„Innovation verändert uns“

Der Wissenschaftsjournalist Ranga Yogeshwar sprach auf dem Personalmanagementkongress darüber, wie die Gesellschaft mit dem Neuem umgeht und wie eng Chancen und Risiken in einem vernetzten, globalisierten System beieinanderliegen.

Er ist kritisch, aber nicht pessimistisch. Ranga Yogeshwar wirft auf dem Personalmanagementkongress in seiner Abschluss-Keynote einen Blick darauf, vor welche gesellschaftlichen Herausforderungen uns die heutigen – vor allem digitalen – Innovationen stellen. „Wir leben in einer Zeit, wo unglaublich viel passiert, sich die Welt ändert und uns verändert“, heißt es da von ihm gleich zu Beginn. Leider würden wir aber dabei versagen, zu erkennen, wo uns diese Veränderungen hinbringen. Vor allem, weil wir den Blick des Alten einnehmen, rücksichtig statt vorsichtig sind. Dann versucht er den Blick dafür zu öffnen, was sich verändert hat und wohin die Reise geht.

Angefangen bei der Erfindung des elektrischen Lichts, die eine sinkende Analphabetenrate zur Folge hatte. „Diese Innovation hat unser Leben verändert.“ Yogeshwar sieht daher auch das zunehmende Licht auf dem Globus als Zeichen für die Ausbreitung von Innovation. Dann verweist er auf das Telefon. Früher habe dies im Flur gestanden und es galt die Losung „Fasse dich kurz“. Heute gibt es Flatrates und Co. Er spricht vom Übergang der Scheiben- in die Daumengeneration. „Wir ändern eine Kultur in uns.“ Dann zeigt Yogeshwar ein Foto seiner Eltern mit ihm und seinem Bruder als Säuglinge. Sein Vater hätte die Krankenhausrechnung der Entbindung immer noch. Damals erwarteten er und seine Frau „ein sehr großes Kind“, dann hieß es plötzlich, da komme noch eines. In der Rechnung war dann die Rede von „10 Prozent für Unvorhergesehenes“. Mit den heutigen medizinischen Möglichkeiten wäre dies undenkbar.

All das sind Beispiele und Gedanken, die die Zuhörer mitnehmen, sie sind nah dran am Leben. Immer wieder schafft Yogeshwar es auch, Gelächter zu erzeugen. Dabei geht es ihm durchaus um mehr, um globale Entwicklung. Er kritisiert, dass der größte Teil der Innovationen nicht den „Menschen in den Wellblechhütten“ diene, dass sich der Fortschritt immer weiter rausziehe aus der Gesellschaft und die Macht der Großen immer größer werde. Und es gäbe eine Menge Innovationen, die keinem dienen. Beispielsweise merke ich doch selbst, ob ich gerade Stress habe, brauche ich dafür wirklich eine Uhr mit einem Sensor, die das in Echtzeit misst? „Wir brauchen keine Bullshit-Innovation, wir brauchen Innovation, die nachhaltig ist.“

Der Vortrag endet mit dem Appell, nicht in Hemmnissen, in einem Retroblick stecken zu bleiben, sondern durch Innovation die eigene Gegenwart zu ändern. Denn eine globale Gesellschaft, die alle mitnimmt auf diesem Weg, ist möglich.