulturwandel ist eine große Herausforderung. Um sich ihr zu stellen, brauchen Unternehmen das dreidimensionale Zusammenspiel aus Technologie, Organisationsdesign und Mitarbeitern. Denn agieren diese drei Dimensionen losgelöst voneinander, können maximal kurzfristige Veränderungen erzielt werden, die aber ohne Einfluss auf die Gesamtorganisation bleiben werden.

Um Mensch, Organisation und Technologie sinnvoll in die Transformation zu führen, braucht es einen ganzheitlichen Ansatz: Mit der richtigen Software, schlüssiger Beratung sowie individuellem Training werden Unternehmen auf allen Ebenen frei für den Erfolg in der Arbeitswelt der Zukunft.

Und hier kommt HR ins Spiel: Als Vermittler, Motivator und Innovator

Wenn die Personalabteilung Mitarbeiter nachhaltig und langfristig von der digitalen Transformation begeistern kann, leistet sie einen unverzichtbaren Beitrag zum Erfolg. Denn Wandel darf nicht zäh und anstrengend sein! Und das muss er auch nicht. Der Change selbst bringt Methoden mit sich, die für frischen Wind sorgen, was Gamification-Methoden wie Lego® Serious Play® beweisen. Sie machen Ziele (be)greifbar und setzen mithilfe des menschlichen Spieltriebs Motivation der besonderen Art frei. Jedes Spiel lebt von Veränderung, Überraschung und Intuition. So schaffen spielerische Methoden das, was sonst oft eine Mammutaufgabe ist: Leidenschaft für Veränderung. Und genau darin liegt die Verantwortung von HR und ein Erfolgsfaktor in der Transformation – Begeisterung schaffen.

Als aktiver Gestalter des Wandels, als Katalysator für Innovation und als Magnet für hochqualifizierte Mitarbeiter kann HR seine Rolle neu definieren, Innovationen fördern und so den Wandel in eine erfolgreiche Zukunft erst ermöglichen. Wer von der Welle der Digitalisierung nicht weggeschwemmt werden will, muss eben schwimmen lernen.

Autor Stephan Grabmeier spricht auf dem Personalmanagementkongress 2017 zu diesem Thema in seiner Expert Session „Digital Transform or die – wie HR sich neu erfinden muss“. Die Session findet am ersten Kongresstag (Donnerstag, 29. Juni) im Panel I von 10:30 bis 11:30 statt.