Innovation und Motivation dank Konzeptarbeit

Konzeptarbeit unterstützt Engagement, zielorientiertes Kommunizieren und Handeln, Kreativität und Innovationsfähigkeit in Unternehmen – wenn sie richtig genutzt wird. Noch ist jedoch das Scheitern häufiger als der Erfolg.

Der Begriff Konzept ist in aller Munde und verbreitet sich rasant – in der Geschäftswelt, in der Pädagogik und in der Forschung. Selbst bis in den persönlichen Bereich dringt er mit Fitness- und Lebenskonzepten vor. Überall und quer durch alle Funktionen werden permanent Konzepte entwickelt. Denn Konzepte braucht man dort, wo Neues entstehen soll oder Bestehendes überarbeitet werden soll. Ein Großteil der Arbeit bei höher qualifizierten Kräften beinhaltet mittlerweile die konzeptionelle Erarbeitung von Themen, Produkten oder Prozessen. Tendenz steigend.

Risiken und Chancen

Bei so einer massiven Investition an Zeit und Geld, muss es doch brauchbare Ergebnisse geben, könnte man denken. Tatsächlich ist jedoch das Gegenteil der Fall. Die Realität zeigt: 70 Prozent der Konzepte scheitern.

Schade um die verschwendeten Ressourcen und um das ins Leere gelaufene Engagement. Besonders bedenklich sind jedoch die langfristigen Auswirkungen auf die Motivation all jener, die ihre Konzepte zu Grabe trugen. Die Bereitschaft, sich zukünftig einzusetzen, sinkt rapide mit jedem Schubladenkonzept des Unternehmens. Denn irgendwann stellt sich zu Recht die Frage: Wozu soll man sich Gedanken machen, wenn es niemanden interessiert? Dieser Gedanke kann zu einem Virus werden, der sich rasch im Unternehmen ausbreitet. Denn die Kollegen schauen zu.

Es geht jedoch auch anders. Für Führungskräfte kann konzeptionelles Arbeiten ein starkes Führungsinstrument sein, um Mitarbeiter zu begeistern. Wenn Menschen nach ihren Ideen gefragt werden, sie ernst genommen und an Veränderungsprozessen beteiligt werden, wehren sie sich nicht gegen Neues, sondern machen es zu ihrer eigenen Sache und treiben diese aktiv voran. Aus der Sicht des Mitarbeiters kann Konzeptentwicklung eine wunderbare Möglichkeit bieten, eigene Ideen einzubringen, Veränderungen mitzugestalten und sich im Unternehmen zu zeigen. Eine wichtige Voraussetzung, um neben der Unternehmensentwicklung auch die eigene Karriere voranzutreiben. Und aus Sicht der Personalverantwortlichen unterstützt stringente Konzeptarbeit somit Engagement, zielorientiertes Handeln, Kreativität und Innovationsfähigkeit in Unternehmen. Wie kann also Konzeptkompetenz gefördert werden, sodass Konzeptarbeit erfolgreich wird?

Misserfolgs- und Erfolgsfaktoren

Die größten Hürden zum Erfolg sind unklare Ziele und mangelnde Kommunikation mit dem Auftraggeber und den Stakeholdern.

Aus: Katja Ischebeck, 2013, Erfolgreiche Konzepte – eine Praxisanleitung in 6 Schritten, S. 30

Interessanterweise sind das alles Kommunikationsthemen: Sie betreffen zum einen die direkte Kommunikation zwischen Auftraggeber und Auftragnehmer und zum anderen die Kommunikation in das Unternehmen hinein.

Fünf Regeln für erfolgreiche Konzeptarbeit

Die gute Nachricht ist, dass diese Faktoren durchaus steuerbar sind, denn so vielfältig Konzepte auch sein mögen, für eine erfolgreiche Umsetzung sind im Kern die folgenden fünf Punkte des so genannten ZEBRA-Prinzips wichtig:

Zielorientiert: Präzise herausgearbeitete Ziele bilden die Grundlage des Konzeptes. Stellen Sie sicher, dass alle Beteiligten ein gemeinsames Zielverständnis haben. Sorgen Sie des Weiteren für Abstimmungstermine, um die Zielerreichung zu überprüfen und auch bei Änderungen der Ziele, der Bedingungen und sonstigen Wäg- oder Unwägbarkeiten weiterhin zielorientiert vorgehen zu können.

Empfängerorientiert: Gute Konzepte liefern eine empfängerorientierte Aufbereitung der Expertise, sodass Ziel, Nutzen und das geplante Vorgehen auch für Fachfremde nachvollziehbar sind.

Beherzt auf den Punkt: Die meisten Menschen – und ganz besonders Entscheider – haben wenig Zeit und wollen ohne Umwege erfahren, worum es geht. Bringen Sie Ihre Kernbotschaft zu Beginn und Ihre schlüssige Ausführung in Sprache und Struktur prägnant auf den Punkt.

Realistisch geplant: Konzeptarbeit braucht Zeit und muss oft neben dem normalen Arbeitspensum bewältigt werden. Planen Sie dafür ausreichend Zeit ein. Stellen Sie vorgeschlagenen Lösungen und Aktivitäten in einen realistischen und anschaulichen Zeitplan dar.

Auslöser für Aktivitäten: Konzepte bieten dem Leser Antworten auf seine wichtigste Frage: Wozu soll ich das jetzt lesen? Dieser Brückenschlag liefert den entscheidenden Impuls, um den Ball ins Spielfeld zu bringen. Zeigen Sie klar, was zu tun ist und fordern Sie zu konkreten Aktivitäten auf.