"HR-Themen sind mit das Wichtigste für Arbeitnehmer"

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Katharina Nagy ist seit einem Dreivierteljahr HR Communications Managerin bei Bayer Material Science. Wir haben einmal nachgefragt, was die HR-Kommunikation so besonders macht. Durch die sozialen Medien verschmelzen die Grenzen zwischen interner und externer Kommunikation.

Frau Nagy, Sie sind seit gut acht Monaten in der HR-Kommunikation. Warum, glauben Sie, braucht es diesen speziellen Kommunikationskanal?
Ein Gespür für Menschen und für unterschiedliche Zielgruppen. Gerade hier heißt es: Die richtige Botschaft, zur richtigen Zeit, für die richtige Zielgruppe. Ich arbeite seit sechs Jahren in der Unternehmenskommunikation und habe mich bereits in meiner letzten Funktion – ich war zwei Jahre für die globale interne Kommunikation in einer unserer drei Business Units zuständig – stark auf Mitarbeiterthemen fokussiert. Dabei ist eines sehr klar geworden: HR-Themen sind mit das Wichtigste für Arbeitnehmer: Wie sicher ist mein Job? Wie kann ich mich beruflich weiterentwickeln? Wie erreiche ich eine bessere Work-Life-Balance? All das sind Kernthemen für jeden Arbeitnehmer – und es sind eben HR-Themen. Die Thematiken, die bei HR-Fragerunden aufkommen oder sich in Einzelgesprächen mit HR-Business Partnern häufen, sind es wert, genauer im Blick behalten und gegebenenfalls für die gesamte Mitarbeiterschaft noch einmal kommunikativ aufgegriffen zu werden.

Wo liegen die Unterschiede zur externen Kommunikation?
HR-Kommunikation ist nicht rein interne Kommunikation. Aber es ist der erste Schritt. Wenn ich meine internen Zielgruppen nicht mitnehme, kann eine externe Maßnahme nicht erfolgreich sein. Das zeigt sich vor allem am Beispiel Employer Branding. Stehen die Mitarbeiter nicht hinter der Arbeitgebermarke – oder schlimmer noch: haben sie nicht verstanden, wie sich ihr Unternehmen extern positioniert – dann verliert eine Firma an Glaubwürdigkeit als Arbeitgeber. Die Grenzen zwischen intern und extern verschmelzen und das liegt vor allem an der Nutzung von Social Media. Mitarbeiter werden damit verstärkt zu Botschaftern für ihr Unternehmen, zum Beispiel auf  Bewertungsportalen für Arbeitgeber. Wenn Realität und Außendarstellung auseinanderklaffen, hat die Arbeitgebermarke verloren.

Wie haben Sie sich auf den HR-Fokus eingestellt?
Ich habe in meiner bisherigen beruflichen Laufbahn in verschiedenen Funktionen der Kommunikation gearbeitet; sowohl strategisch in Vorstandsnähe, als auch im Umfeld Industrial Marketing in der internen Kommunikation, aber auch in der externen Projektkommunikation. So lernt man viel über Zielgruppen, unterschiedliche Ansprüche und vor allem auch darüber, wie ein und dieselbe Botschaft bei einer Zielgruppe funktioniert, bei einer anderen aber einfach nicht zündet oder sogar für negative Stimmung sorgt. Erfahrungswerte von HR-Kollegen, etwa aus Fokusgruppenprojekten, waren für mich ein wertvoller Indikator für die interne Kommunikationsplanung. Genau das kann ich in meiner Funktion als HR Communications Manger jetzt vertiefen und weiter ausbauen.