Im Dialog mit der Belegschaft

Der entscheidende Wettbewerbsvorteil eines Unternehmens sind seine Mitarbeiter. Will man sie erreichen, muss man mit ihnen in den Dialog treten. Ein probates Mittel hierfür ist die Umfrage, wenn sie richtig umgesetzt wird.

Das Personalwesen hat sich in den letzten Jahren enorm weiterentwickelt – weg vom Image des einfachen Lohnbüros hin zu einer strategischeren Ausrichtung und Positionierung in den Unternehmen. Dazu hat besonders der Bereich Personalentwicklung beigetragen, denn er fördert den entscheidenden Wettbewerbsvorteil eines jeden Unternehmens – die Mitarbeiter.

In Zeiten von Fachkräftemangel ist qualifiziertes Personal, das sich mit seinem Arbeitgeber identifiziert, von zentraler Bedeutung für ein erfolgreiches Unternehmen. Doch auch die Anforderungen der Arbeitnehmer an ihren Job verändern sich und werden vielfältiger. Hat unsere Elterngeneration noch gelebt, um zu arbeiten, oftmals bis zur Rente bei einem einzigen Arbeitgeber, will sich die heutige Generation in ihrem Job individuell selbst verwirklichen. Das erhöht die Anforderungen an die Flexibilität des Arbeitsplatzes. Teilzeit-Modelle bekommen einen größeren Stellenwert, die persönlichen Entwicklungsmöglichkeiten werden kritisch betrachtet und das sinnstiftende Element von Arbeit rückt in den Vordergrund.

Mithilfe von Umfragen können diese Veränderungen quantitativ und qualitativ erfasst werden. Das Unternehmen erhält die Möglichkeit, zu reagieren und entsprechende Angebote zu entwickeln. Allerdings müssen diese Erhebungen richtig durchgeführt werden. Deshalb ist es besonders wichtig, eine Umfrage gezielt zu planen. Im Vorfeld muss genau überlegt werden, was das Ziel der Umfrage sein soll. Außerdem muss die Umfrage einen klaren Aufbau haben und Themen ansprechen, die Mitarbeitern wichtig sind. Ferner muss klar sein, dass auf das Feedback der Mitarbeiter auch Verbesserungsmaßnahmen folgen werden.

Umfragen können vielfältig eingesetzt werden

Ein guter Ausgangspunkt ist ein Survey-Feedback, eine Kombination aus Mitarbeiterbefragung und Vorgesetztenbeurteilung – jährlich durchgeführt. Hier werden Einstellungen der Mitarbeiter und Führungskräfte, die Mitarbeiterzufriedenheit, Zufriedenheit mit den Arbeitsbedingungen und vieles mehr erfasst. Es bietet einen verlässlichen Status Quo. In quartalsweise durchgeführten Folge-Umfragen kann man sich vertiefend auf Spezial-Aspekte konzentrieren. Die Liste der möglichen Themen für Umfragen ist lang. Sie reicht vom 360-Grad-Feedback zur Führungskräfteentwicklung über Beurteilungen der betrieblichen Zusatzleistungen bis hin zum Kantinen-Speiseplan.

In den letzten Jahren hat sich im Bereich Umfragen enorm viel getan. Musste man vor zehn Jahren in einem großen Unternehmen noch viel Geld für die jährliche Mitarbeiterbefragung durch ein Markforschungsinstitut bezahlen und ein halbes Jahr auf die Auswertung warten, brauchen die heutigen Online-Tools dafür Sekunden, sind intuitiv zu bedienen und kosten einen Bruchteil. Dadurch wird die Umfrage auch für kleine und mittelständische Unternehmen interessant.

Fünf Tipps für eine erfolgreiche Mitarbeiterbefragung

Auch wenn eine Umfrage mittlerweile schnell und einfach erstellt ist, sollte sie nie unüberlegt und inflationär eingesetzt werden. Folgende Tipps sind elementar:

1. Transparenz
Den Mitarbeitern muss klar sein, was mit der Umfrage erreicht werden soll und wie der Erfolg gemessen wird. Das zeigt ihnen, dass man sich für ihre Belange interessiert und sie ernst nimmt.

2. Rückhalt in der Führungsetage
Die Führungsetage muss hinter der Umfrage stehen und dies auch intern kommunizieren. Das verleiht der Umfrage Gewicht und die Mitarbeiter fühlen sich wertgeschätzt.

3. Follow-Up
Ein wichtiges Element ist die Auswertung der Daten und die transparente Planung der Verbesserungsmaßnahmen.

4. Umsetzung
Die Ideen und Anregungen der Mitarbeiter sollten auch entsprechend umgesetzt werden. Ohne Verbesserungsmaßnahmen nehmen Mitarbeiter Umfragen nicht mehr ernst und nicht wieder teil.

5. Regelmäßiges Benchmarking
Regelmäßige Folge-Umfragen stellen sicher, dass die Verbesserungen auch wirklich effektiv sind – und wer kann das besser beurteilen als die Mitarbeiter.