Die sechs innovativsten Recruiting-Trends

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(c) gettyimages/Westend61
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Ob man auf jeden vorbeifahrenden Zug im Recruiting aufspringen muss, darf mit Recht in Frage gestellt werden.  Aber wer denkt, nach den Printanzeigen in der gängigen Tagespresse ist er heute mit online Anzeigen auf Stepstone, Jobware & Co. up to date, hat weit gefehlt. Online Stellenanzeigen sind zwar unentbehrlich, aber für den optimalen Sourcing-Mix kommen Sie an diesen Trends nicht vorbei:

1. Virtuelle Recruiting-Messen

Online Karrieremessen finden zwischenzeitlich im In- und Ausland regelmäßig statt und sind vom Prinzip her genauso aufgebaut wie eine „normale“ Karrieremesse – nur eben online. Sie bieten einen virtuellen Treffpunkt mit Info-Ständen der Unternehmen, ein Auditorium für Vorträge und Sitzecken für einen Plausch mit Besuchern. So kommen Sie bequem vom Schreibtisch aus per Echtzeit-Chat oder Video-Interview ins Gespräch mit Kandidatinnen und Kandidaten aus aller Welt. Nach dem ersten Eindruck entscheiden beide Seiten, ob eine nächste Runde im Real Life stattfinden soll. Zu finden unter www.it-jobmesse.de oder www.jobunication.online/de

Vorteil: Weltweite Reichweite

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2. Mobile Recruiting-Plattformen

Apps wie „Truffls“ übertragen das Tinder-Prinzip auf die Jobsuche und liefern mit intelligenten Matching Technologien den passenden Bewerber zur Stelle und umgekehrt.  Die One-Click-Bewerbung via Smartphone und Co. steht für einen flotten, intuitiven und übersichtlichen Bewerbungsprozess. Das heißt ein Swipe nach rechts kommt bereits einer Bewerbung gleich. Eine Alternative dazu ist „Talenthero“, wenn es um die Besetzung von Ausbildungsplätzen geht.

Vorteile: Die Apps sind extrem schnell. Erste Bewerber erhalten Sie bereits wenige Stunden nach Anzeigenschaltung. Außerdem sind die Plattformen ideal für seltene Stellenprofile, nach denen nicht aktiv gesucht wird.

3. Hackathon & Co.

Eine gute Möglichkeit, um Kandidatinnen und Kandidaten kennenzulernen sind interaktive Formate wie Barcamps, World Cafés und vor allem Hackathons. Letztere haben sich primär im technischen Umfeld etabliert.  Die Events zeichnen sich durch eine lockere Atmosphäre, reichlich Essen und große Kreativität aus. Hackathons – auch „Hack Day“, „Hackfest“ und „Codefest“ genannt, laufen in der Regel über ein oder mehrere Tage und werden vom Unternehmen selbst veranstaltet. Die Teilnehmer arbeiten einzeln oder in kleinen Gruppen an realen Aufgabenstellungen aus dem Unternehmensalltag und entwickeln neue, kreative Lösungsansätze oder sogar Prototypen. Am Ende bleibt also für den Fachbereich ein nützlicher Outcome und für HR neue Potenzialträger.

Vorteile: Kandidaten, die an solchen Veranstaltungen teilnehmen, brennen für Ihren Beruf. Das Event bietet viel Raum, den Menschen und sein Know-how kennenzulernen.  Zudem stellt es eine ideale Bühne für Brains, Tüftler und Querdenker, die vielleicht auf dem Papier nicht überzeugen, aber dennoch geniale Inputs für ein Unternehmen liefern. Aber natürlich ist es im Gegenzug auch eine Chance, die Kandidatinnen und Kandidaten vom Unternehmen zu begeistern.

4. Teaser Kampagnen

Nahezu alle Social-Media-Kanäle bieten Teaser Kampagnen an. XING beispielsweise ermöglicht die Zielgruppe genau nach demographischen Merkmalen wie Bildungsniveau, Karrierestufe, Branchenverteilung, Region oder Altersgruppe zu filtern. So kann eine treffsichere Positionierung des Teaser Textes mit dem Link zur Stellenanzeige an potenzielle Kandidaten adressiert werden.  Aber auch auf Google, Facebook, Instagram und Twitter werden Teaser ausgespielt. Neben aktiv suchenden Kandidaten können Sie so auch latent wechselwilligen Bewerbern beispielsweise über eine Twitter Card mal zu zwitschern.

Vorteil: Sie erreichen auch Kandidatinnen und Kandidaten, die nicht aktiv auf Stellensuche sind.

5. Speed-Dating-Interviews

There is never a second chance for a first impression. Der erste Eindruck wird in den ersten 7 Sekunden gebildet. Selbst bei ausführlichen Interviews verändert sich das erste Bauchgefühl nur sehr selten nochmal. Auf diesen Grundsatz setzen Job-Speed-Datings. Bewerbungsschreiben und Zeugnisse werden unwichtiger, der persönliche Eindruck des Bewerbers entscheidend. Bewerber und Personaler sprechen nur wenige Minuten miteinander. Der Zeitraum ist im Vorfeld genau definiert. Im Nachgang entscheiden beide, ob es eine nächste Runde, sprich ein ausführliches Interview, geben wird.

Angeboten werden die Veranstaltungen hierzulande von Arbeitsagenturen, Universitäten, Firmen oder im Rahmen von Jobmessen. Einige Unternehmen veranstalten aber auch selbst sogenannte Walk-In-Interviews, zum Beispiel wenn es gilt, eine größere Zahl an gewerblichen Positionen zu besetzen.

Eine Abwandlung mit gleichsam neutraler Basis sind Blind-Job-Datings oder Blind Recruitment: Bewerber sitzen auf der einen, ein Personalverantwortlicher auf der anderen Seite einer Trennwand und sehen sich nicht. Letzterer hat bis dato keine Infos und lernt die Kandidaten anhand von wenigen Fragen in Echtzeit kennen.

Vorteil: Unkonventionelle Bewerber können hier glänzen. Aber auch ein sehr effektiver Weg für Massenrekrutierungen oder zur Vorselektion des Bewerberpools.

6. Active Sourcing

Active Sourcing ist nicht neu, bleibt aber nach wie vor ein wichtiger Kanal im Recruiting. Viele Unternehmen bauen bereits inhouse einen eigenen Bereich dafür auf. Wussten Sie, dass circa 80 Prozent aller wechselwilligen Kandidaten nicht aktiv suchen?

 

Weiterbildungen zum Thema Recruiting und Active Sourcing