Ideenschmiede in Berlin

Mit dem Starting House will H&M Themen, die die Mitarbeiter interessieren, in den Vordergrund stellen. Man will lernen und sich weiterentwickeln. Und erhofft sich davon auch, als Arbeitgeber besser dazustehen. Ein Interview mit Personalchefin Angela Gallenz.

Frau Gallenz, was hat es mit dem Starting House auf sich?
H&M soll sich zu einer ständig lernenden Organisation entwickeln. Daher finden Mitarbeiter und Interessierte im Starting House offene Türen, Ansprechpartner, Vorträge und Workshops. Es soll ein Ort sein, an dem das Unternehmen die Umsetzung innovativer Projekte und die Weiterentwicklung der Mitarbeiter fördert. Gemeinsam mit unseren Kolleginnen und Kollegen wollen wir Ideen generieren, um H&M als Marke und Arbeitgeber weiterzuentwickeln.

Die verschiedenen Projekte werden auf dem Internetauftritt des Starting House „Missionen“ genannt. Worum geht es dabei genau?
Die Ausschreibung einzelner Missionen ist ein Beispiel für H&M als lernende Organisation. Themen, die unsere Kollegen und Kunden interessieren und bewegen, sollen hier gemeinsam bearbeitet und entwickelt werden. H&M möchte so Innovationen unterstützen und fördern.

Bei den ersten „Missionen“ ging es um das Thema Anproben und um eine Tour nach Bangladesch, um die Produktionsbedingungen vor Ort kennenzulernen. Das sind zwei sehr unterschiedliche Themen.
Ja, das stimmt, aber beide sind für uns gleichermaßen relevant, da sie von unseren Mitarbeitern gestellt wurden. Für eine Mission ist es wichtig, dass sie die Fragestellung von Mitarbeitern enthält und alle im Unternehmen von der Lösung lernen.

Würden Sie das Starting House eher als klassisches Weiterbildungszentrum oder als Spielwiese für die Mitarbeiter sehen?
Das Starting House soll der Ausgangspunkt vieler neuer Ideen werden. Wir geben unseren Mitarbeitern die Möglichkeit, sich mit Themen auseinanderzusetzen, die sie wirklich beschäftigen, und zu diskutieren, wo es Verbesserungsmöglichkeiten – für die Marke und den Arbeitgeber H&M – gibt. Alle Mitarbeiter sollen hier von der Erarbeitung einer einzelnen Gruppe „profitieren“ – das Wissen soll im Unternehmen verbreitet werden.

Sie wollen auch potenzielle Mitarbeiter durch das Starting House ansprechen. Wie soll das geschehen?
Das H&M Starting House vereint alle Marken des Unternehmens: H&M, COS, Weekday, Monki und & Other Stories und gibt Interessierten die Möglichkeit, diese in Berlin kennenzulernen. Bei einem Besuch findet man immer Ansprechpartner, die Fragen beantworten und Tipps zu H&M als Arbeitgeber geben können. Natürlich kann auch konkret über vakante Positionen im Unternehmen gesprochen werden.

Und warum wurde gerade Berlin als Standort auserwählt?
Der Standort Berlin steht für einen eigenen Stil, ständige Innovationen und neuste Trends.

Und wie lautet Ihr Fazit, gut zwei Monate nach der Eröffnung?
Wir sind sehr zufrieden mit dem Starting House. Es gab bereits einige gute Veranstaltungen, wie ein Meet & Greet mit Matthias Schweighöfer oder den Business Talk mit Henrik Lannerhjelm. Intern hatten wir Besuch von unseren Kollegen aus den Niederlanden und wir hatten einen H&M Home Pop-up Store bei uns. Die Missionen laufen auch, wir bekommen viele außergewöhnlich gute Ideen aus den Reihen unserer Kollegen, die ersten davon werden bald umgesetzt. Außerdem finden täglich viele Interessierte den Weg zu uns ins Starting House, um sich über H&M als Arbeitgeber zu informieren.

Wird es in anderen Ländern ähnliche Einrichtungen geben?
Zum aktuellen Zeitpunkt können wir das noch nicht sagen. Wir glauben aber an das Konzept und haben bereits sehr viel positives Feedback erhalten.